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Nordmazedonien will Marihuana legalisieren.
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Nordmazedonien will Marihuana legalisieren.

Drogenpolitik

Mittel gegen Corona-Krise: Region legalisiert Marihuana

  • vonThomas Roser
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Ein Mittel gegen die Corona-Krise? Nordmazedonien will Marihuana legalisieren.

Das vermeintliche Drogenschreckensbild in den fernen Niederlanden taugt für Nordmazedoniens Premier Zoran Zaev als Beispiel und Vorbild. Gefragt, ob aus Skopje mit der Legalisierung des Marihuanakonsums ein zweites Amsterdam werden solle, nahm der 46-jährige Sozialdemokrat kürzlich gegenüber dem mazedonischen Dienst der „Deutschen Welle“ kein Blatt vor den Mund: „Warum nicht? Das ist das Ziel.“

Besonders am Ohrid-See und in der Hauptstadt könne der kontrollierte Verkauf und Konsum von Cannabis „der Gastronomie und dem Tourismus helfen“, wie er sagt. „Dies ist Teil eines Wirtschaftspakets, auf das wir große Hoffnung setzen.“

Bereits im Jahr 2016 hatte der sonnenverwöhnte Balkanstaat den Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke legalisiert. Fast alle der offiziell zugelassenen Unternehmen bauen Marihuana bisher ausschließlich für den Export an – meist mit Hilfe ausländischer Investoren. So ist Trajce Zaev, ein Vetter des Premiers, Geschäftsführer des früheren Gemüseproduzenten MAM, der sich mit Hilfe slowenischen Kapitals inzwischen auf den Anbau von Cannabis spezialisiert hat.

Marihuana-Legalisierung: Öffentliche Debatte steht an

Der Regierung sei vor allem an der Monopolisierung des Cannabisanbaus durch Investoren aus dem eigenen Dunstkreis gelegen, lautete die Kritik nach der Teillegalisierung. „Dieses Land hat großes Potenzial“, schwärmte hingegen der in Kanada beheimatete US-Marihuanamogul Mike Straumeties nach einer Skopje-Visite im vergangenen Jahr: „Ich bin begeistert, an dessen Umwandlung in eine Cannabis-Supermacht beteiligt zu sein!“

Nach dem Willen von Zaev soll nun die völlige Freigabe des Konsums von Marihuana den bitterarmen Balkanstaat aus dem Jammertal der Corona-Krise führen – und zudem vermehrt Hanftouristinnen und -touristen in das küstenlose Binnenland locken. Man wolle sich bei den rechtlichen Regelungen an Amsterdam orientieren, so der Premier.

Zuvor müsse über seine „Idee“ allerdings eine öffentliche Debatte geführt werden. Die Entscheidung sei noch nicht definitiv: Falls eine Mehrheit seiner Landsleute dagegen sein sollte, werde der Vorschlag zurückgezogen.

Marihuana-Legalisierung: Auch in Kroatien wird debattiert

Außer der Stimulierung des Tourismus könne die Legalisierung des Marihuanakonsums auch der Verminderung der Kriminalität dienen, sagt Justizminister Bojan Maricic. Sollte ein entsprechendes Gesetz verabschiedet werden, müsse es „konsequent“ angewandt werden. Dabei müsse vermieden werden, dass „jeder die Entkriminalisierung auf die eigene Weise interpretiert“.

Nordmazedonien ist in der Region keineswegs der einzige Staat, der den Genuss von Marihuana gänzlich legalisieren möchte. In Kroatien wird seit Februar über eine Gesetzesvorlage debattiert, die den kommerziellen Hanfanbau weitgehend legalisieren und volljährigen Marihuanaliebhaberinnen und -Liebhabern das Halten einer einstelligen Zahl von Cannabispflanzen für den Privatkonsum gestatten soll.

Auch Albanien, das in Europa als einer der größten Produzenten von illegal angebautem und vertriebenem Cannabis gilt, will sich seinen Anteil am Kuchen des expandierenden Weltmarkts für Medikamente auf Marihuanabasis sichern. Die Zeit sei reif für Albaniens Einstieg in den lukrativen Markt, kündigte Premier Edi Rama im Mai ein Gesetz zur Legalisierung eines kontrollierten Cannabisanbaus für medizinische Zwecke an.

Bürgerrechtler:innen bezweifeln indes, dass Albaniens schwache Staatsinstitutionen den Schattensektor tatsächlich wirksam kontrollieren können. Rama wolle sich vor der Parlamentswahl im kommenden Jahr nur die Stimmen der Familien sichern, die vom Cannabisanbau leben, argwöhnt die Opposition.

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