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Blumen erinnern an der Einsturzstelle an die Todesopfer.

1 Jahr nach Häusereinsturz

Marseille erinnert an die Toten

Vor einem Jahr starben beim Einsturz zweier baufälliger Häuser im Zentrum von Marseille acht Menschen. Bis heute ist die Kritik an den Behörden nicht verstummt.

Ein Jahr nach dem Einsturz zweier Wohnhäuser mit acht Toten in Marseille gedenkt die südfranzösische Hafenmetropole der Opfer. Mehrere hundert Menschen versammelten sich am Dienstagmorgen unweit der Unglücksstelle und schwiegen acht Minuten lang in Erinnerung an die Toten, wie der Sender France 3 berichtete.

Bürgermeister Jean-Claude Gaudin hielt eine Zeremonie im Rathaus ab. „Diese Tragödie hat mich wie nie zuvor in meiner politischen Karriere geprägt, sie hat alle Menschen in Marseille auf tiefste Weise berührt“, erklärte er. Eine Gedenktafel mit den Namen der Opfer soll an die Tragödie erinnern.

In den Trümmern suchten Retter tagelang nach Überlebenden.

Die beiden baufälligen Häuser im Zentrum der Stadt waren vor einem Jahr eingestürzt. Tagelang wurde in den Trümmern nach Überlebenden gesucht. Die Retter bargen acht Leichen. Die Wohnungspolitik der Stadt geriet schwer in Kritik. Verbände, Anwohner und Politiker bemängelten öffentliche Untätigkeit. Viele Häuser in Marseille sind in einem besorgniserregenden Zustand. Die Situation, in der die beiden eingestürzten Gebäude waren, sei lange bekannt gewesen, hieß es damals.

Auch ein Jahr später ist die Kritik nicht verstummt. Die Stadt gibt an, nach dem Unglück rund 3000 Menschen vorsorglich aus einsturzgefährdeten Häusern evakuiert zu haben. Einwohnervereine beklagen, dass immer noch Tausende Menschen in nicht sicheren Gebäuden lebten. Sie monieren außerdem, dass zahlreiche Menschen noch in Hotels untergebracht seien und dass sich nicht richtig um die Betroffenen gekümmert werde. (dpa)

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