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Maskenpflicht im Supermarkt? Aldi, Lidl, Rewe und Edeka nehmen Stellung

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Von: Julian Kaiser

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Sollten die Inzidenzen wieder steigen, könnte sich für Kunden auch der Einkauf im Supermarkt verändern. Darauf bereitet sich auch der Einzelhandel vor.

NRW – Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher werden sich wohl noch dran erinnern: Mund-/Nasenschutz im Gesicht, Hygienespender am Eingang sowie Markierungen vor den Kassen, damit der Mindestabstand eingehalten werden kann. Im kommenden Herbst und Winter könnten diese Corona-Hygienemaßnahmen das Einkaufserlebnis in Supermärkten und Discountern wieder maßgeblich mitprägen. Aldi, Lidl, Rewe und Edeka äußern sich dazu auf RUHR24-Anfrage nun eindeutig.

Landesregierung NRWKoalition aus CDU und Grünen
MinisterpräsidentHendrik Wüst
Minister für Arbeit, Gesundheit und SozialesKarl-Josef Laumann

Landesregierung NRW entscheidet sich gegen schärfere Corona-Schutzmaßnahmen

Vom 1. Oktober 2022 bis zum 1. April gelten laut der Bundesregierung neue Corona-Schutzmaßnahmen. Das bedeutet beispielsweise sowohl im öffentlichen Personenverkehr für Fahrgäste ab 13 Jahren als auch für den Zutritt zu Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen eine FFP2-Maskenpflicht.

Neben den bundesweit geltenden Corona-Regeln könnten die einzelnen Bundesländer weitergehende Maßnahmen beschließen, erklärt die Bundesregierung. Dazu zählt mitunter eine Maskenpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen, wie zum Beispiel in Supermärkten und Discountern.

Doch genau das macht die Landesregierung in NRW nicht. „Schärfere Schutzmaßnahmen sind derzeit nicht verhältnismäßig“, heißt es.

Einkaufstour bei Aldi, Lidl, Rewe und Edeka vorerst weiterhin ohne Masken möglich

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärt, dass „die Zahlen im Vergleich zum Frühsommer“ aktuell „niedrig“ seien. Entsprechend wären „verbindlich vorzuschreibende schärfere Schutzmaßnahmen (...) derzeit nicht verhältnismäßig“.

Tatsächlich liegt die aktuelle 7-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen 90 Tagen laut dem RKI bei 346,7 (Stand: Mittwoch, 5. Oktober 2022). Neben Bielefeld, Paderborn, Soest, Olpe, dem Rhein-Sieg-Kreis und Heinsberg sind im Ruhrgebiet aktuell besonders Mülheim an der Ruhr, Duisburg, Oberhausen, Bottrop, Gelsenkirchen, Herne, Bochum und dem Ennepe-Ruhr-Kreis von höheren Inzidenzen zwischen 200 und 300 betroffen, berichtet auch der WDR.

Gesundheitsminister Laumann bittet Bürgerinnen und Bürger weiter um Vorsicht

Wer sich nun aber sorglos in den nächsten Lidl, Edeka oder Rewe auf Shoppingtour begeben will, sollte gewarnt sein. Schließlich bedeute der Verzicht „auf eine zwingende, generelle Maskenpflicht in Innenräumen (...) nicht, dass es aktuell keine Risiken“ gebe, so Laumann weiter.

Er betont im gleichen Atemzug, dass man durch das Tragen einer Maske „nach wie vor die eigene Gesundheit und die seiner Mitmenschen“ schütz. Weiterhin appelliert der NRW-Gesundheitsminister an die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger.

Supermärkte und Discounter warten Ländervorgaben ab

Vor dem Hintergrund der Vorgaben der Landesregierung NRW äußern sich Aldi Nord und Süd, Rewe, Edeka sowie die Schwarz-Gruppe auf RUHR24-Anfrage eindeutig zu einer möglichen Maskenpflicht. Der Tenor: Man richte sich nach den geltenden Länder-Vorgaben, setze die jeweiligen regional gültigen Allgemeinverfügungen sowie der Corona-Arbeitsschutzverordnung um und stehe im Austausch mit den zuständigen Behörden und Gesundheitsämtern.

Dementsprechend werden Kundinnen und Kunden in NRW-Filialen von Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe und Edeka vorerst weiter keine Masken tragen müssen. Auf ausreichend Abstand sollten sie eigenständig achten und Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen.

Aldi Nord kann diverse Maßnahmen „kurzfristig umsetzen“

Edeka beobachte „die Entwicklungen sehr genau“, während unter anderem die Schwarz Gruppe als Mutterkonzern von Lidl und Kaufland „zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage zu künftigen Entwicklungen treffen“ möchte, berichtet auch echo24. Aldi Süd verweist auf seine immer noch vorhandenen Desinfektionsstationen an den Einkaufswagenboxen sowie im Eingangsbereich.

Mit Argusaugen schauen die Supermärkte und Discounter auf die jeweils geltenden Regeln und scheinen auf eine mögliche Einführung von härteren Corona-Schutzmaßnahmen vorbereitet zu sein. Aldi Nord versichert, man könne „durch die Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren (...) diverse Maßnahmen kurzfristig umsetzen“.

Ein Hinweisschild vor einem Supermarkt, das auf die Maskenpflicht verweist.
In NRW müssen Kundinnen und Kunden vorerst noch keine Masken beim Einkauf tragen. © Sven Simon/Imago

Supermärkte und Discounter halten sich mit Blick auf konkrete Planungen noch bedeckt

Sprich: Sollte die Landesregierung NRW wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen beschließen und eine höhere Gefahrenstufe ausgerufen werden, dann wird auch der Einkaufsbummel bei Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe und Edeka höchstwahrscheinlich wieder nur mit einer Maske möglich sein. Und vielleicht auch mit kürzeren Öffnungszeiten, wie wa.de berichtet. Daran wird sich die Kundschaft ebenso wieder gewöhnen müssen wie an die allgemein rasant steigenden Lebensmittelpreise.

Dann werden wohl auch wieder überall mitunter Hygienespender, Bodenmarkierungen sowie gegebenenfalls sogar zusätzliches Personal im Eingang der einzelnen Filialen auf die Kundschaft warten. Zu ihren konkreten Planungen wollten Aldi, Rewe, Edeka und die Schwarz-Gruppe allerdings keine genauen Angaben machen.

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