Archäolog:innen haben die sterblichen Überreste von zwei Menschen gefunden.
+
Archäolog:innen haben die sterblichen Überreste von zwei Menschen gefunden.

Archäologie

Männer aus Gips

Im süditalienischen Pompeji haben Archäolog:innen die sterblichen Überreste von zwei Menschen gefunden, die beim Ausbruch des Vesuvs vor rund 2000 Jahren starben.

Die beiden Männer wurden in einer Villa am Rande der antiken Stadt entdeckt, wie am Samstag mitgeteilt wurde. Die Körper wurden anhand eines Gips-Gusses rekonstruiert – was Schlüsse über die Identität der Toten ermöglichte. Das Team nutzte die vom Forscher Giuseppe Fiorelli im 19. Jahrhundert entwickelte Technik, bei der Gips in die Hohlräume gegossen wird, welche die Körper in der erhärteten Lava hinterlassen haben.

Dabei stellte sich heraus, dass die Männer auf dem Rücken lagen. Sie wurden wohl beim Versuch zu fliehen von der Lava erfasst. Anhand der Gips-Rekonstruktionen gehen die Forschenden davon aus, dass es sich um die Leichen eines reichen Mannes und eines jungen Sklaven handelt.

Hinweise darauf geben die Bekleidung und die zusammengedrückten Rückenwirbel am Skelett des jungen Mannes, die auf schwere Arbeit hindeuten. Der Sklave war vermutlich zwischen 18 und 25 Jahre alt, 1,56 Meter groß und trug eine kurze Tunika.

Der reiche Mann war etwa 1,62 Meter groß und rund 40 Jahre alt. Er trug eine Tunika und einen Mantel. Die sterblichen Überreste wurden in einem Korridor unterhalb der Villa gefunden. An dem Fundort in Civita Giuliana, rund 700 Meter nördlich von Pompeji, waren 2017 bereits ein Stall und die Überreste von drei Pferden entdeckt worden.

Die antike Stadt Pompeji versank nach dem Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. in Asche. Im vergangenen Jahr besichtigten fast vier Millionen Menschen die archäologische Stätte. Angesichts der Corona-Pandemie ist Pompeji für Besucherinnen und Besucher derzeit geschlossen. (afp)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare