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Die Schauspielerin Maren Kroymann.

Maren Kroymann

Maren Kroymann wird 65

Sie war "Nachtschwester Kroymann", die Pfarrersfrau von Robert Atzorn und singt auf der Bühne den Soundtrack ihrer Jugend. Maren Kroymann erreicht das Rentenalter. Aber nur theoretisch.

Gerade hat sie den Prix Pantheon bekommen, in der Kategorie "reif und bekloppt". In der Laudatio zum Kabarettpreis stellte Elke Heidenreich fest: "Sie kann singen, tanzen, schauspielern, denken, schreiben - und auf der Bühne ist sie einfach eine Granate." Am 19. Juli wird Maren Kroymann 65.

Wohl niemand hat Sabine Christiansen und Verona Pooth so schön parodiert wie sie. Fernsehzuschauer kennen die Berliner Schauspielerin aus Serien wie "Oh Gott, Herr Pfarrer", "Vera Wesskamp", "Mein Leben und ich" oder Doris Dörries "Klimawechsel".

Kabarettfans lieben sie für Shows wie ihr erstes Solo "Auf Du und Du mit dem Stöckelschuh" von 1982, die "Gebrauchten Lieder" oder aktuell "In My Sixties". Darin feiert sie mit dem Sound und den Liedern von damals 50 Jahre Pubertät, im Glamourlook.

Eigentlich wollte die Tübinger Professorentochter, die mit vier älteren Brüdern aufwuchs, Lehrerin werden. Es kam anders: Nach Auslandsaufenthalten und Theater in der Heimat wurde sie Kabarettistin. Als "Nachtschwester Kroymann" war sie in den 90er Jahren die erste Frau, die eine eigene Satireshow in der ARD bekam, allerdings ohne regelmäßigen Sendeplatz.

Feministisch-herbe Sketche

Ihre feministisch-herben Sketche über piepsige Frauchen und das Begrabscht-Werden im Büro findet sie nach wie vor aktuell. "Es entpuppt sich, dass ich vor 20 Jahren Dinge geschrieben habe, die genau in die jetzige Situation passen, was Frauen und Karriere angeht."

Feministin und Lesbe: Das sind für Kroymann keine Etiketten, mit denen sie verschämt umgehen würde. Als eine der ersten prominenten Frauen in Deutschland hatte sie 1993 im "Stern" ihr Coming-Out, damals ein mutiger Schritt. Bis heute ist Kroymann eine der wenigen, die selbstbewusst und gerne über ihr Lesbisch-Sein sprechen. Sie glaubt, dass sich noch viele verstecken. "Das sehen Sie an der Tatsache, dass Sie an einer Hand abzählen können, wer sich geoutet hat", sagt Kroymann, die Single ist, im dpa-Interview.

Im Moment dreht sie "Divorce", eine neue RTL-Serie. Mit Walter Sittler stand sie für das ZDF-"Herzkino" vor der Kamera, als Geschäftsfrau, die sich in späten Jahren verliebt: "Er ist ein Prachtkerl", schwärmte sie bei den Dreharbeiten. In "Winnetous Weiber" (ARD) wird sie als spröde Adelige namens Elisabeth zu Hallbach-Süren zu sehen sein. Für die Geschichten auf den Spuren der Winnetou-Filme in Kroatien lernte sie das Reiten, immerhin ohne Sturz.

Voller Terminkalender

Gerne würde Kroymann wieder in einem unbequemen Film mitspielen wie im preisgekrönten Drama "Verfolgt" (2006) von Angelina Maccarone. Eine bemerkenswerte Rolle: Eine Bewährungshelferin lässt sich auf eine sadomasochistische Beziehung mit einem 16-Jährigen (Kostja Ullmann) ein. Leichtere Kinokost war 2009 die Bestsellerverfilmung "Maria, ihm schmeckt's nicht".

Von Maren Kroymann wird man noch viel hören und sehen. Vor dem 65. sieht ihr Terminkalender recht voll aus. "Ich will ja arbeiten, bis ich tot umfalle. Ich will auch sehr alt werden bei bester Gesundheit." Den Geburtstag feiert sie auf einer Bootsfahrt in Berlin, mit einem Kollegen, der 40 wird. (dpa)

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