Urlaub und Corona

Corona auf Mallorca: Spanien steht vor zweiter Welle - Familie aus Cottbus positiv getestet

  • Tobias Möllers
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    Isabel Wetzel
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Sommerurlaub trotz Corona: Mallorca macht den Ballermann dicht, Spanien steht vor einer zweiten Welle. Eine Familie aus Cottbus wurde jetzt positiv auf Corona getestet.

  • In den Sommerferien reisen viele Deutsche nach Mallorca an den Ballermann und in andere europäische Urlaubsregionen.
  • Politiker und Wissenschaftler mahnen zur Vorsicht im Sommerurlaub während der Coronavirus-Pandemie.
  • Mallorca macht den Ballermann dicht - und auch manche anderen Strände müssen bereits wieder schließen.

Update vom Mittwoch, 29.07.2020, 16.42 Uhr: Während am Ballermann auf Mallorca die Behörden angesichts großer Gruppen feierwütiger Menschen schnell eingriffen und zahlreiche Lokalitäten kurzerhand wieder schlossen, wird am Goldstrand in Bulgarien weiter hemmungslos gefeiert – trotz Corona.

+++ 20.20 Uhr: Eine vierköpfige Familie ist nach ihrer Rückkehr von der Ferieninsel Mallorca positiv auf das Coronavirus getestet worden - zeigt aber bisher keine Anzeichen einer Erkrankung. Die Familie habe derzeit keine Covid-19-Symptome, sagte der Sprecher der Stadt Cottbus, Jan Gloßmann, auf Anfrage. Wo sich die Familie infiziert hat - möglicherweise auf der Insel oder im Flugzeug - ist bisher unklar. Die Rückverfolgung möglicher weiterer Infizierter laufe auf Hochtouren.

Corona-Tests für Mitarbeiter eines Großmarktes

Update vom Freitag, 24.07.2020, 12.30 Uhr: Die Gesundheitsbehörden auf Mallorca starten am Freitag (24.07.2020) eine großangelegten Corona-Testung von Mitarbeiter*innen eines Großmarktes auf der Insel: Rund 1.900 Mitarbeiter von Mercapalma sollen auf Covid-19 getestet werden, berichtet Diario de Mallorca.

Mercapalma, ein 380.000 Quadratmeter großer Großhandel, an der Flughafen-Autobahn gelegen, versorgt ganz Mallorca, vor allem Groß- und Zwischenhändler auf der Insel mit frischen Lebensmitteln, darunter mit Fleisch, Fisch und frischem Gemüse. Auf dem Gelände befindet sich auch Palmas Schlachthof. Die Tests sollen präventiv durchgeführt werden. Zuvor war auch in deutschen Großmärkten vermehrt das Corona-Virus ausgebrochen.

Das spanische Königspaar besucht einen Großmarkt in Madrid.

Hoher Anstieg an Neuinfektionen im Norden von Spanien - zweite Welle in Spanien befürchtet

Mallorca denkt über eine Einreisebeschränkung für Reisende aus Katalonien nach. Im Norden Spaniens, besonders in Barcelona , gelten seit kurzem wieder verstärkte Corona-Maßnahmen aufgrund eines starken Anstieges von Neuinfektionen. Es ist der stärkste Anstieg von Neuinfektionen seit dem Ende des Notstandes Mitte Juni. Auf Mallorca bleibt die Zahl der Neuinfektionen konstant, wie die Mallorca-Zeitung berichtet. Es habe in den vergangenen 24 Stunden rund 5 Neuinfektionen gegeben, vermeldete das Gesundheitsamt am Donnerstag (23.07.2020).

Corona: Tourismus auf Mallorca wegen Lockdown stark eingebrochen

Der Corona-Lockdown hat die Hoteliers auf Mallorca stark belastet: Das nationale spanische Statistikamt meldete am Donnerstag (23.07.2020), dass sich nur etwa 8 Prozent der Personen auf Mallorca aufhielten, die im Jahr zuvor noch die Insel besuchten. Dieses Jahr gab es nur noch rund 850 Arbeitnehmer in der Hotelbranche. Zum Vergleich: Im letzten Jahr waren rund 60.000 Menschen beschäftigt. Seit dem 21. Juni dürfen Touristen wieder einreisen. Mittlerweile sind auch Michael Douglas und seine Frau Catherine Zeta-Jones für ihren jährlichen Sommerurlaub auf Mallorca angekommen. Das berichtet die spanische Zeitung El País. Die Hollywood-Stars veröffentlichten auch einen Post auf Instagram.

