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Boris Palmer
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Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, bei Maybrit Illner (ZDF). (Screenshot)

Bei Maybrit Illner im ZDF

Boris Palmer verurteilt Astrazeneca-Chaos – „Dreimal falsche Entscheidung getroffen“

  • Tobias Utz
    VonTobias Utz
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Jens Spahns Astrazeneca-Impfstopp ist aufgehoben, jede Menge Vertrauen zerstört: Im ZDF ging es bei Maybrit Illner um Auswege in der Corona-Krise.

Mainz – Der Corona-Impfstoff Astrazeneca kehrt in die Impfzentren der Republik zurück. Nach der Entscheidung, das Injizieren des britisch-schwedischen Impfstoffs tagelang auszusetzen, sorgte die Europäische Arzneimittelagentur mit ihrer Einschätzung am Donnerstagabend (18.03.2021) dafür, dass Gesundheitsminister Jens Spahn eine Impffortsetzung ankündigte.

Maybrit Illner (ZDF): Boris Palmer kritisiert Astrazeneca-Impfstopp

Diese Thematik bestimmte auch den TV-Talk von Maybrit Illner im ZDF im Nachgang von Spahns Statement. Der Tenor: Astrazeneca, das Problemkind der Impfkampagne. „Astra hat von Anfang ein Imageproblem gehabt“, betonte Frank Ulrich Montgomery, Chef des Weltärztebundes. Neben Montgomery kritisierte insbesondere Boris Palmer (Grüne) die Handhabung des Vakzins: „Wir haben dreimal die falsche Entscheidung im Umgang mit dem Astra-Impfstoff getroffen“, so Palmer. Zunächst habe die Zulassung des Corona-Impfstoffs zu lange gedauert, anschließend habe man Risikogruppen, wie alten Menschen, davon abgeraten und nun habe ein Impfstopp das Vertrauen in das Mittel zerstört, resümierte der Oberbürgermeister von Tübingen.

Palmers Einschätzung teilte Birgid Puhl. Sie ist Hausärztin und arbeitet derzeit in einem Impfzentrum in Hamburg. Bei Maybrit Illner erzählte sie verwundert vom vergangenen Montag (15.03.2021), als plötzlich der Astrazeneca-Impfstopp verkündet wurde: „Irgendwann während des Impfens kam über alle Ticker die Meldung über den Astra-Impfstoff, das war eine spezielle Situation“, so die Ärztin. Palmer übte zudem deutliche Kritik am Impfstopp und bezeichnete diesen als eine „sehr deutsche Entscheidung“. Bürokratie und Vorschriften seien für Deutschlands hinterherhinkende Rolle im Kampf gegen das Coronavirus verantwortlich: „Ich glaube, dass das ein Fehler ist, dass wir dadurch Sicherheit verlieren“, so Palmer im ZDF-Talk.

Gäste bei Maybrit Illner im ZDF-Talk
Boris Palmer (Grüne)Oberbürgermeister von Tübingen
Michael Müller (SPD)Reagierender Bürgermeister von Berlin
Frank Ulrich MontgomeryVorsitzender des Weltärztebundes
Corinna PietschVirologin, Leitern des Instituts für Virologie am Uni-Klinikum Leipzig
Birgid PuhlHausärztin
Wolfgang NiedeckenBAP-Sänger

Astrazeneca: Spahns Impfstopp aufgehoben – und nun?

Montgomery, der sich in den vergangenen Woche noch äußerst kritisch über den Astrazeneca-Impfstoff geäußert hatte, warb im TV-Talk schließlich für eine Art Impf-Aufbruch in Deutschland: „Wir müssen jetzt wieder Vertrauen aufbauen.“ „Man muss den Leuten ganz klar sagen: Bei der Impfung können von einer Million Leute vielleicht 13 schwere Erkrankungen bekommen, aber wenn wir eine Million nicht impfen, dann werden 5000 bis 10.000 sterben“, so Montgomery.

Sendung verpasst?

Hier können Sie den ZDF-Talk bei Maybrit Illner in der Mediathek anschauen.

Virologin Corinna Pietsch und Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller betonten im ZDF-Talk, dass man nun das Positive herausziehen müsse. Pietsch bezeichnete die gründliche Überprüfung des Astrazeneca-Vakzins aus Transparenzgründen als notwendig, ebenso wie erneute Freigabe des Impfstoffs. „Ich glaube, wir können das mit Tempo wieder aufholen, wir müssen aber auch Dinge generell verändern“, erklärte anschließend Müller – und forderte, dass nun der Fokus auf Erstimpfungen gelegt werden müsse. Dafür sei eine Ausdehnung des Zeitraums bis zur zweiten Impfung notwendig. Zudem warf er ein, dass die Hausärzte miteinbezogen werden müssten. Bezüglich dieses Aspekts beraten Bund und Länder am Freitag (19.03.2021) auf dem Impfgipfel. Im Vorfeld dessen warb beispielsweise Bayerns Ministerpräsident Markus Söder für Impfungen mit dem russischen Mittel Sputnik V. (tu)

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