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Der Mikrokosmos im Dschungel

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Das Dschungelcamp geht in die elfte Runde.
Das Dschungelcamp geht in die elfte Runde. © istock

Heute schickt RTL wieder zwölf Prominente ins „Dschungelcamp“. Judith Köneke und Manuel Almeida Vergara haben sich die Kandidaten einmal näher angeschaut.

Von Manuel Almeida Vergara, Judith Köneke

Maden essen, durch enge Gänge kriechen, lästern und leiden: Ab heute können die Zuschauer zum elften Mal zwölf Kandidaten im Dschungelcamp zugucken. Dieses Format sei eines der Lagerfeuer-Fernsehformate, sagt Joan Kristin Bleicher von der Uni Hamburg im Interview mit der Deutschen Presseagentur. „Die Z-Promis – C-Promis ist ja schon sehr optimistisch – sind jährlich ein Ritual, das sich nicht durch gesellschaftliche Entwicklungen verändern wird.“

Deswegen hält die Medienwissenschaftlerin die Staffel 2017 für besonders wertvoll: „Es bietet vielfältige Eskapismus-Funktionen an. Man kann aus dem Alltag in den Dschungel fliehen für eine Stunde oder zwei“, sagt sie. Nach dem Krisenjahr 2016 begünstigt das Format also eine Wirklichkeitsflucht und macht ab 22:15 Uhr vergessen, was außerhalb des australischen Dschungels so alles passiert. Während bei den Ex-Sportlern, Ex-Bandmitgliedern und Ex-Castingshowteilnehmerinnen dann Kakerlaken auf den Teller kommen, kriege der Zuschauer einen „Einblick in die Mediengesellschaft als Mikrokosmos“ mundgerecht serviert, meint Bleicher.

Und RTL hat wieder ganze Arbeit geleistet, um die Zuschauer auch in der Staffel 2017 bei Laune zu halten: Personell setzt der Sender erneut auf Konfliktpotenzial. Der eine war schon mal mit der anderen zusammen, die nächste ist für Zickereien bekannt, ein anderer fällt komplett aus dem Rahmen. „Darüber spricht morgen ganz Deutschland“ – so das Credo der Show.

Damit Sie die nächsten Tage in Teeküche und Pausenraum mitreden können, stellen wir die Urwaldbewohner vor: Wer ist überhaupt Sarah Joelle Jahnel? Woher kennt man diesen Jens Büchner noch gleich? Und was ist eigentlich ein Kader Loth?

„Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“, heute, 13. Januar um 21.15 Uhr auf RTL, danach täglich um 22.15 Uhr.

Marc Terenzi

Daher kennt man ihn: Marc Terenzi hat in der Boygroup „Natural“ gesungen. Und es danach mit eigenen Alben versucht: Selbstsicher hieß die erste Platte „Awesome“. Bekannter wurde er aber als Sidekick von Sarah Connor, sechs Jahre waren sie verheiratet. Während seine Ex für deutsche Verhältnisse noch immer hoch im Pop-Kurs steht, war für Terenzi 2008 nach dem zweiten Album Schluss.

Damit ist er im Camp genau richtig: Im Dschungel wird der nunmehr strippende Italo-Amerikaner die Muskeln spielen lassen. Bedeutet auch: Terenzi wird seinen Alabasterkörper in einschlägigen Duschszenen präsentieren.

Darum hat er Chancen auf den Sieg: Dschungelprüfungen wird er des lieben Images wegen wohl ohne großes Gezeter meistern. Das imponiert dem RTL-Zuschauer!

Kader Loth

Daher kennt man das Gesicht: Mit dem Wiedererkennen ist das bei Kader Loth so eine Sache. Ihr Gesicht hat in den vergangenen Jahren schon ganz unterschiedlich ausgesehen. Prall und straff war es jedoch immer. Und in jedem Boulevard-Blatt war es auch, das „It-Girl“ um die 50.

Fernbedienung bloß nicht verlegen: Loth ist bekannt für ihre nasale Sprechweise. Gut dass jeder Fernseher einen Lautstärkeregler hat!

Nicole Mieth

Woher könnte man sie kennen? Wer die Daily-Soap „Verbotene Liebe“ geguckt hat, wird Nicole Mieth als Kim Wolf, später Kim von Lahnstein wiedererkennen. Nein? Oder aus der Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“? Wieder nicht, „Der letzte Zeuge“? „Unser Charly“? Alles nein, dann jetzt Dschungelcamp gucken.

Darum ist sie dabei: Also wegen dem Geld schon mal nicht, sagt sie RTL, sie, nee klar, wer ist das schon. Mieth will Abenteuer erleben, außerdem sei sie berufstätig und habe 2016 einiges gemacht, das könne man auch nachlesen.

Darum könnte sie weit kommen: Sie ist die jüngste im Regenwald, das kann Kükenpunkte bringen.

Alexander Keen

Daher kennen wir ihn: Wer die letzte Staffel „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) geguckt hat, kennt Alexander Keen als anstrengenden Freund von Gewinnerin Kim Hnizdo. Die mittlerweile Ex-Freundin nannte ihn „Honey“, sein Spitzname. Keen machte irgendwas mit „Business“, bevor er seine Festanstellung aufgab, um sich auf seine TV-Karriere zu konzentrieren.

Darum wird er viele Prüfungen machen müssen: So wie er sich bei GNTM benommen hat, wird er selbstverliebt und kamerageil auftreten. Das wiederum wird die Zuschauer anrufen lassen.

Der Charmeur: Gut vorstellbar, dass „Honey“ versuchen wird, mit einer der Kandidatinnen anzubandeln, denn er sagt: „Das Flirten liegt mir im Blut.“

Sarah Joelle Jahnel

Deswegen ist sie bekannt: Zwei Mal ist sie als „DSDS“-Teilnehmerin gescheitert. Sarah Joelle Jahnel machte aber vor allem ein Geständnis schlagartig bekannt: Anfang 2016 behauptete sie, eine Liaison mit Moderator Oliver Pocher gehabt zu haben, der das vehement bestreitet.

Deswegen wird ihr jeder zuhören: Nicht nur in der Pocher-Affäre, auch bezüglich sexueller Abenteuer ihrer „DSDS“-Kollegen war sie oft indiskret Spannende Lagerfeuer-Gespräche!

Darum wird der Dschungel für sie hart: Zu RTL sagte Jahnel: „Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich ein kleines Sensibelchen bin und ab und an auch eine Diva sein kann.“

Jens Büchner

Deswegen ist er heute bekannt: Nach eigenen Angaben war der gebürtige Sachsen-Anhalter früher mal hauptamtlicher Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit und später Finanzwirt. Dann kam der ganz große Wurf: Als findiger Auswanderer in der „VOX“-Serie „Goodbye Deutschland“ wurde Jens Büchner bekannt, mittlerweile tingelt er als Schlagersänger durch mallorkinische Eckkneipen.

Darum fällt er aus dem Rahmen: Jens Büchner ist nur wenig glamourös, schwerlich kann man sich „Mallorca-Jens“ unter glitzernden It-Girls und Model-Boys vorstellen. Das birgt Konfliktpotenzial!

Deswegen ist er heimlicher Favorit: Der Büchner, das ist ein Mann des Volkes. Für den rufen Zuschauer auch mehrmals an!

Florian Wess

Wer? Laut RTL ist Florian Wess ein „It-Boy“. Angefangen hat alles bürgerlich, Wehrdienst, Ausbildung zum Bürokaufmann, Eventmanager im elterlichen Betrieb. Dann Teilnahme bei Big Brother und anderen TV-Shows, er ist nach eigener Aussage mit Paris Hilton befreundet und brachte 2016 zusammen mit Dschungelkollegin Lohfink die Single „Barbie Girl“ raus.

Warum er überraschen wird: Der 36-Jährige will kein „It-Boy“ mehr sein, denn er sei jetzt erwachsen und verwirkliche seine Ziele.

Was er uns bieten wird: Wess könnte zur Drama-Queen avancieren. Von einer Träne bis zum Heulkrampf könnte alles passieren. Aber wer weiß, vielleicht steht er jede Prüfung durch.

