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Ein Bundeswehrsoldat der Mission MINUSMA steht mit dem Logo der Vereinten Nationen im Camp Castor in Gao in Mali.
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Deutsche UN-Blauhelme sind in Mali von Angehörigen der nationalen Armee beschossen worden. (Archivbild)

Einsatz in Westafrika

Mali: Nationale Streitkräfte schießen auf deutsche UN-Blauhelme

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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Angehörige der nationalen Armee Malis beschießen UN-Blauhelmsoldaten aus Deutschland. Der Vorfall soll aufgeklärt werden.

Gao/Berlin – Streitkräfte der malischen Armee haben am Rande des deutschen Militärlagers Camp Castor in der Stadt Gao auf UN-Blauhelme aus Deutschland geschossen. Der Beschuss habe sich am Dienstagabend (02.11.2021) ereignet, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam am Mittwoch (03.11.2021).

Verletzte habe es nicht gegeben. Der Zwischenfall habe sich in unmittelbarer Nähe des Lagers in Mali ereignet. Die Hintergründe des Zwischenfalls waren zunächst unklar. Dem Sprecher zufolge nahm die Führung des Einsatzes Kontakt mit den malischen Streitkräften auf, um eine Untersuchung zu erreichen.

Deutsche UN-Blauhelme beschossen: Lage in Mali instabil

Im Rahmen der UN-geführten Stabilisierungsmission in Mali (Minusma) sind Bundeswehrsoldat:innen im Camp Castor stationiert. Minusma gilt als der gefährlichste Auslandseinsatz der Bundeswehr. Auch an der EU-Ausbildungsmission in Mali (EUTM) sind deutsche Truppen beteiligt.

Die politische Situation in Mali ist seit 2012 von zunehmender Instabilität geprägt. Die meist islamistisch motivierte Gewalt hat in den vergangenen Jahren auch die benachbarten Länder in der Sahel-Zone erreicht. Tausende Sicherheitskräfte und Zivilpersonen wurden in der Krisenregion getötet, Hunderttausende mussten aus ihrer Heimat fliehen. Die Lage in dem Land gilt unter Beobachter:innen als „besorgniserregend“.

Im Juni waren bei einem Selbstmordanschlag rund 180 Kilometer nordöstlich von Gao zwölf Bundeswehrangehörige verletzt worden. Seit dem desaströsen Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan wird intensiv diskutiert, ob der Einsatz der Bundeswehr in Mali fortgeführt werden soll.

Deutsche Streitkräfte in Mali: „Die eigentlichen Krisenursachen sind militärisch nicht lösbar“

Der scheidende Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass sich die Sicherheitslage in Mali über die letzten zwei, drei Jahre graduell verschlechtert habe, obwohl der Auftrag bestmöglich erfüllt werde. „Die Ursachen sind vielfältig. Die Kernproblematik ist aus meiner Sicht auf der einen Seite, dass die Anstrengungen im ganzen zivilen politischen Bereich mit Blick auf die Umsetzung des Friedensabkommens bei weitem nicht so vorankommen, wie man sich das wünschen würde“, so Pfeffer.

Das andere große Feld sei die Frage, was militärisch für Stabilität erreichbar sei. „Und da muss man klar sagen, die Dimension des Landes ist so groß, dass es unwahrscheinlich ist, eine vollständige militärische Kontrolle über das Land auszuüben“, sagte Pfeffer. „Man muss sich militärisch auch in Zukunft auf Kernregionen konzentrieren und vor allem die parallelen zivilen Anstrengungen mit Blick auf eine funktionierende Staatlichkeit forcieren, denn die eigentlichen Krisenursachen sind militärisch nicht lösbar.“ (tvd/AFP/dpa)

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