Anti-Terror-Einheit ermittelt

Messer-Attacke in Paris: Innenminister spricht von „islamistischem Terrorakt“ – sieben Verdächtige verhaftet

  • Tim Vincent Dicke
    vonTim Vincent Dicke
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Bei einem Messer-Angriff in Paris nahe der ehemaligen „Charlie Hebdo“-Räume wurden zwei Menschen verletzt. Die Polizei riegelte Teile der Stadt ab.

  • Messer-Angriff in Paris: Journalisten werden attackiert.
  • Zwei Menschen werden nahe der alten Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“ verletzt.
  • Innenminister spricht von „islamistischem Terrorakt“

 +++ 22.29 Uhr: Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin hat die Messerattacke in der Nähe der ehemaligen „Charlie Hebdo“-Redaktion als „islamistischen Terrorakt“ bezeichnet. Es gebe kaum Zweifel, dass es ein weiterer „blutiger Angriff auf unser Land ist“, sagte er am Abend im französischen Fernsehen. Er habe die Polizeipräfektur außerdem gebeten, zu überprüfen, warum die Bedrohung in dieser Straße unterschätzt worden sei - auch wenn die Redaktion dort seit mehreren Jahren nicht mehr ihren Sitz habe.

Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete außerdem unter Berufung auf Justizkreise von fünf weiteren Festnahmen. Die Männer seien bei der Durchsuchung einer Wohnung in Pantin bei Paris festgenommen worden. Damit befinden sich nun sieben Verdächtige in Polizeigewahrsam. Am Freitagmittag waren zwei Menschen in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ mit einem Messer attackiert und verletzt worden.

+++ 16.26 Uhr: Die Polizei hat nach dem Messer-Angriff in Paris die belebte Gegend in der Nähe des Bastille-Platzes weiträumig abgesperrt, Spezialkräfte waren im Großeinsatz. Tausende Schüler durften ihre Klassen vorsorglich nicht verlassen.

Frankreichs Premierminister Jean Castex sagte bei einem Besuch am Tatort nahe der ehemaligen „Charlie Hebdo“-Räume, der Staat werde unermüdlich weiter „gegen den Terrorismus kämpfen“. Er bestätigte, dass es sich bei den beiden Opfern um Journalisten handelte. Sie seien „nicht in Lebensgefahr“, betonte er.

Der oberste Anti-Terror-Ermittler Heitz sprach von einem „Haupttäter“. Ein zweiter Mensch sei in Polizeigewahrsam, seine Verbindung zu dem Hauptverdächtigen werde noch überprüft. Der ursprüngliche Verdacht auf einen Sprengstoff-Fund nahe des Tatorts erhärtete sich laut Polizei nicht.

Messer-Angriff in Paris: Ein Verdächtiger soll 18 Jahre alt sein

+++ 15.23 Uhr: Laut dem französischen Radiosender „Europe 1 Radio“ soll einer der Festgenommenen ein 18-Jähriger sein. Ein Zeuge des Messer-Angriffs in Paris sagte gegenüber dem Sender: „Ich war in meinem Büro. Ich hörte Schreie auf der Straße. Ich schaute aus dem Fenster und sah eine Frau, die auf dem Boden lag und einen Schlag mit einer Machete ins Gesicht bekommen hatte.“

+++ 14.39 Uhr: Berichten zufolge hat es nach dem Messer-Angriff in Paris eine zweite Festnahme gegeben. Die zweite Person wurde im Bereich der Metrostation Richard-Lenoir in Nähe des Tatorts festgenommen, wie mehrere französische Medien übereinstimmend berichteten.

Messer-Angriff in Paris: Französische Polizisten eilen zum Tatort, nachdem in der Nähe des ehemaligen Büros des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo ein Angriff gemeldet wurde.

