Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sehen aus wie Gangster, sind aber von der mexikanischen Bürgerwehr.
+
Sehen aus wie Gangster, sind aber von der mexikanischen Bürgerwehr.

Bürgerwehren

Mexikos neue Hilfspolizei

  • Klaus Ehringfeld
    VonKlaus Ehringfeld
    schließen

Im Kampf gegen die Drogenkartelle werden in Mexiko neuerdings Bürgerwehren legalisiert. Auf dem Land übernehmen sie ganz offiziell Polizeiaufgaben.

Gut einen Monat nach Ausbruch der Kämpfe zwischen Bürgerwehren und dem Drogenkartell der „Tempelritter“ im kriselnden Bundesstaat Michoacán werden die Anwohnermilizen legalisiert. Die Bürgerwehren werden in die regulären Sicherheitskräfte eingegliedert und fungieren vorerst als ländliche Polizeieinheiten.

Darauf einigten sich am Montag überraschend die Zentral-Regierung, der Gouverneur von Michoacán, Fausto Vallejo, und die Bürgerwehren. Eine Aufnahme in die regulären Polizeieinheiten sei zu einem späteren Zeitpunkt möglich, sollten die Milizen-Mitglieder die Vertrauensprüfung bestehen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Raúl Plasencia, begrüßte die Einigung. „Nun wird sich die Spreu vom Weizen trennen und sich zeigen, wer in den Bürgerwehren legale und wer illegale Ziele verfolgt,“ betonte der Chef der Menschenrechtskommission CNDH.

In Mexikos westlichem Bundesstaat Michoacán war ein blutiger Konflikt zwischen der Drogenmafia und den hochgerüsteten Bürgerwehren entbrannt. Seit einem Jahr schon nehmen in mehr als einem Dutzend Gemeinden Anwohner-Milizen den Kampf gegen die Kartelle selbst in die Hand, weil sie vom Staat keine Hilfe mehr erwarten können oder die Polizei sogar mit den Kartellen unter einer Decke steckt. Die Bürgerwehren sind inzwischen schwer bewaffnet und stellen nach Expertenmeinung selbst ein Sicherheitsrisiko dar, da sie zunehmend außer Kontrolle gerieten.

Dem soll nun mit der Einigung Einhalt geboten werden. Demnach müssen die Bürgerwehren den Behörden Listen ihrer Mitglieder vorlegen und ihre Waffen registrieren lassen. Im Gegenzug verpflichteten sich die Sicherheitskräfte, die Anwohner-Wehren mit Telekommunikation und Fahrzeugen auszustatten.

In den vergangenen Wochen haben Bürgerwehren und später auch staatliche Sicherheitskräfte die „Caballeros Templarios“ (Tempelritter) weitgehend zurückgedrängt. Das regionale Kartell beherrschte weite Teile Michoacáns und handelt mit Drogen, kontrolliert den illegalen Handel mit Rohstoffen und erpresst Schutzgeld.

Michoacán ist zwischen mehreren Kartellen umkämpft. Der Staat ist für die Verbrecher-Syndikate attraktiv, weil dort das beste mexikanische Marihuana gedeiht und sich in den dünn besiedelten und bewaldeten Bergen Labore für synthetische Drogen verstecken lassen. Aber Michoacán ist nicht nur ein guter Platz für Rauschgiftherstellung, sondern liegt auch geografisch günstig nahe an den Häfen der Pazifikküste und an den Routen in den Norden Richtung USA.

Unterdessen haben Sicherheitskräfte einen Anführer der Tempelritter festgenommen. Dionisio Loya Plancarte alias „El Tío“ ging der Staatsmacht in Michoacáns Hauptstadt Morelia ins Netz. Plancarte ist der Onkel von Kartellchef Enrique Plancarte Solís. Er soll den Drogenhandel in Morelia kontrolliert und zu den fünf mächtigsten Chefs der Tempelritter gehört haben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare