+
Party-Touristen in Magaluf.

Mallorca

Kampfansage an den Sauftourismus

  • schließen

Benimmregeln für Urlauber gibt es auf Mallorca bereits ohne Ende. Neue Vorgaben des Torismusministers richten sich nun an die Unternehmer.

Der Sauftourismus, sagte vor einem Jahr die damalige Tourismusministerin der Balearen, Bel Busquets, sei ein vergleichsweise „kleines Problem“ mit einem „großen Medienecho“. Busquets ist heute keine Ministerin mehr. Ihr Nachfolger Iago Negueruela hat am Freitag ein neues Regelwerk gegen den Sauftourismus auf Mallorca und Ibiza vorgestellt. Das soll, nun aber wirklich, „Umstände beenden, die Unbehagen auslösen und das Bild des Reiseziels beeinträchtigen“.

Die Verordnung, die im Laufe dieser Woche in Kraft tritt, ist so etwas wie ein Benimmregelwerk für Unternehmer. Nicht für alle. Die Verordnung gilt vorerst nur an der Playa de Palma in Arenal, in Magaluf und im sogenannten West End von Sant Antoni de Portmany auf Ibiza. Dort wird offenbar besonders viel gesoffen.

Folgendes soll sich dort ändern: Läden, die Alkohol verkaufen, müssen von 21.30 Uhr bis 8 Uhr schließen. Außerdem werden die sogenannte Happy Hour und alle sonstigen Sonderangebote für den Alkoholkonsum in Kneipen verboten. Das schließt den Pub crawl ein: organisierte Kneipentouren mit Festpreis ohne Trinklimit. Zudem dürfen an den drei Stränden keine Partyboote mehr anlegen, Werbung für sie ist verboten, es werden keine neuen Lizenzen mehr vergeben.

Eine Sonderregel betrifft eine der Folgen hohen Alkoholkonsums: die Lust, von Balkonen zu springen, im besten Fall hinab ins Schwimmbecken, manchmal daneben, was hin und wieder zu Todesfällen geführt hat. Verboten war das schon immer. Jetzt müssen Balkonspringer, die sich nicht das Genick gebrochen haben, sofort des Hotels verwiesen werden, und zwar überall auf den Inseln.

Tourismusminister Negueruela sagt, dass kein anderes europäisches Reiseziel vergleichbare Regeln zur Eindämmung des Sauftourismus aufgestellt habe. Wenn nötig, sollen sie auf weitere Gemeinden ausgedehnt werden. Die Balearen haben von Januar bis November 2019 einen minimalen Rückgang der Zahl ausländischer Besucher erlebt. Es kamen 13,55 Millionen Gäste, das entspricht einem Minus von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare