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Ein Suchhund klettert durch die Trümmer.

Explosion in Dortmund

Mieter nach Explosion festgenommen

Ein Mieter des in Dortmund eingestürzten Hauses soll die Explosion vorsätzlich herbeigeführt haben. Die Polizei nimmt den 48-Jährigen fest. Retter suchen derweil nach einer vermissten Frau.

Eine bange Frage stellt sich nach stundenlanger Suche in den Trümmern eines Dortmunder Mietshauses: Liegt noch eine Frau in den Resten des fast komplett zerstörten Gebäudes? Zu einem verschütteten Zimmer konnten sich die Retter noch nicht vorarbeiten. Am Freitagnachmittag wird das Handy der Vermissten geortet, die Feuerwehr muss aber die Suche vorerst einstellen. Die Einsturzgefahr ist zu groß geworden. Das Technische Hilfswerk soll erst die Hauswände abstützen. Das wird wohl Stunden dauern.

Während die Retter auch am Abend in Scheinwerferlicht daran arbeiten, die Giebelwände der Nachbarhäuser zu sichern, melden Polizei und Staatsanwaltschaft ein schlimmes Ergebnis ihrer Ermittlungen. Ein Mieter aus dem eingestürzten Haus soll die Explosion vorsätzlich herbeigeführt haben. Die Ermittler nehmen den selbst schwer verletzten 48 Jahre alten Mann wegen des Verdachts des versuchten Mordes vorläufig fest.

Das Drama beginnt um 8.45 Uhr am Morgen. Eine ohrenbetäubende Explosion reißt eine Lücke in die alte Hausreihe in der Dortmunder Teutonenstraße. Schwere Trümmerteile fliegen durch die Luft, prasseln auf die Straße, auf Autos und in den Hinterhof. Die oberen Stockwerke des Hauses im ehemaligen Stahlwerks-Vorort Hörde sind weggerissen.

Ein Paar bekommt auf der Straße die Druckwelle zu spüren. Die Frau wird leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Trümmerteile haben sie aber wohl nicht getroffen. Zum Glück hatte auch schon die Schule angefangen, Kinder waren nicht mehr unterwegs. Auch der Spielplatz hinter dem Haus war noch leer.

Dann folgen Stunden der Sorge. Eine 36 Jahre alte Hausbewohnerin wird vermisst, sie war wohl auf Nachtschicht. Die Feuerwehr durchkämmt die Reste des einsturzgefährdeten Hauses. "Wir kommen aber nur langsam voran. Einige Räume sind verschüttet", sagt Feuerwehrsprecher André Lüddecke. Mit den Händen räumen Feuerwehrleute vorsichtig Ziegelstein um Ziegelstein zur Seite. Ein Suchhund klettert über die Trümmer, um Verschüttete aufzuspüren.

Von einem Kran inspizieren Feuerwehrmänner das eingestürzte Gebäude von oben. Auch eine Drohne mit Wärmebildkamera wird eingesetzt. Mit einem Horchgerät versuchen die Retter, Klopfgeräusche wahrzunehmen - zunächst ohne Erfolg. Statiker prüfen die Nachbarhäuser auf Einsturzgefahr. Ihre Bewohner werden von der Feuerwehr vorsorglich in Sicherheit gebracht.

In der Nacht vor der Explosion hatte es in dem Haus einen Polizeieinsatz gegeben. Ein Mann soll randaliert haben, wie Anwohner den "Ruhr Nachrichten" berichten. Ob es der Festgenommene ist, bleibt zunächst unklar. Die Ermittler machen keine weiteren Angaben.

Explosionen, meist von Gas verursacht, haben in der Vergangenheit immer wieder Opfer gefordert. Die nahezu vollständige Zerstörung eines Wohnhauses infolge einer gewaltigen Explosion ist nach Feuerwehr-Einschätzung aber ein sehr seltenes Ereignis. "Es ist und bleibt ein extremer Einzelfall", sagt Carsten-Michael Pix, Referent des Deutschen Feuerwehrverbandes. (dpa)

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