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Die Frage, wie oft der Bundestags-Kammerjäger zum Einsatz kommt, ließ die Parlamentsverwaltung zunächst unbeantwortet.

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Die Maus im Hohen Haus

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  • Jan Sternberg
    Jan Sternberg
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Im Bundestag gehen ungebetene Besucher ein und aus.

In den Gebäuden des Bundestages sind Tiere verboten. Es gibt allerdings Lebewesen, die sich partout nicht an das Verbot halten wollen: Immer wieder stoßen Abgeordnete und ihre Mitarbeiter auf Mäuse. Die kleinen Nager sind kaum zu vertreiben. Schon kursiert auf Twitter der hübsche Hashtag #Bundestagsmaus.

In den Büros des Bundestages gehen ungebetene Besucher aller Sicherheitsmaßnahmen zum trotz also ein und aus. Unter besagtem Hashtag teilte nun etwa die Linken-Abgeordnete Anke Domscheit-Berg mit, dass ihr Büro die bereits 19. Maus in anderthalb Jahren gefangen habe.

Die Büros von Domscheit-Berg liegen im Erdgeschoss, das macht den unerlaubten Einstieg für die kleinen Nager anscheinend einfacher. Die Abgeordnete und ihre Mitarbeiter haben eine Lebendfalle installiert und setzen die Mäuse im benachbarten Tiergarten wieder aus. Drei der Tiere lagen aber leider tot in der Falle.

Das Problem mit der Maus im Hohen Haus ist nicht neu: Der 2017 ausgeschiedene Parlaments-Veteran Hans-Christian Ströbele von den Grünen hatte in seinem Büro ebenfalls eine Maus. Diese habe sich von Krümeln jener Teilchen ernährt, die auf seinem Boden lagen, sagte Ströbele dem RND. „Andere haben mir das nie geglaubt – bis ich die Maus mal fotografiert habe.“ Einen Kammerjäger habe er nicht gerufen, fügte der Ex-Politiker hinzu. „Ich wollte nicht, dass sie umgebracht wird“, so Ströbele.

Die Frage, wie oft der Bundestags-Kammerjäger zum Einsatz kommt, ließ die Parlamentsverwaltung zunächst unbeantwortet. Schämen müsste sich die Verwaltung nicht dafür: Auch in der ältesten Demokratie der Welt haben Abgeordnete Probleme mit Mäusen – Westminster Palace in London gilt als wahres Mäuseparadies.

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