Paris: Messer-Angriff auf Journalisten möglicherweise Terrorakt – Staatsanwaltschaft ermittelt

+++ 14.05 Uhr: Nach dem Messer-Angriff in Paris gehen übereinstimmende Medienberichte nunmehr von zwei Verletzten aus. Vorher war von mindestens drei die Rede gewesen. Wie der Sender BFM TV herausgefunden haben will, handelt es sich bei den Verletzten um zwei Journalisten. Sie sollen beim Sender Premieres Lignes angestellt sein. Der Mitbegründer von Premieres Lignes bestätigte dies dem Sender. Man habe zuvor keinerlei Drohungen erhalten, betonte er.

Wie die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft in Paris klarstellte, besteht ein Terrorismusverdacht. Ermittlungen wurden eingeleitet.

Messer-Angriff in Paris: Mehrere Menschen verletzt – Schulen geschlossen

Update von Freitag, 25.09.2020, 13.30 Uhr: Nach dem Messer-Angriff in Paris nahe der alten Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ meldet die Polizei eine Festnahme. Doch noch gilt die Situation nicht als entschärft.

Noch immer herrscht in dem Bezirk von Paris nahezu Ausnahmezustand. Tausende Schülerinnen und Schüler dürfen die Schule aus Sicherheitsgründen vorerst nicht verlassen, meldete der Bürgermeister des Pariser Zentrums. Betroffen sind nicht nur Schulen im elften Arrondissement, in dem sich die alten Redaktionsräume von „Charlie Hebdo" befinden. Auch im dritten und vierten Arrondissement müssen Schülerinnen und Schüler vorerst im Gebäude bleiben.

Messer-Angriff in Paris: Nahe der alten Charlie-Hebdo-Redaktion werden mehrere Menschen verletzt

Erstmeldung von Freitag, 25.09.2020: Paris - Mitten in Paris wurden mehrere Menschen angegriffen. Dabei soll mindestens drei Menschen mit einem Messer verletzt worden sein. Der Vorfall hat sich am Freitagmittag (25.09.2020) in der Nähe der ehemaligen Redaktionsräume des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ ereignet, das erklärte Premierminister Jean Castex.

Paris: Mehrere Menschen bei Messer-Angriff verletzt – Mindestens Zwei Schwerverletzte

Mindestens zwei Menschen wurden nach Angaben des Premierministers beim Messer-Angriff schwer verletzt. Die Polizei forderte die Bevölkerung dazu auf, den Bereich im elften Arrondissement von Paris zu meiden. Nach Angaben des Senders BFM TV sind zwei mutmaßliche Täter auf der Flucht.

Mehrere Schulen, Kindergärten und Altenheime sollen als Vorsichtsmaßnahme geschlossen worden sein, berichtet BMF TV. Die Hintergründe des Vorfall in Paris sind noch unklar. Premierminister Castex erklärte, dass eine Krisensitzung einberufen worden sei.

Messer-Angriff in Paris nahe der alten Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“

Seit Septemberbeginn läuft der Terrorismusprozess um den blutigen islamistischen Anschlag auf „Charlie Hebdo“. Angeklagt sind 14 Menschen. Bei der mehrtägigen Anschlagsserie waren im Januar 2015 insgesamt 17 Menschen getötet worden waren. Die Anschläge trafen nicht nur die Redaktion von „Charlie Hebdo“, sondern auch einen koscheren Supermarkt in Paris. Die drei Täter wurden damals von Sicherheitskräften erschossen.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, in unterschiedlicher Weise bei der Vorbereitung der Anschläge geholfen sowie einer terroristischen Vereinigung angehört zu haben. In den meisten Fällen drohen Haftstrafen von bis zu 20 Jahren. Beschuldigte sollen beispielsweise Waffen besorgt oder eine Unterkunft zur Verfügung gestellt haben. „Charlie Hebdo“ hatte zuletzt erneut Mohammed-Karikaturen veröffentlicht und ist daraufhin wieder bedroht worden.

Rubriklistenbild: © ALAIN /AFP

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