Thomas Hässler

Wer ist das nochmal? Thomas Häßler war mal Fußballer, sogar Weltmeister, damals 1990 in Italien. Und Europameister 1996. Aber das ist lange her. Im Moment ist er Cheftrainer beim Berliner Fußballverein „Club Italia 80“. Wo? Ja, genau.

Warum er keinen Ärger machen wird: Häßler ist ein harmoniebedürftiger Typ. Wenn es im Camp Streitigkeiten geben sollte, will er versuchen, sie schnell zu schlichten, sagte er vorab den Kameras von RTL. „Nur als Team ist man stark und daher werde ich versuchen alle im Camp zusammenzuhalten“. Warum er gute Chancen auf die Krone hat: „Weil ich mich mit Titeln auskenne“, sagt Häßler. Er hat auch kein Problem mit Reis und Bohnen, aber Respekt vor Wasser und Feuer. Könnte ihn das letztlich den Titel kosten?

Franziska Menke

Nie von ihr gehört? Dabei soll Franziska Menke doch 1982 zu den großen Stars der Neuen Deutschen Welle gehört haben. Ihre erste Single „Hohe Berge“ landete direkt in den deutschen Top Ten. Bis heute tritt „Fräulein Menke“ regelmäßig mit ihren NDW-Kollegen in Shows oder auf Partys auf.

Was können wir von ihr erwarten? Die Sängerin sagt „Ich hab auf jeden Fall Spaß daran, am Feuer zu sitzen und Privates, Pikantes, Persönliches auszuplaudern.“

Warum sie bei den Prüfungen nicht versagt: Die 56-Jährige hatte schon mal eine Kakerlake im Mund und da habe sie es nur etwas geschüttelt, sie sei keine Frau, die „iih“ schreit!

Hanka Rackwitz

Müssten wir sie kennen? Nee, das nicht. Wär aber möglich. Hanka Rackwitz arbeitet als Maklerin und wurde durch die Serie „mieten, kaufen, wohnen“ bekannt, im „Big Brother“-Container wohnte sie auch mal.

Das ist interessant: Rackwitz leidet unter verschiedenen Ängsten, Waschzwang, Kontrollzwang. Aber sie sagt, ob sie nun in ihrer Heimatstadt Mücheln in Sachsen-Anhalt oder in Australien Angst habe, mache für sie keinen Unterschied.

Chance auf den Titel: Groß, denn die Maklerin wirkt ungekünstelt sympathisch, sowas merken auch die Zuschauer.

Gina-Lisa Lohfink

Ihre Teilnahme ist gewagt: Von der ehemaligen „Topmodel“-Kandidatin wurde 2008 gegen ihren Willen ein pornografisches Video online gestellt. Lohfink behauptet, das Material zeige eine Vergewaltigung, die Hobby-Filmer bestreiten das – Strafverfahren, Gegenklage, eine kontroverse Debatte folgten. Unter dem Hashtag „teamginalisa“ schlugen sich Feministinnen auf die Seite der eher weniger feministisch geprägten Kunstfigur.

Deswegen wurde ihre Teilnahme angezweifelt: Wegen des Urteils der falschen Verdächtigung im Vergewaltigungsfall war in deutschen Medien erst von einem Einreiseverbot für Australien die Rede, doch das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.

Darum könnte sie die Krone tragen: Zahlreiche Anrufe aus dem „teamginalisa“ für Lohfink dürften sicher sein.

Markus Majowski

Das hat er schon geleistet: Markus Majowski blickt auf eine solide Komiker-Karriere zurück. Kleinere Rollen in Filmen wie „Sieben Zwerge – Männer allein im Wald“, größere in Comedy-Serien auf Sat 1 und RTL.

Darum steigt er jetzt in den Flieger: So viel hört und sieht man in letzter Zeit nicht mehr von Majowski. Seine Filmographie auf der großen Filmdatenbank IMDb verläuft nach 2014 im Nichts. Jetzt also der Schritt in den australischen Dschungel.

Warum er keine Siegchancen hat: Majowski hat ein Abitur, war auf der Schauspielschule, bespielt auch öfter mal Theaterbühnen, engagiert sich als Botschafter des Deutschen Kinderhilfswerks. Kurz: Der Mann ist eigentlich viel zu seriös für dieses Format! Und wird deswegen wohl schnell abgewählt.

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