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Matthias Maurer fliegt als Esa-Astronaut zur ISS – an Bord einer Raumkapsel von SpaceX.
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Matthias Maurer fliegt als Esa-Astronaut zur ISS – an Bord einer Raumkapsel von SpaceX.

Esa-Astronaut

Matthias Maurer fliegt als erster deutscher Astronaut mit SpaceX zur ISS

  • Tanja Banner
    VonTanja Banner
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Matthias Maurer fliegt als vierter deutscher Astronaut zur ISS. Geplant sind mehr als 100 Experimente, deren Ergebnisse auf der Erde von Nutzen sein sollen.

Köln – Noch ist Matthias Maurer jenseits von Raumfahrt-Kreisen kaum bekannt – doch das dürfte sich bald ändern. Der 51-Jährige wird der nächste Deutsche sein, der als Astronaut zur Internationalen Raumstation (ISS) fliegt – und das bringt traditionell viel Aufmerksamkeit mit sich.

Etwa sechs Monate wird der Doktor der Materialwissenschaften in der Schwerelosigkeit leben und arbeiten. Vor Maurer besuchten erst vier Astronauten aus Deutschland die ISS, zuletzt Alexander Gerst, der 2014 und 2018 ins Weltall flog und bei seinem letzten ISS-Aufenthalt sogar für einige Zeit Kommandant der Raumstation war.

In seine Fußstapfen wird Matthias Maurer treten – doch bei der Mission „Cosmic Kiss“, wie Maurer sie getauft hat, wird einiges anders sein als noch bei Alexander Gerst. Das beginnt bereits vor dem Start ins Weltall. Während Gerst nach Kasachstan reisen musste, um im russischen Weltraumbahnhof Baikonur in eine Sojus-Kapsel zu steigen, wird Maurer in die entgegengesetzte Richtung aufbrechen: in die USA.

Denn Matthias Maurer wird Teil der Crew-3 von SpaceX sein, der dritten planmäßigen ISS-Crew, die von einer Crew-Kapsel von SpaceX ins All gebracht wird. Starten soll die Kapsel vom geschichtsträchtigen Startplatz 39A im Kennedy Space Center in Florida. Von hier sind sämtliche „Apollo“-Missionen der Nasa zum Mond gestartet und auch die Space Shuttles starteten von diesem Startplatz, bis das Programm eingestellt wurde.

Esa-Astronaut Matthias Maurer fliegt mit SpaceX zur ISS

Gemeinsam mit den Nasa-Astronaut:innen Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron wird Matthias Maurer die Crew-Kapsel von SpaceX besteigen und laut aktuellem Plan am 31. Oktober 2021 zur ISS aufbrechen. Dort wird der deutsche Esa-Astronaut auf einen Kollegen treffen: Thomas Pesquet, Esa-Astronaut aus Frankreich, ist Teil der Crew-2 von SpaceX und soll kurz nach der Ankunft der neuen Astronaut:innen zur Erde zurückkehren.

Deutsche Astronauten auf der ISSZeit auf der ISS
Thomas Reiter171 Tage ab Juli 2006
Hans Schlegel12 Tage im Februar 2008
Alexander Gerst165 Tage ab Mai 2014 und 197 Tage ab Juni 2018
Matthias MaurerStart für 31. Oktober 2021 geplant

An Bord der ISS warten auf Matthias Maurer mehr als hundert Experimente, die durchgeführt und überwacht werden müssen – etwa ein Drittel davon stammt aus Deutschland. Unter anderem wird Maurer bei seinem täglichen Sportprogramm einen speziellen Anzug zum Muskelaufbau tragen, der durch elektrische Impulse die Muskeln stimulieren soll. Außerdem wird Maurer mit der künstlichen Intelligenz CIMON zusammenarbeiten und auch Experimente aus der Materialforschung durchführen.

Der deutsche Esa-Astronaut Matthias Maurer (l.) mit seinen Nasa-Kolleg:innen Raja Chari, Thomas Marshburn und Kayla Barron.

Matthias Maurer: Astronaut betreut mehr als 100 Experimente auf der ISS

Beispielsweise wolle man versuchen, den Prozess der Zementherstellung zu verbessern, heißt es bei der Esa. Der Hintergrund: Bei der Herstellung von Zement wird viel klimaschädliches CO2 freigesetzt. „Der Grund, weswegen wir Raumfahrt machen, ist nicht, um tolle Persönlichkeiten wie Matthias Maurer auf die ISS zu bringen, sondern um das Leben auf der Erde zu verbessern“, erklärt deshalb auch Walther Pelzer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Astronaut Matthias Maurer wurde an zwei Raumanzügen ausgebildet

Fünf Jahre lang hat die Ausbildung als Astronaut für Matthias Maurer gedauert: Neben der Grundausbildung und dem Überlebenstraining gab es für den künftigen Esa-Astronauten auch eine Neuerung: Er wurde am amerikanischen und dem russischen Raumanzug ausgebildet.

„Das ist ein sehr intensives Training, ein sehr hartes Training“, erinnert sich Maurer. „Das Training unter Wasser ist körperlich und mental anstrengend. Ich muss konzentriert sein und meine Sicherheit im Blick haben – ich möchte nicht wegdriften und als Weltraumschrott enden.“ Im Weltall angekommen werde er dann „hoffentlich der erste Esa-Astronaut sein, der von der ISS mit einem russischen Raumanzug aussteigen darf“, erklärt er weiter.

Bisher sind Astronauten der europäischen Raumfahrtorganisation Esa mit den Raumanzügen der USA aus der ISS ausgestiegen. Doch Maurer soll den europäischen robotischen Arm in Betrieb nehmen, der kürzlich gemeinsam mit dem neuen russischen ISS-Modul Nauka auf der ISS ankam.

Dabei soll er den russischen Raumanzug tragen und muss auf Russisch kommunizieren. „Mein Russisch ist nicht ganz so fit wie mein Englisch, aber die russischen Kollegen sind sehr offen und hilfsbereit“, erzählt Maurer. Der Roboterarm soll es den Astronaut:innen künftig ermöglichen, im russischen Segment der ISS Experimente von innen nach außen zu transportieren.

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Voraussichtlich bis April 2022 soll Matthias Maurer an Bord der ISS leben und forschen, dann kehrt seine SpaceX-Kapsel zur Erde zurück. Maurer wird nach derzeitiger Planung von einer Esa-Kollegin abgelöst, die bereits einmal im Weltall war: Die Italienerin Samantha Cristoforetti wird nach ihrer Ankunft auf der ISS für einige Zeit das Kommando übernehmen. (tab)

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