Lauterbach befürchtet, dass Zwangs-Quarantäne für Mallorca-Urlauber notwendig wird

+++ 17.51 Uhr: Nachdem eine vierköpfige Familie nach ihrer Rückkehr von der Ferieninsel Mallorca positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, läuft nun die Suche nach Kontaktpersonen - nicht nur in Deutschland.  Wo sich die Familie infiziert hat - möglicherweise auf der Insel oder im Flugzeug - ist bisher unklar. Die Rückverfolgung möglicher weiterer Infizierter laufe auf Hochtouren. Um die Infektionskette zurückzuverfolgen, habe das Gesundheitsamt auch Kontakt zur Fluggesellschaft und nach Spanien aufgenommen, sagte der Stadtsprecher. Das sei ein Routineverfahren.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält es derweil nicht für ausreichend, nur Flugreisende aus Risikogebieten bei ihrer Rückkehr auf das Coronavirus zu testen. Im Gespräch mit dem ARD-Nachrichtenkanal „tagesschau24“ sagte er, man müsse Reiserückkehrer allgemein auffordern, sich Tests zu unterziehen. Außerdem sei es nötig, auch Rückkehrer aus Nicht-Risikogebieten zu testen. Der „Bild“-Zeitung sagte Lauterbach: „Wenn Mallorca so weitermacht und zum Risikogebiet wird, werden wir um eine Zwangs-Quarantäne nicht herumkommen.“ Bis dahin müssten alle Mallorca-Rückkehrer zum Test aufgefordert werden.

Mallorca-Urlauber feiern ausgelassene Strandpartys

+++ 12.53 Uhr: Nachdem wegen ausgelassener Feiern (auch) deutscher Touristen Lokale in der sogenannten „Bierstraße“ und der „Schinkenstraße“ sowie in Magaluf von den spanischen Behörden wieder geschlossen wurden, haben feierwütige Mallorca-Urlauber schnell ein neues Ziel ausgemacht: Wie das „Mallorca Magazin“ unter Berufung auf die Lokalpolizei berichtet, treffen sich junge Leute nun zu Trinkgelagen an den Stränden von Magaluf und Santa Ponça.

Problematisch daran sind vor allem zwei Punkte:

  • Zum einen feiern die Mallorca-Touristen dort trotz Corona ohne Mindestabstand und Masken.
  • Zum anderen sehen die Strände nach den nächtlichen Festivitäten komplett vermüllt aus. Die Polizei fordere Anwohner daher dazu auf, die Ordnungshüter sofort zu verständigen, wenn sie solche Menschenansammlungen sehen.
Prall gefüllte Mülltonnen am Strand von Mallorca. Nachdem die spanischen Behörden mehrere Bars wieder geschlossen haben, weichen feierwütige Touristen an den Strand aus.

Unterdessen gibt es neue Informationen zu der deutschen Familie, die sich auf Mallorca mit dem Coronavirus angesteckt hat: Die Familie sei nach ihrem Urlaub am vergangenen Sonntag per Flugzeug nach Nürnberg und von dort mit dem Auto nach Cottbus gereist. Das berichtet die dpa unter Berufung auf die Stadt Cottbus.

Mallorca: Infizierte deutsche Familie und Kontaktpersonen sind in Quarantäne

Die Bestätigung einer Corona-Infektion ergab sich dann durch einen von einem der Arbeitgeber der Eltern veranlassten Test. In der Stadt Cottbus sind das die ersten offiziell registrierten Corona-Fälle seit dem 12. April.

Update vom Donnerstag, 13.07.2020, 08.45 Uhr: Eine vierköpfige Familie aus Cottbus soll sich während ihres Urlaubs auf Mallorca mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Stadt Cottbus habe mitgeteilt, dass die Familie am Sonntag (19.07.2020) von der Insel zurückgekehrt sei und vom Arbeitgeber routinemäßig getestet wurde. Der Test sei positiv ausgefallen, wie t-online.de berichtet. Mallorca gilt derzeit nicht als Risikogebiet.

