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Der Bundesgerichtshof hat am Mittwoch (15.01.2020) den Haftbefehl gegen Elmar J. aufgehoben - er war beschuldigt, die Waffen für den tatverdächtigen Stephan Ernst besorgt zu haben.

Markus H. weiter in Haft

Mordfall Lübcke: Haftbefehl gegen einen möglichen Komplizen aufgehoben

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  • Kathrin Meyer
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Wendung im Mordfall Walter Lübcke: Der Bundesgerichtshof hat den Haftbefehl gegen Elmar J. aufgehoben - ihm war vorgeworfen worden, die Waffen für Stephan Ernst besorgt zu haben.

  • Wendung im Mordfall Lübcke: Der Haftbefehl gegen einen Komplizen von Stephan Ernst wurde aufgehoben.
  • Im Sommer wurden Markus H. und Elmar J. wegen Beihilfe in U-Haft genommen.
  • Markus H. wurde durch eine erneute Aussage von Stephan Ernst schwer belastet -  der mutmaßliche Waffenhändler Elmar J. wurde aus der U-Haft entlassen.

Update, 15.01.2020, 15.45 Uhr: Im Fall des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat der Bundesgerichtshof am heutigen Mittwoch (15.01.2020) den Haftbefehl gegen Elmar J. aufgehoben. J. wurde der Beihilfe zum Mord an Walter Lübcke beschuldigt.

Mordfall Lübcke: Elmar J. soll die Waffen für Stephan E. besorgt haben 

Eine schriftliche Begründung des Gerichts steht noch aus. Elmar J. war im Juni 2019 in Untersuchungshaft genommen worden. Ihm wurde vorgeworfen, dem tatverdächtigen Stephan Ernst im Jahr 2016 die spätere Tatwaffe verkauft zu haben. 

Der 65-jährige Walter Lübcke war am 02.06.2019 spätabends vor seinem Wohnhaus mit einem Kopfschuss getötet worden. Der CDU-Politiker war in rechten Kreisen verhasst, weil er eine humanitäre Aufnahme von Flüchtlingen befürwortete.

Erneute Aussage zum Mordfall Lübcke: Stephan Ernst belastet Markus H.

Stephan Ernst selbst hatte erst vergangene Woche mit seiner erneuten Aussage für Wirbel gesorgt - darin gab er an, dass nicht er, sondern sein weiterer Komplize Markus H. Walter Lübcke versehentlich erschossen haben soll*.

Erstmeldung, 09.07.2019, 17.12 Uhr: Von der Bundesanwaltschaft hieß es: Man könne diese Information nicht dementieren.

Markus H. und Elmar J. wird Beihilfe zum Mord am Kasseler Regierungspräsidenten vorgeworfen, beide sitzen in Untersuchungshaft. Markus H. soll Stephan Ernst den Kontakt zu Elmar J. hergestellt haben. Der wiederum soll dann Ernst die Tatwaffe verkauft haben. Markus H. und Stephan Ernst sollen sich in den 1990er-Jahren in der rechtsextremen Szene kennengelernt haben. Beide waren an einem Angriff von Rechtsextremen auf die DGB-Kundgebung in Dortmund 2009 beteiligt.

Auch waren Ernst und Markus H. seit vielen Jahren Mitglieder im Schützenclub 1952 Sandershausen. Das bestätigte der Vorsitzenden Reiner Weidemann auf Anfrage. Auch wenn die beiden Mitglieder als unauffällig beschrieben werden, müssten sie zumindest über den Verein in den vergangenen Jahren regelmäßig Kontakt gehabt haben.

Fristlose Kündigung für Stephan Ernst

Der Arbeitgeber von Stephan Ernst, ein Kasseler Mobiltechnikhersteller, hat dem Verdächtigen fristlos gekündigt, bestätigte ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage. Markus H. soll vor fünf Jahren als Leiharbeiter für einen kürzeren Zeitraum bei dem Unternehmen beschäftigt gewesen sein, heißt es.

Ob auch die beiden Personen, deren Wohnungen in Helsa und Fuldabrück zuletzt durchsucht worden waren, beim selben Arbeitgeber beschäftigt sind, wollte das Unternehmen nicht kommentieren.

Lesen Sie dazu: Fall Lübcke: Rätsel um gefundenen Skoda im Kasseler Stadtteil Forstfeld

Elmar J. soll Stephan Ernst die Tatwaffe im Mordfall Walter Lübcke verkauft haben. Nun lebt er wieder in Natzungen. Die Dorfbewohner sind verunsichert.

(mit dpa)

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