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Spielte sich in die Herzen der Kinogäste: Schauspielerin Meg Ryan.
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Spielte sich in die Herzen der Kinogäste: Schauspielerin Meg Ryan.

Everybody’s Darling

Meg Ryan: Die Königin der 90er wird 60

Wenige Schauspielerinnen haben das Genre der Romantischen Komödie so geprägt wie Meg Ryan. Autor und Fan Ben Bennett gratuliert von Herzen.

Was wäre, wenn Meg Ryan die Hauptrollen in den Filmen „Pretty Woman“, „Ghost“ und „Das Schweigen der Lämmer“ gespielt hätte? Angeboten wurden sie ihr, doch sie lehnt Anfang der Neunzigerjahre dankend ab. Stattdessen tapst Julia Roberts als die charmante Prostituierte Vivian Ward an der Seite von Richard Gere zu Weltruhm, während Demi Moore mit Patrick Swayze das Töpfern übt und Jodie Foster es mit dem menschlichen Monster Hannibal Lecter in Gestalt von Anthony Hopkins zu tun bekommt.

Gleichwohl legt sie in nur zehn Jahren eine beispiellose Karriere in und wird mit Welterfolgen wie „Harry und Sally“, „Schlaflos in Seattle“, „E-M@il für Dich“, „French Kiss“, „Stadt der Engel“ und „When a Man Loves a Woman“ zur Königin einer heute praktisch ausgestorbenen Filmgattung: der Romantic Comedy. Ryan ist Everybody’s Darling – und wird von Frauen und Männern auf der ganzen Welt gleichermaßen gemocht, verehrt und geliebt.

Das sympathische Girl Next Door aus Fairfield, Connecticut, wird neben Julia Roberts zur erfolgreichsten Schauspielerin einer Dekade. Ein Erfolg, garniert mit Spitzengagen von bis zu 15 Millionen Dollar. Die australische Pop-Band Savage Garden widmet ihr den Song „All around me“ – und sogar ein Haarschnitt wird nach ihr benannt: der Meg von Promi-Hairstylistin Sally Hershberger.

Die Meg-Ryan-Trilogie

Wer den kalten Herbst mit einer Tasse Tee auf dem Sofa verbringen will, kann sich mit Meg Ryan einer stimmungsvollen Unterhaltung gewiss sein. Die scherzhaft „Meg-Ryan-Trilogie“ genannten Filme von Drehbuchautorin Nora Ephron gelten schon seit ihrem Erscheinen als Trost für die kalte Jahreszeit. Viel Spaß!

Harry und Sally. 1989. Regie: Rob Reiner
Der Klassiker, den alle kennen. Harry (Billy Crystal) und Sally (Meg Ryan) streiten sich über Jahre hinweg über die Frage, ob Männer und Frauen wirklich befreundet sein können.

Schlaflos in Seattle. 1993. Regie: Nora Ephron
Der Sohn des kürzlich verwitweten Sam (Tom Hanks) ruft bei einer Talkshow an, um seinem Vater eine neue Frau zu suchen. Annie (Meg Ryan) verliebt sich in die Idee des romantischen Fremden.

E-M@il für dich. 1998. Regie: Nora Ephron
Noch einmal treffen Meg Ryan und Tom Hanks aufeinander. Hier allerdings als Geschäftsrivalen, die sich unwissentlich im Internet ineinander verlieben.

Die Neunzigerjahre werden für immer mit Meg Ryan verbunden ein. „Sie sind eine Rarität unter den Frauen, Kate“, sagt ihr in sie vernarrter Vorgesetzter in „Kate & Leopold“ zu ihr: „Sie sind wie ein Mann: Ein Mann, der die Frauen versteht – ihre Wünsche, ihre Neigungen. Sie verstehen sie – aber Sie gehören nicht wirklich dazu.“

Dazu passte auch ihr Markenzeichen – der graziöse Gang, dem immer etwas augenzwinkernd Burschikoses innewohnte, so als spiele sie die Lady nur, um uns ein bisschen auf den Arm zu nehmen.

Doch die Kino-Neunziger liegen hinter uns wie der goldgefärbte Traum eines perfekten Sommers. Die lebensfrohen romantischen Komödien sind nach und nach aus den Kinos verschwunden. Und so erzählt uns die Zeit nach dem unvergessenen Sommer der Neunziger eine neue, etwas trübere Geschichte: den zweiten Teil der Meg Ryan-Story.

Mit dem Film „Kate & Leopold“ erlebt sie Anfang der Zweitausender zwar noch ihren vorerst letzten größeren Erfolg – doch dieser fällt trotz einer Rekordgage deutlich bescheidener aus als der in den Neunzigern.

Privat beginnt das neue Jahrzehnt mit der Scheidung von ihrem Partner Dennis Quaid – eine zehnjährige mediale Traumehe zerbricht nach Meg Ryans Affäre mit Russell Crowe, die während der Dreharbeiten des Films „Proof of Life“ beginnt und nicht lange halten soll.

1989. Eine Freundschaft mit Spannungen.

Auf einmal ist Meg Ryan dort angekommen, wo normale Menschen leben – in der Realität. Ihren Fehltritt verzeiht das Publikum ihr nicht. Denn bis dahin ist sie nicht weniger als Hollywood’s Postergirl dafür, dass die große Liebe tatsächlich existiert. Doch nun ist sie der gefallene Star. Nichts kann sie plötzlich mehr richtig machen. Weder beruflich noch privat fasst die Doris Day der Neunziger wieder richtig Fuß. Zuletzt ist sie „on and off“ mit Sänger John Mellencamp liiert.

Beruflich geht sie mit dem Thriller „In The Cut“ ein Experiment ein, das gewaltig schiefgeht – Kritiker:innen wie Fans verreißen den Film, der für Meg Ryan einen Ausbruch aus ihrem üblichen Genre sein sollte. Auch ihre erste und einzige Regiearbeit mit „Ithaca“ löst mehr als zehn Jahre später keine Begeisterungsstürme aus und wirkt ein wenig aus der Zeit gefallen.

Aber was wäre, wenn sich Margaret Mary Emily Anne Hyra aus Fairfield, Connecticut, nie auf den Weg gemacht hätte, um Hollywood und die Herzen der Kinogängerinnen und Kinogänger dieser Welt zu erobern? Ist es zu viel verlangt, sich für einen Moment vor dieser Lebensleistung zu verneigen? Sich zu bedanken für all die wunderbaren Augenblicke, die uns diese Schauspielerin geschenkt hat? Als schlagfertige Sally Albright in „Harry und Sally“, als verträumte Annie Reed in „Schlaflos in Seattle“, als dem Alkohol verfallene Alice in „When a Man Loves a Woman“, als unsanft aus ihrem amerikanischen Traum geworfene Kate in „French Kiss“ an der Seite von Kevin Kline oder als Ärztin Maggie Rice, die sich in „Stadt der Engel“ in eben einen solchen Engel verliebt.

Meg Ryan wird nicht nur eine Ikone, sondern die Königin dieser goldenen Jahre bleiben. Am 19. November wird sie 60 Jahre alt. Happy Birthday!

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