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Deutsch und Persisch.

Konsulatsunterricht

Mehr Unterricht in der Herkunftssprache

Fünf Bundesländer haben keine staatlich organisierten Angebote.

Immer mehr Schüler besuchen Unterricht in der Herkunftssprache ihrer Eltern, der von deutschen Behörden organisiert wird. Gleichzeitig sinkt das Interesse an dem fremdsprachlichen Unterricht, den die Konsulate einiger Herkunftsländer anbieten. Dieser für die Schüler freiwillige „Konsulatsunterricht“ findet in staatlichen Schulen statt, wird aber von den Herkunftsländern selbst organisiert und bezahlt. Er ist 1964 eingeführt worden, mit dem Ziel, die Kinder von „Gastarbeitern“ auf die Rückkehr ins Heimatland vorzubereiten.

Wie der Mediendienst Integration nun herausgefunden hat, bieten inzwischen nur Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen gar keinen staatlich organisierten herkunftssprachlichen Unterricht an. In Bayern war er vor zehn Jahren abgeschafft worden „zugunsten einer Intensivierung der Deutschförderung“.

Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann von der CDU sagte dem Mediendienst, die Förderung von Deutschkenntnissen habe angesichts der weiter steigenden Zahl von Kindern mit Zuwanderungshintergrund an den Schulen Priorität.

In Berlin bieten nach Angaben des Bildungssenats aktuell sieben Konsulate Unterricht in der Herkunftssprache an, der von insgesamt 1733 Schülern besucht wird. Vor zwei Jahren waren es noch 2448 Schüler, die den Konsulatsunterricht nutzten.

Dass Berlin und andere Bundesländer ihr eigenes Angebot ausbauen, hat auch damit zu tun, dass man besonders im türkischen Konsulatsunterricht eine politische Einflussnahme fürchtet, die der Integration zuwider laufen könnte.

In Baden-Württemberg, wo Konsulatsunterricht in 14 Sprachen angeboten wird, sank die Zahl der teilnehmenden Schüler seit dem Schuljahr 2016/2017 um rund 6500 auf aktuell 35 417 Schüler. (dpa)

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