Aktuell befinden sich die Familie sowie die Kontaktpersonen in Quarantäne, Symptome sollen bei keinem Familienmitglied aufgetreten sein. Die Zahl der bestätigten Corona-fälle in Cottbus steigt damit auf 43.

Wirte auf Mallorca gehen gegen Ballermann-Schließung wegen Corona vor

Leere Gassen in Magaluf im Süden Malllorcas. Die spanischen Behörden haben die Schließung mehrerer Bars in Touristen-Hotspots angeordnet.

Update, Dienstag, 19.30 Uhr: Wirt*innen von Lokalen an der Playa de Palma und Magaluf haben angekündigt, gegen die erneuten Schließungen auf Mallorca am Ballermann vorzugehen. Die Entscheidung der balearischen Regionalregierung wolle man nicht einfach so hinnehmen, berichtet das Mallorca Magazin.

Mallorca in Corona-Zeiten: Touristenverband beschwert sich

Der Verband der Nachtlokale Abone habe gemeinsam mit dem Verband der touristischen Einzelhändler Acotur eine Beschwerde gegen die Maßnahmen in der betroffenen Bier- und Schinkenstraße und der Gegend Punta Ballena eingelegt.

Als Begründung zitierte das Mallorca Magazin eine Vertreterin des Verbands der Nachtlokale Abone: „Damit werden auch diejenigen, die sich an die Regeln halten, geschädigt.“ Auch der Präsident von Abone äußerte sich gegenüber der spanischen Nachrichtenagentur Europa Press: „Wir reden über Schließungen ganzer Straßen, von Geschäftsverboten von Etablissements, die über eine Lizenz verfügen. Das kann nicht angehen.“

Corona auf Mallorca: Einzelne Strände werden wieder geschlossen

Update, 21:45 Uhr: Mallorca empfängt trotz der Corona-Krise wieder Gäste. Vor allem unter deutschen Touristen ist die spanische Urlaubsinsel beliebt. Doch weil immer mehr den Sommer am Meer verbringen wollen, müssen einzelne Strände wieder schließen.

An den Stränden auf Mallorca ist trotz Corona einiges los - manche mussten bereits wieder schließen.

In Cala Molins, einer kleinen Bucht ganz im Norden der Insel, musste der Strand am Wochenende geschlossen. Das berichtet das „Mallorca Magazin“. Auch der ebenfalls nördlich gelegene „Playa Formentor“ habe fast wieder schließen müssen. Ähnliches gelte für die Strände unweit der Hauptstadt Palma de Mallorca.

Corona auf Mallorca: Verstöße gegen Maskenpflicht können teuer werden

Update vom Montag, 20.07.2020, 14.32 Uhr: Wer auf Mallorca gegen die Maskenpflicht verstößt, dem drohen von heute an Bußgelder. Eine strengere Maskenpflicht gilt auf den Balearen zwar schon seit einer Woche, aber bislang waren die Ordnungshüter nur mit mündlichen Verwarnungen gegen Verstöße vorgegangen. Jetzt werden Bußgelder in Höhe von 25 bis 100 Euro fällig, berichtet das Mallorca Magazin.

Die Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus auf Mallorca gilt sowohl für Urlauber als auch für Bewohner. Sie lässt allerdings großzügige Freiräume: So muss am Strand und in Restaurants keine Maske getragen werden. Auch wer auf der Straße unterwegs ist und ein Eis isst oder eine Zigarette raucht, darf die Maske absetzen.

Auf Mallorca gilt wegen Corona Maskenpflicht. Wer gegen sie verstößt, wird jetzt zur Kasse gebeten.

Party auf Mallorca trotz Corona: Kanzleramtschef Helge Braun verärgert

Update vom Sonntag, 19.07.2020, 6.30 Uhr: Die Bilder sorgloser deutscher Touristen auf Mallorca sind auch Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) sauer aufgestoßen. Der „Bild am Sonntag" sagte Braun, dass er sich darüber „geärgert“ habe. „Jeder Urlauber sollte daran denken, nicht nur sich zu schützen, sondern auch aufzupassen, das Virus nicht im Gastland zu verbreiten und auch nicht in die Heimat mitzubringen.“

Zudem habe dieses Verhalten dem Ruf der Deutschen in Spanien sehr geschadet. Spanien habe stark unter Corona gelitten, viel stärker als Deutschland. Braun fügte hinzu: „Auch wir trauern um fast 10.000 Menschen, die an Corona gestorben sind.“

Tote Hose am Ballermann - Eine Zwangsschließungen machte der Partymeile auf Mallorca vorläufig den Garaus.

Ärztepräsident ärgert sich über Party-Urlauber: „Es gibt keine Corona-freie Zone, auch nicht am Ballermann“

+++ 12.05 Uhr: Eine zweite Corona-Welle könnte auch Deutschland treffen. Deshalb mahnt Ärztepräsident Klaus Reinhardt Urlauber zu besonders großer Vorsicht. Wie sich Party-Urlauber beispielsweise vor einer Woche auf Mallorca verhalten hätten, sei ihm vollkommen unverständlich. „Party in der Pandemie - das ist schlicht unverantwortlich“, betonte der Präsident der Bundesärztekammer und weiter: „Es gibt keine Corona-freie Zone, auch nicht am Ballermann.“

Wolle man eine zweite Corona-Welle und ein Ansteigen der Infektionszahlen verhindern, müsse man solche Zusammenkünfte, wie die auf Mallorca, unterbinden. „Bis wir eine wirksame Impfung haben und die Pandemie tatsächlich besiegen können, müssen wir alle verantwortungsvoll handeln, und zwar auch und gerade zum Schutz all derer, die durch Covid-19 besonders gefährdet sind“, betonte der Ärztepräsident. Außerdem warnt Reinhardt: „Nicht ratsam sind derzeit Reisen zu Urlaubsorten, an denen die Infektionsraten aktuell hoch sind, den Südstaaten der Vereinigten Staaten etwa oder Brasilien - vor allen Dingen, wenn man zu den Risikogruppen zählt.“

Nachdem hunderte Urlauber aus Deutschland am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben sollen, warnt jetzt auch der Ärztepräsident eindringlich.

Corona auf Mallorca: Popsänger Nico Santos hofft auf die Disziplin der Urlauber

Update vom Samstag, 18.07.2020, 06.05 Uhr: Der auf Mallorca aufgewachsene Popsänger Nico Santos (27) hofft auf die Disziplin der deutschen Urlauber auf der spanischen Insel. „Meine Eltern haben im Lockdown echt gelitten. Die Regeln waren so streng wie fast nirgendwo sonst. Und dann wäre es echt schön, wenn die Leute sich an die Regeln halten würden“, sagte Santos der Deutschen Presse-Agentur.

Der Songwriter („Play With Fire“, „Better“) verbrachte den größten Teil seiner Kindheit und Jugend auf Mallorca, seine Eltern wohnen dort noch. Die Partybilder an der Playa de Palma vom vergangenen Wochenende hätten ihn auch beschäftigt. „Natürlich ist es cool, diese Feierkultur beizubehalten. Der Ballermann sollte auch nicht für immer verschwinden. Aber in dieser Zeit ist es halt in der üblichen Form nicht möglich.“

Urlaub trotz Corona: Am Goldstrand in Bulgarien wird gefeiert

+++ 19.42 Uhr: Während am Ballermann auf Mallorca wieder Lokale geschlossen wurden, weil Gäste sich nicht an die Corona-Bestimmungen hielten, scheint es am Goldstrand in Bulgarien erst richtig loszugehen. Ein Bericht des ARD-Magazins „Kontraste“ zeigt feiernde Urlauber am Strand, bei Schaumpartys am Pool, im Club. In Bulgarien steigt die Zahl der Corona-Infektionen seit Anfang Juli sprunghaft an. Laut dem „Kontraste“-Bericht sorgte allein die vergangene Woche für 20 Prozent aller Corona-Fälle im Land.

In der Gastronomie scheint die Gefahr der Verbreitung des Coronavirus nicht so ernst genommen zu werden: Im Video beteuert eine Barkeeperin, man habe ein „Recht auf Party“ und dass beim Einkaufen die Ansteckungsgefahr ebenso groß sei wie beim Feiern. Ein weiterer Gastronom sucht die Schuld beim Staat, der keine Maskenpflicht vorgebe. Ohne eine solche Handhabe könne er Gäste nicht seiner Lokale verweisen.

Schaumpartys und andere Feiermöglichkeiten nehmen Urlauber trotz Corona derzeit in Bulgarien wahr. (Symbolbild)

Ballermann dicht: Mickie Krause hat kein Verständnis für Corona-Sicherheitsmaßnahmen auf Mallorca

+++ 18:03 Uhr: Der Schlagersänger Mickie Krause hat kein Verständnis dafür, dass am Ballermann auf Mallorca die Lokale wieder schließen mussten. Grund für die Schließung war der Verstoß zahlreicher Gäste gegen Corona-Auflagen beim Feiern. Doch die Situation sei gar nicht so dramatisch gewesen, erzählt Krause in einem RTL-Interview: „Ich glaube, es war wirklich nicht so schlimm wie es dargestellt wurde. Es waren vielleicht 100 Menschen in der Bierstraße, die gefeiert haben, aber nicht über die Stränge hinaus.“

Schlagersänger Mickie Krause kann die verschärften Corona-Regeln am Ballermann auf Mallorca nicht nachvollziehen.

Deshalb finde der Sänger es „sehr schade“, dass die Lokale schließen mussten und den Gastronomen somit ihre Existenzgrundlage entzogen werde. „Und das ist ein viel größeres Problem, als sich an einem Video festzuhalten.“ Krause habe zudem Sorge, dass der Tourismus an der Playa de Palma nach der Corona-Krise nicht wieder ans Laufen kommt. „Ich habe immer den Eindruck, dass der Tourismus hier gar nicht mehr erwünscht ist.“

Urlaub trotz Corona: Urlauber verhielten sich rücksichtslos am Ballermann auf Mallorca

+++ 15.50 Uhr: Nachdem sich zahlreiche Touristen am Ballermann nicht an die Corona-Auflagen hielten und illegale Partys feierten, mussten zahlreiche Lokale schließen. In einer digitalen Konferenz ärgerte sich der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, über das rücksichtslose Verhalten der Urlauber auf Mallorca.

Laut ihm sei es nicht schwer, sich an die Regeln zu halten und dieses Jahr auf exzessive Partys am Ballermann zu verzichten. Er appellierte an alle Urlauber, sich in Zeiten von Corona vernünftig zu verhalten und die dringend notwendigen Regelungen zu befolgen.

Corona auf Mallorca: Lokale am Ballermann schließen für zwei Monate

Update vom Freitag, 17.07.2020, 12.20 Uhr: Die erneute Schließung von Lokalen an Partymeilen auf Mallorca am Ballermann halten laut einer Umfrage 77 Prozent für in Ordnung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Untersuchung des Instituts YouGov. Die Anordnung zur Schließung wegen des Coronavirus war am Mittwoch in Kraft getreten und gilt zunächst für zwei Monate.

Touristen gehen am Ballermann auf Mallorca gerne feiern. Droht eine zweite Corona-Welle?

Auf die Frage, ob sie die Entscheidung einer erneuten Schließung von Lokalen für angemessen oder unangemessen halten, antworteten 63 Prozent mit „angemessen“ und 14 Prozent mit „eher angemessen“. 6 Prozent fanden es „unangemessen“ und ebenso 6 Prozent „eher unangemessen“.

