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Bundeskanzlerin Angela Merkel muss auch für Aprilscherze herhalten.

Aprilscherze

Merkel im Schwangerschaftsurlaub

Alle Jahre wieder müssen sich gutgläubige Menschen darauf einstellen, nicht nur von Freunden, sondern auch von Medien und Interessenverbänden in den April geschickt zu werden. Eine kleine Auswahl.

Hamburg. Über eine vermeintliche Schwangerschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) berichtete der hessische Radiosender FFH. Demnach falle der errechnete Geburtstermin auf den 28. September, den Tag nach der Bundestagswahl. Bürger legten dem Bericht zufolge bereits am Berliner Kanzleramt Schnuller ab. Ein vermeintlicher Gynäkologe empfahl Merkel einen Kaiserschnitt, der "nach diesem glücklichen Tag" in Deutschland sicher in "Kanzlerschnitt" umbenannt werde. Etliche Hörer freuten sich einem FFH-Sprecher zufolge tatsächlich auf ein Kanzlerinnen-Baby.

Hamburg verkündete eine vermeintliche Übernahme Sylts. Ein Staatsvertrag mit Schleswig-Holstein sorge für einen neuen Zuschnitt der Verwaltungsgrenzen, erklärte die Senatspressestelle. Die bekanntlich bei Bürgermeister Ole von Beust (CDU) als Reiseziel beliebte Nordseeinsel werde so neuer Stadtteil der Hansestadt, die im Gegenzug noble Elbvororte wie Blankenese an den Kreis Pinneberg abgebe. Letztere bekämen damit das in Hamburg weniger beliebte Autokennzeichen "PI" (von bösen Zungen mit "Provinzidiot" übersetzt).

"Für mich geht ein Traum in Erfüllung", ließ Aprilscherz-Ideengeber von Beust erklären und stellte baldige Vor-Ort-Besuche im "neuen Stadtteil" in Aussicht. Ein Senatssprecher sagte am Mittwoch, es habe ernstgemeinte Rückfragen auch anderer Verwaltungsstellen gegeben, die sich bei der Planung übergangen fühlten.

Abwrackprämie auch für Alt-Fahrräder

Umweltverbände machten mit einem durchaus ernstgemeinten politischen Vorschlag von sich reden. Der Bund für Umwelt und Naturschutz und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) begrüßten eine vermeintlich von der Regierung angekündigte Abwrackprämie auch für Alt-Fahrräder. Bereits am Morgen gingen beim VCD laut einer Sprecherin mehr als 200 Anfragen von Bürgern ein, die sich unter anderem nach den Antragsmodalitäten erkundigen wollten.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) zählte vermeintliche Argumente für eine "Fat Tax" auf, also eine an den Body-Mass-Index (MI) gekoppelte Reform der Einkommensteuer. Dieses Steuersystem sei "für jeden an der Waage nachvollziehbar" und fördere die Gesundheit, warb das IW in Köln. Es schlug einen Beschluss noch in dieser Wahlperiode und rückwirkendes Inkrafttreten zum 1. April vor.

Wolfsresistente Karpaten-Schafe

Einen tierischen Aprilscherz erlaubte sich der Naturschutzbund, der die Ansiedlung von angeblich wolfsresistenten Karpaten-Schafen in der Lausitz vermeldete. Die alte rumänische Nutztier-Rasse zeichne sich durch ein starkes Gebiss aus und sei aggressiver als die deutschen Artgenossen. Besonders die von Wiederkäuern wenig genutzten Schneide- und Eckzähne wüchsen stilettartig aus. Die in Rumänien auch "Vampir-Schafe" genannten Tiere könnten in Wolfsregionen gefahrlos gehalten werden. Das Pilotprojekt in der Lausitz solle "das friedliche Miteinander von Schafen und Wölfen fördern", berichtete der Nabu.

Der "Tagesspiegel" fand pünktlich zum 1. April eine neue Aufgabe für den scheidenden Bahnchef Hartmut Mehdorn. Dieser werde bald den umstrittenen Chef der Berliner Verkehrsbetriebe ablösen, berichtete die Zeitung. Dies habe der Senat nach einem Geheimtreffen zwischen Bürgermeister Klaus Wowereit und Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (beide SPD) beschlossen.

Ein U-Boot für Kenia

Auch weltweit machten öffentliche Aprilscherze die Runde, etwa in Kenia. Der "Nairobi Star" berichtete von einem U-Boot, das Kenia angeblich anschaffen wolle, um die auch von Uganda beanspruchte Insel Migingo im Viktoria-See zu verteidigen.

"Daily Metro" schrieb, der Übergangspräsident von Madagaskar, der Ex-DJ Andry Rajoelina, werde bei einer Strandparty im kenianischen Badeort Malindi auflegen - vielleicht genau die richtige Veranstaltung, um den 1. April zu feiern.

Rituelles Begräbnis vor 70 Millionen Jahren

Eine sensationelle Entdeckung in der Wüste Gobi meldet die Frankfurter Rundschau. Bereits vor 70 Millionen Jahren hätten Tarbosaurier ihre Toten in Ei-Särgen bestattet. Grabbeigaben zeigten, dass sie Stoffe weben konnten.

Professor Jack Sparrow: "Unser Team hat mehrere Tarbosaurier ausgegraben, die von ihren Angehörigen eindeutig in eiförmigen Särgen bestattet wurden". Unter strenger Geheimhaltung werde derzeit am Fundort in der Wüste Gobi intensiv weiter gegraben. Erste Ergebnisse der neuen Suchstaffel sollen in genau einem Jahr am 1. April vorgelegt werden. (afp/fr)

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