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Der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo forderte die Bevölkerung im TV-Sender Globo auf, nur im äußersten Notfall die Häuser zu verlassen.

Brasilien

Mindestens 12 Tote durch Unwetter

In Brasilien haben heftige Regenfälle große Teile des Großraums um die Metropole Sao Paulo unter Wasser gesetzt.

Dabei starben mindestens 12 Personen, wie brasilianische Medien berichteten. Innerhalb von zwölf Stunden war fast so viel Regen gefallen, wie für den ganzen Monat März erwartet. An mindestens 54 Stellen kam es zu Erdrutschen.

Der Regen hatte am Sonntagabend (Ortszeit) eingesetzt. In manchen Regionen fielen bis zu 140 Liter Wasser pro Quadratmeter. Innerhalb von Minuten wurden ganze Straßenzüge überflutet, Autos trieben über die in reißende Flüsse verwandelten Straßen. Fünf Personen starben durch Erdrutsche, sieben ertranken in den Fluten.

In einigen Region erreichte das Wasser eine Höhe von rund zwei Metern. Hundertschaften der Feuerwehr setzten Hubschrauber und Rettungsboote ein. Die Daimler-Benz-Fabrik in der Stadt Sao Bernardo do Campo musste am Montagmorgen ihre Produktion einstellen, nachdem die Werkshallen überflutet wurden.

Bereits 2016 hatten starke Regenfälle in Sao Paulo 17 Personen getötet, bei einem Sturm im Jahr 1987 starben sogar 53 Menschen. Laut Medienberichten hat die Stadtverwaltung in den letzten drei Jahren nur rund 40 Prozent der für den Schutz vor Überschwemmungen bereitstehenden Gelder ausgegeben. Geplante Überlaufbecken sowie Kanäle wurden nicht gebaut.

Im Großraum Sao Paulo leben rund 20 Millionen Menschen. Im Laufe der Urbanisierung waren zahlreiche, die hügelige Landschaft durchquerende Flüsse durch Straßen überbaut worden. Zudem wurden Auen und Schwemmland trockengelegt und bebaut sowie Flüsse begradigt und kanalisiert. Besonders in der Regenzeit zwischen Dezember und März kommt es deshalb immer wieder zu Überschwemmungen. (kna)

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