Corona-Beschränkungen wegen deutschen Urlaubern auf Mallorca am Ballermann

Erstmeldung: Mallorca - Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hat mit neuen Corona-Beschränkungen gedroht, sollten sich Urlauber wie zuletzt auf Mallorca am Ballermann wenig verantwortungsvoll verhalten. „Uns ist es gerade erst gelungen, in Europa die Grenzen wieder zu öffnen. Das dürfen wir jetzt nicht durch leichtsinniges Verhalten aufs Spiel setzen“, sagte Maas den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. „Sonst werden neue Beschränkungen unvermeidbar sein.“

Obwohl es scheint, als würde ein Großteil der Deutschen den Urlaub während der Corona-Krise im eigenen Land verbringen, nutzen doch gerade in den Sommerferien viele die Möglichkeit, dass viele Grenzen geöffnet wurden und wieder verreist werden kann. Und genau darin besteht große Gefahr. Das hat wohl auch Friedemann Weber im Blick, wenn er an die Folgen des Urlauberandrangs auf Mallorca und Co. denkt. „Abgesehen davon, dass die Partys nicht in geschlossenen Räumen stattfinden, sind das die perfekten Bedingungen für Superspreading-Events“, schlussfolgert der Virologe der Universität Gießen bei „Focus Online“. Er wäre „überrascht, wenn es nach der Urlaubssaison keinen Anstieg der Infektionen geben würde“.

Gefährliches Verhalten der Urlauber auf Mallorca am Ballermann: Heiko Maas warnt vor dem Corona-Rückschlag


Die Party-Szenen auf Mallorca am Ballermann kritisierte Maas mit deutlichen Worten: „So ein Verhalten ist nicht nur gefährlich, sondern auch rücksichtslos gegenüber allen, die auch in Sicherheit ihren Urlaub verbringen möchten“, sagte Minister Heiko Maas. Viele Urlaubsregionen hätten „monatelang hart daran gearbeitet, dass Touristen jetzt wieder einreisen können“. Die Regelungen dienten dem Schutz aller. Und obwohl Deutschland die Anfangsphase der Pandemie relativ glimpflich überstanden hat, kann es jederzeit einen herben Rückschlag geben.

Hunderte Urlauber aus Deutschland sollen am Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne sich um die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu scheren. Auf einem am Samstag veröffentlichten Video der „Mallorca Zeitung“ (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten „Bierstraße“ im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen - „als gäb‘s kein Corona“, so die „MZ“. Praktisch niemand trägt dabei eine Maske, obwohl der von der spanischen Regierung vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen einzuhalten ist.

Nach schockierenden Bildern vom Ballermann auf Mallorca: „Keine Experimente mit der Reisewarnung“

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die „Mallorca Zeitung“, „wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte“. Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Und natürlich kommen sie dann auch irgendwann wieder zurück in ihre Heimat. Hoffentlich gesund. Dass der eine oder andere Urlauber aber das hochansteckende Coronavirus Sars-CoV-2 nach Deutschland einschleppen könnte, liegt quasi auf der Hand. Gerade, wenn auf der Bierstraße und anderen Party-Meilen auf Masken und Abstand gepfiffen wird.

Dichtes Gedränge am vergangenen Freitag auf der «Bierstraße» in Palma de Mallorca. Foto: Michael Wrobel/Birdy Media/dpa

Coronavirus auf Mallorca: Heiko Maas dämpft Hoffnung auf weitere Lockerungen der Reisebeschränkungen

Bundesaußenminister Heiko Maas dämpfte im diesem Zuge gleich mögliche Erwartungen an eine rasche Aufhebung weiterer Reisewarnungen. „In vielen Ländern läuft gerade eine zweite Welle an - schon deshalb können wir uns mit der Reisewarnung keine Experimente erlauben“, sagte Bundesaußenminister Maas. Entscheidend sei „allein die Sicherheit der Reisenden“. Innerhalb der EU würden eine gemeinsame Datenbasis und abgestimmte Verfahren helfen. „Außerhalb Europas ist die Lage viel schwerer zu beurteilen“, sagte Maas. „Trotzdem schauen wir uns die Daten ständig neu an, gerade auch die aus der Türkei.“

So breitet sich das Coronavirus unter anderem auch in Irland nach Einschätzung der Regierung wieder zu schnell aus. Die Pubs auf der Insel bleiben daher länger geschlossen als geplant. Die Schließung der Kneipen werde vorerst bis zum 10. August verlängert, teilte Premierminister Micheal Martin am Mittwochabend (15.07.) in Dublin mit. Das gleiche gelte für Bars, Hotelbars, Nachtclubs und Casinos.

