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Der „vergessene Astronaut“: Michael Collins, 2019 in Boston. dpa
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Der „vergessene Astronaut“: Michael Collins, 2019 in Boston.

Nachruf

Astronaut Michael Collins - Der Mann, der den Mond umkreiste

  • Pamela Dörhöfer
    VonPamela Dörhöfer
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Als Pilot der Apollo-11-Mission hat Michael Collins Geschichte als Astronaut geschrieben. Ein Nachruf.

Houston - Kennen Sie Michael Collins?“ So beginnt der Werbespot einer Bank, die den US-amerikanischen Astronauten als ihre „Inspiration“ nennt, weil er an einem gemeinsamen Ziel mitgearbeitet habe, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Eine Sichtweise, mit der Werbung einmal richtig liegt: Michael Collins, Pilot von Apollo 11, gilt als der „vergessene Astronaut“, sogar der damalige US-Präsident Richard Nixon vergaß ihn bei einer Liveschalte.

Und doch war er für das Gelingen der legendären Mondmission genauso wichtig wie seine beiden berühmt gewordenen Kollegen, die den Erdtrabanten betreten haben, Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch überhaupt, Buzz Aldrin als zweiter.

Am Mittwoch ist Michael Collins im Alter von 90 Jahren in Florida an Krebs gestorben. „Mike begegnete den Herausforderungen des Lebens stets mit Anmut und Demut, und genauso begegnete er auch dieser letzten Herausforderung“, heißt es in einer Mitteilung seiner Familie.

Astronaut Michael Collins: Seine erste Mission war Gemini 10, ein Programm zur Vorbereitung der Mondflüge

Buzz Aldrin, der letzte noch lebende Astronaut von Apollo 11, schrieb auf Twitter: „Lieber Mike, wo immer du gewesen bist oder sein wirst, du wirst immer das Feuer in dir haben, uns geschickt zu neuen Höhen und in die Zukunft zu bringen.“

Michael Collins, 1930 in Rom geboren, besuchte die US-Militärakademie und kam 1963 zur US-Raumfahrtbehörde Nasa, inspiriert durch John Glenn, der 1962 als erster Amerikaner die Erde in einem Raumschiff umkreiste. Collins’ erste Mission war Gemini 10, ein Programm zur Vorbereitung der Mondflüge.

Am 9. Januar 1969 gab die Nasa die Namen der Crewmitglieder von Apollo 11 bekannt, jener Mission, die erstmals Menschen auf den Mond führen sollte. Michael Collins bezeichnete die Gruppe später als „freundschaftliche Fremde“, weil sie nie so einen engen Zusammenhalt entwickelte wie andere Besatzungen.

Michael Collins und Apollo 11: Er sah dreißigmal die Erde an seinem Horizont aufgehen

Apollo 11 startete am 16. Juli 1969 Richtung Mond. Das Abzeichen der Mission, ein Adler, der zur Landung auf dem Mond ansetzt und in seinen Krallen einen Olivenzweig als Zeichen der friedlichen Absichten der Menschen trägt, hat Michael Collins selbst entworfen. Während Armstrong und Aldrin über den Mond spazierten, blieb er in der Kommandokapsel „Columbia“ zurück und kreiste mit ihr um den Mond, teilweise ohne jeglichen Funkkontakt.

„Du bist wahrscheinlich der Einzige weit und breit, der kein Fernsehen hat“, sagte ihm über Funk ein Mitarbeiter der Nasa, während eine halbe Milliarde Menschen das Geschehen auf dem Mond verfolgte. Dafür sah Collins dreißigmal die Erde an seinem Horizont aufgehen. Der Anblick der winzig kleinen Erde vor dem schwarzen Hintergrund sei ihm viel stärker in Erinnerung geblieben als der Mond, sagte Collins beim 50. Jahrestag der Mondmission 2019.

Collins verließ die Nasa 1970 und wechselte ins Außenministerium, kurz darauf wurde er erster Direktor des Smithsonian National Air and Space Museum in Washington. Er bedauere, dass er zu alt sei, um zum Mars zu fliegen, schrieb er später in seiner Autobiografie. „Aber ich denke immer noch, ich habe sehr, sehr viel Glück gehabt.“

Die Nasa-Astronauten von „Apollo 8“ fotografierten an Weihnachten 1968 den Aufgang der Erde - und bescherten der Menschheit ein ikonographisches Bild. Das ist nun über 52 Jahre her. (Pamela Dörhöfer)

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