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„Viele Kinder nicht geimpft“: WHO warnt vor weltweiten Masern-Ausbrüchen

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Von: Alina Schröder

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Weltweit werden immer mehr Masern-Fälle gemeldet – besonders Kinder sind betroffen. Die WHO befürchtet viele weitere Ausbrüche.

Genf – Die Masern-Fälle steigen derzeit auf der ganzen Welt stark an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht deshalb insbesondere Millionen Kinder in Gefahr, das berichtete sie am Mittwoch (27. April) in Genf. Unter anderem spielen die Corona-Pandemie und der Ukraine-Konflikt dabei eine Rolle.

Die Zahl der gemeldeten Masern-Fälle sei in den ersten beiden Monaten im Jahr 2022 um 79 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum. Die Ursache für den Anstieg ist der WHO zufolge, dass zu viele Kinder nicht geimpft worden sind. Dabei sei eine Masern-Erkrankung durch eine Impfung vermeidbar. In Deutschland gilt seit 2020 eine Masern-Impfpflicht.

Masern-Ausbrüche nehmen weltweit zu – WHO warnt

Das Risiko großer Masern-Ausbrüche habe sich besonders in den letzten Monaten erhöht, weil durch die Corona-Impfkampagnen andere vorgesehene Impfungen hinten angestellt wurden. Laut WHO haben beispielsweise einige Länder Mittel, die für Masern-Impfungen vorgesehen waren, anderweitig einsetzen müssen.

Zudem gebe es durch Kriege und Konflikte Millionen Vertriebene in der Ukraine, Äthiopien, Somalia und Afghanistan, deren Kinder auf der Flucht nicht geimpft werden und die oft eng zusammenleben. Wenn die wegen Corona eingeführten Abstandsregeln aufgehoben werden, drohen zudem größere Ausbrüche der hochansteckenden Virus-Krankheit.

Weltweit steigt die Zahl der Masern-Ausbrüche. Die WHO sieht besonders für Kinder eine Gefahr.
Weltweit steigt die Zahl der Masern-Ausbrüche. Die WHO sieht besonders für Kinder eine Gefahr. © Alejandro Ernesto/dpa

Besonders Kinder von Masern betroffen: So gefährlich ist eine Infektion

Masern werden durch Tröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen. Betroffene haben erst Grippe-Anzeichen, dann einen Hautausschlag. Typische Komplikationen sind Mittelohr- und Lungenentzündungen. In schlimmen Fällen kann es auch zu einer Gehirnentzündung und einem tödlichen Verlauf kommen. Außerdem ist bei Infizierten das Immunsystem deutlich geschwächt, weshalb sie sich schneller andere Krankheiten zuziehen können. Vor allem tritt die Krankheit bei Kindern auf, kann aber auch Erwachsene noch treffen.

Im Januar und Februar sind der WHO zufolge 17.338 Masern-Fälle gemeldet worden. 2020 hätten 23 Millionen Kinder die üblichen Schutzimpfungen nicht bekommen, so viele wie seit 2009 nicht mehr. Zwischen April 2021 und April 2022 habe es 21 größere Masern-Ausbrüche gegeben, die meisten davon in Afrika und der östlichen Mittelmeerregion. Vermutlich sei die Dunkelziffer aber noch deutlich höher, weil die Meldesysteme vielerorts unterbrochen wurden. Die größten Ausbrüche gab es in Somalia, Jemen, Nigeria, Afghanistan und Äthiopien. (as/dpa)

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