Corona auf Mallorca: Jens Spahn hat große Sorge vor zweitem „Ischgl“ auf Mallorca

Auch Jens Spahn hat sich angesichts der Bilder aus Mallorca mit feiernden Urlaubern ohne Masken oder Abstand besorgt geäußert. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch Instituts (RKI), warnte Spahn vor einem „zweiten Ischgl.“ Bekanntlich war der auch bei Deutschen beliebte österreichische Skiort der erste und wohl folgenschwerste Corona-Hotspot in Europa. Sehr viele Infektionen gingen auf Ischgl-Urlauber, nicht nur in Deutschland, zurück. Und die Gefahr, dass sich über die Mallorca-Urlauber ein ähnliches Szenario entwickle, sei durchaus vorhanden.

Abstandsregeln und Vorsichtsmaßnahmen sollten auch im Urlaub am Ballermann eingehalten werden. Denn spätestens bei der Rückreise entstünden sonst Gefahren für Mitreisende im Flieger und dann für die Menschen in Deutschland. Gruppenreisen und Großveranstaltungen seien in Zeiten von Corona keine guten Ideen, betonte der Gesundheitsminister. „Die Bilder, die wir am Wochenende von der Deutschen liebsten Insel gesehen haben, von Mallorca, besorgen mich“, erklärte Spahn.

Party-Urlauber halten sich nicht an Corona Regeln: Umfassende Einschränkungen auf Mallorca

Auch die spanische Insel hat bereits reagiert: Auf Mallorca gelten ab sofort (15.07.) wieder strengere Corona-Regeln. Das verkündete der Tourismusminister der Balearen Lago Negueruela am Mittwoch in Palma. Als Grund wurde vor allem der Tourismus und eingehende Beschwerden in den Städten Palma, Llucmajor und Calvià genannt. Dort waren insbesondere deutsche und britische Urlauber in großer Zahl in Lokalen zusammengekommen. Dabei trugen sie weder Schutzmasken noch hielten sie den Mindestabstand ein, wie auch zahlreiche Fernsehbilder belegen

In der Anordnung wird die Verletzung von „elementaren“ Verhaltensregeln zum Selbstschutz gegen das Coronavirus beklagt. Diese hätten zu einer Wiedereinführung der Schutzmaßnahmen geführt. Dies sei im Interesse sowohl der lokalen Bevölkerung als auch der Touristen, die auf Mallorca Urlaub machen. In drei Straßen sollen sämtliche Restaurants und Freizeitbetriebe geschlossen werden. Laut Tourismusminister Iago Negueruela würde die neue Verordnung mit sofortiger Wirkung in Kraft treten und mit verstärkter Polizeipräsenz kontrolliert werden. Die Vorschriften gelten vorerst für eine Dauer von zwei Monaten - mit der Option auf Verlängerung oder Verkürzung.

Corona-Beschränkungen auf Mallorca: Betroffen sind folgende Regionen

  • Carrer de Miquel Pellisa
  • Carrer del Pare Bartomeu Salvà
  • Calle Punta Ballena in Magaluf

In anderen Teilen der Ballearen ist der Alkoholausschank eingeschränkt, außerdem muss in entsprechenden Betrieben wieder auf Höchstkapazitäten und einen Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Die erneuten Einschränkungen führen zu vielen Stornierungen von Urlaubern. Wie die „Tagesschau“ berichtet, stößt das bei vielen Touristen und Unternehmern auf Unverständnis. Die Geschäfte seien auf den Tourismus angewiesen. Ein Urlauber sagt: „Dass die ganze deutsche Politik wieder Kopf steht, wenn hier eine kleine Gruppe ein bisschen feiert, ist nicht gerechtfertigt.“ iwe

Corona in Deutschland: Die aktuelle Lage zur Corona-Pandemie in Deutschland ist im News-Ticker nachzulesen.

Spanien und die zweite Corona-Welle: „Kontrolle über die Infektionen verloren“

Nachdem die Tourismusbranche auch in Österreich zunächst aufatmen konnte, leidet sie nun unter einem herben Rückschlag: In St. Wolfgang kommt es zu einer beunruhigenden Infektionswelle.

Rubriklistenbild: © Gregor Fischer/dpa

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