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Tod von Rayan (5): Ungesicherte Brunnen sorgen für Kritik in Marokko

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Von: Sophia Lother, Delia Friess

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Ein Junge in Marokko sitzt tagelang in 32 Metern Tiefe fest. Nach der Rettungsaktion sind die schlimmsten Befürchtungen nun traurige Gewissheit: Rayan ist tot.

Update vom Montag, 07.02.2022, 12.45 Uhr: Der fünfjährige Rayan ist am Samstag (05.02.2022) nach mehreren Tagen aus einem 32 Meter tiefen Brunnen geborgen worden. Allerdings kam jede Hilfe für den kleinen Jungen zu spät. Er starb kurze Zeit nach der Rettungsaktion.

Nach der Bergung wurde Rayans Leiche in ein Militärkrankenhaus nach Rabat gebracht, so die Aussage eines Cousins. Was genau zum Tod des Jungen geführt hat, ist derzeit noch unklar. Ein Obduktionsbericht ist bislang noch nicht veröffentlicht. Die Beerdigung des Jungen soll in seinem Heimatdorf Ighrane im Norden Marokkos stattfinden. Dort ereignete sich die Tragödie, wie ein lokaler Beamter und ein Verwandter der Familie gegenüber der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. Ein genaues Datum ist noch nicht bekannt.

Marokkanische Rettungskräfte tragen den fünfjährigen Rayan in einen Krankenwagen, nachdem er geborgen wurde.
Marokkanische Rettungskräfte tragen den fünfjährigen Rayan in einen Krankenwagen, nachdem er geborgen wurde. © Fadel Senna/AFP

Der Junge war am Dienstagnachmittag (01.02.2022) in einen ungesicherten Brunnen in der Nähe seines Zuhauses in einem Dorf rund 150 Kilometer nördlich der Stadt Fes gefallen (s. Erstmeldung). Wegen der Dürre und Wasserknappheit in der Region seien viele Brunnen ohne Genehmigung gegraben worden, erklärte ein Politiker in der marokkanischen Provinz Chefchaouen. Die Nördliche Beobachtungsstelle für Menschenrechte in Marokko kritisierte die lokalen Behörden. Das Problem mit den ungesicherten Brunnen durch illegale Bohrungen sei schon lange bekannt. Vor allem für Kinder seien die tiefen Schächte eine Gefahr.

Marokko: Rayan (5) stirbt nach Tagen in tiefem Brunnen

Update vom Sonntag, 06.02.2022, 6.25 Uhr: Trotz großer Anstrengungen ist die Hilfe für den fünfjährigen Rayan in Marokko nicht mehr rechtzeitig gekommen. Das Rettungsteam habe den Jungen am Samstagabend zwar aus dem 32 Meter tiefen Brunnen geborgen, meldete die staatliche marokkanische Nachrichtenagentur MAP. Der Junge sei aber kurze Zeit später für tot erklärt worden. König Mohammed VI. habe den Eltern in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen, hieß es in einer Erklärung des Königshauses.

Fernsehaufnahmen zeigten, wie die Helfer den Jungen aus einem Rettungstunnel in einen wartenden Krankenwagen trugen. Der Junge war am Dienstagnachmittag in einen ungesicherten Brunnen in der Nähe seines Zuhauses in einem Dorf rund 150 Kilometer nördlich der Stadt Fes gefallen (s. Erstmeldung). Rayans Familie hörte schließlich sein Wimmern und ließ ein Telefon an einem Seil in die Tiefe zu ihm hinab. Trotz der nur langsam vorankommenden Rettungsaktion hofften viele bis zum Schluss auf ein Wunder.

Rettungskräfte gruben einen Verbindungstunnel zu dem in einen Brunnen gefallen Jungen Rayan.
Rettungskräfte gruben einen Verbindungstunnel zu dem in einen Brunnen gefallen Jungen Rayan. © Fadel Senna/afp

Marokko: Nach Bergung aus 32 Meter Tiefe - Rayan (5) ist tot

+++ 22.23 Uhr: Nach seinem Sturz in einen tiefen Brunnen in Marokko hat das Königshaus den Tod des fünfjährigen Rayan bestätigt. König Mohammed VI. habe den Eltern in einem Telefonat sein Beileid ausgesprochen, hieß es in einer Erklärung des Königshauses. Der Junge war am Dienstagnachmittag in der Nähe seines Zuhauses in den 32 Meter tiefen Schacht gefallen.

+++ 22.04 Uhr: Der fünfjährige Junge Rayan ist aus dem Brunnen gerettet worden, wie nun auch die New York Times und CNN einstimmig berichten. Damit geht eine tagelange Rettungsaktion zu Ende. Der Junge sei einem Ärzteteam übergeben worden. In welcher Verfassung er sich befinde, sei jedoch zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht bekannt. „Es ist schwierig etwas über seinen Zustand zu sagen... , aber wir haben große, große Hoffnungen“, sagt Abdelhadi Tamarani, der Teil des Rettungsteams ist, am Samstagabend (05.02.2022).

Der Fünfjährige war am Dienstag (01.02.2022) in den engen, ausgetrockneten Brunnen in der Nähe des Elternhauses in einem abgelegenen Dorf im Norden von Marokko gefallen. Der Unfall sei „in einem Moment der Unachtsamkeit“ passiert, erzählte Rayans Vater örtlichen Medien. Er habe gerade den Brunnen instand setzen wollen.

Update vom Samstag, den 05.02.2022, 18.30 Uhr: Der kleine Rayan wurde offenbar von einem Rettungsteam gefunden, wie die Nachrichtenseite le360fr twitterte. Ein Ärzteteam des Zivilschutzes mit einem Beatmungsgerät übernimmt demnach nun, um den Jungen auf einer Trage aus dem Brunnen über den horizontalen Verbindungstunnel zu holen.

Rettungskräfte sind offenbar nur wenige Zentimeter von dem fünfjährigen Rayan entfernt.
Rettungskräfte sind offenbar nur wenige Zentimeter von dem fünfjährigen Rayan entfernt. © Fadel Senna/afp

Dramatischer Rettungseinsatz: Kind seit Tagen in 32 Meter tiefem Brunnen gefangen

Erstmeldung vom Freitag, den 04.02.2022, 12.00 Uhr: Bab Berred – Es ist ein Kampf gegen die Zeit. Seit Dienstag (01.02.2022) sitzt ein kleiner Junge in einem 32 Meter tiefen Brunnen fest. Die Rettungskräfte in Marokko setzen alles daran, das fünfjährige Kind so schnell wie möglich zu befreien.

Der kleine Rayan war am Dienstag versehentlich in den engen, ausgetrockneten Brunnen in der Nähe des Familienhauses in einem Dorf unweit der marokkanischen Ortschaft Bab Berred in der Provinz Chefchaouen gefallen. Der Unfall sei „in einem Moment der Unachtsamkeit“ passiert, schilderte Rayans Vater lokalen Medien. Er habe gerade den Brunnen instand setzen wollen.

Kind fällt in Brunnen und ist tagelang eingeschlossen – Rettungsarbeiten in Marokko schwierig

Die Rettungsarbeiten wurden am Donnerstagabend rund um den Brunnen intensiviert, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Sie könnten bis zum Morgen andauern. Die Rettungsteams, die seit mehr als zwei Tagen im Einsatz sind, konnten nicht direkt in den Brunnen hinabsteigen, da „sein Durchmesser nicht mehr als 45 Zentimeter beträgt“, sagte der Leiter der Rettungsaktion, Abdelhabi Temrani, dem staatlichen Fernsehsender Al Oula. Der Nachrichtenagentur MAP zufolge konnten die Rettungskräfte „Wasser und Sauerstoff über Schläuche zu Rayan“ bringen.

Seit Dienstag (01.02.2022) sitzt der kleine Junge in dem Brunnen fest.
Seit Dienstag (01.02.2022) sitzt der kleine Junge in dem Brunnen fest. © AFP

Die Einsatzkräfte konnten demnach bereits einen „mehr als 27 Meter“ tiefen Schacht graben. Es werde gehofft, „in den nächsten Stunden auf 32 Meter zu kommen, bevor eine horizontale Verbindung von drei Metern zwischen dem Loch und dem Brunnen gegraben wird, um das Kind zu bergen“. Ein Ärzteteam wurde demnach entsandt, um „erste Untersuchungen und Wiederbelebungsmaßnahmen an dem Kind durchzuführen, sobald es gerettet ist“. Ein Hubschrauber steht bereit, um das Kind in ein nahe gelegenes Krankenhaus zu fliegen.

Kind fällt in Brunnen: Rettungskräfte in Marokko sehen nur eine Möglichkeit, es zu retten

Die Rettungskräfte hätten auch überlegt, „den Durchmesser des Brunnens zu vergrößern, aber das war aufgrund der Beschaffenheit der Erde, die zu einem Erdrutsch führen könnte, nicht möglich“, erklärte Regierungssprecher Mustapha Baitas. Die einzige Lösung bestand demnach darin, um den Brunnen herum zu graben.

Der Vorfall, der in ganz Nordafrika im Netz große Anteilsnahme hervorruft, erinnert an das Schicksal des zweijährigen Julen in Spanien 2019.* Der Junge war damals 100 Meter tief in ein Bohrloch von nur 25 Zentimeter Durchmesser gefallen. Erst nach 13 Tagen wurde die Leiche des Jungen entdeckt. (slo/AFP) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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