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Verheerender Zyklon auf Madagaskar: Zahl der Todesopfer steigt auf mindestens 80

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Von: Sarah Neumeyer, Karolin Schäfer

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Mit bis zu 235 Kilometern pro Stunde fegt der Tropensturm „Batsirai“ über Madagaskar. Tage nach dem Sturm steigt die Zahl der Opfer weiter an.

Update vom Mittwoch, 09.02.2022, 16.41 Uhr: Nachdem der tropische Wirbelsturm „Batsirai“ in der Nacht zu Sonntag (06.02.2022) auf Madagaskar gewütet hat, ist die Todeszahl nun erneut gestiegen. Laut Behördenangaben vom Mittwoch sind mindestens 80 Menschen ums Leben gekommen.

Allein 60 Tote habe es im besonders betroffenen Distrikt Ikongo gegeben, teilte die zuständige Katastrophenschutzbehörde BNGRC mit. Dieser Teil der vor Afrikas Ostküste gelegenen Insel sei noch immer komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Mehrere Erdrutsche hätten die Straßen blockiert. „Batsirai“ hatte die Insel in der Nacht zum Sonntag heimgesucht.

Der tropische Wirbelsturm „Batsirai“ hat eine Straße in Ranomafana auf Madagaskar zertört.
Der tropische Wirbelsturm „Batsirai“ hat eine Straße in Ranomafana auf Madagaskar zertört. © RIJASOLO/Afp

Verheerender Zyklon auf Madagaskar: Zahl der Todesopfer steigt

Update vom Mittwoch, 09.02.2022, 13.44 Uhr: Der tropische Wirbelsturm „Batsirai“ hat in Madagaskar noch mehr Schäden verursacht als bisher bekannt. Mindestens 31 Menschen kamen auf der Insel vor Afrikas Ostküste nach Behördenangaben vom Mittwoch (09.02.2022) ums Leben. Am Montag (07.02.2022) waren die Behörden noch von mindestens 20 Toten ausgegangen.

Laut Schätzungen des Welternährungsprogramms (WFP) könnten bis zu 600.000 Menschen von den Auswirkungen des Wirbelsturms betroffen und 150.000 von ihnen vertrieben worden sein. Extreme Wetterereignisse wie Wirbelstürme hätten im südlichen Afrika an Häufigkeit und Intensität zugenommen und verschärften dort den Hunger, so das WFP.

Zyklon „Batsirai“ auf Madagaskar: Humanitäre Lage könnte sich nun verschärfen

„Batsirai“ hatte die Insel in der Nacht zum Sonntag (06.02.2022) heimgesucht. Die starken Regenfälle, die der Sturm mit sich brachte, lösten Überflutungen und Schlammlawinen aus. Tausende Häuser stehen unter Wasser oder wurden komplett zerstört. Fast 10.000 Schüler:innen könnten derzeit nicht zur Schule gehen, teilte die Welthungerhilfe mit, die von knapp 95.000 Verletzten spricht. Viele Ortschaften seien weiter abgeschnitten, der Zugang schwierig.

Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über Mananjary, Madagaskar, nach dem Zyklon Batsirai.
Dieses von Maxar Technologies zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt einen Überblick über Mananjary, Madagaskar, nach dem Zyklon Batsirai. © dpa

Die Hilfsorganisation Aktion gegen den Hunger sah bereits vor dem Eintreffen von „Batsirai“ 1,6 Millionen Menschen angesichts der schlimmsten Dürre seit 30 Jahren von Ernährungsunsicherheit betroffen - das ist gut ein Drittel der Bevölkerung. Da der Zyklon Ackerflächen an der Ostküste zerstört hat, könnte sich die Lage nun verschärfen.

Verheerender Zyklon: Mindestens zehn Menschen auf Madagaskar sterben

Erstmeldung vom Montag, 07.02.2022, 10.36 Uhr: Antananarivo – Der Tropensturm „Batsirai“ hat für Chaos auf der Insel Madagaskar gesorgt. Einzelne Windböen trafen den Inselstaat sogar mit bis zu 235 Kilometern pro Stunde. Mindestens zehn Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein. 

Wie die Behörden am Sonntagabend (06.02.2022) mitteilten, hatte der Tropensturm in der Nacht zum Sonntag besonders den Osten und Süden der Insel heimgesucht. Der Zyklon hatte dabei verheerende Schäden verursacht. Häuser wurden zerstört, Strommasten und Bäume knickten um. Zudem befürchten die Behörden heftige Überschwemmungen. Ganze Straßen wurden teilweise davongespült.

Zyklon wütet auf Madagaskar: 40.000 Menschen in Notunterkünften

Etwa 40.000 Inselbewohner:innen mussten in Notunterkünften untergebracht werden. Hilfsorganisationen befürchten nachhaltige Schäden.

Der heftige Tropensturm „Batsirai“ fegte über Madagaskar.
Der heftige Tropensturm „Batsirai“ fegte über Madagaskar. © Beekash Roopun/dpa

Das Technische Hilfswerk (THW) reagierte nach eigenen Angaben auf ein internationales Hilfeersuchen aus Madagaskar und entsandte erste Hilfskräfte. Das Bundesinnenministerium habe dem THW den Auftrag erteilt, ein fünfköpfiges Vorausteam in die betroffene Region zu schicken, wie das Hilfswerk in einer Erklärung mitteilte. „Unser Team hilft, konkrete Bedarfe zu ermitteln und die Abläufe zu strukturieren“, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam.

Madagaskar
HauptstadtAntananarivo
Einwohner:innen27,69 Millionen

Zyklon „Batsirai“: Bereits vor einer Woche wütete ein Tropensturm auf Madagaskar

Der tropische Wirbelsturm „Batsirai“ habe sich bereits im Vorfeld angekündigt. Die Deutsche Presse-Agentur berichtet, dass er zuvor über die benachbarten Inseln La Réunion und Mauritius gefegt sei. Nach bisherigen Angaben des UN-Nothilfebüros (OCHA) kam auf Mauritius mindestens ein Mensch ums Leben.

Vor dem tropischen Sturm „Batsirai“ sicherte ein Mann das Dach seines Hauses.
Vor dem tropischen Sturm „Batsirai“ sicherte ein Mann das Dach seines Hauses. © Alexander Joe/dpa

Wie die dpa weiter berichtete, befindet sich der Süden Afrikas derzeit in der sommerlichen Zyklon-Saison, die bis März oder April schwere Stürme und Niederschläge mit sich bringen kann. Erst vor etwa einer Woche hatte der Tropensturm „Ana“ neben Madagaskar auch weitere Teile Afrikas verwüstet – darunter Mosambik, Malawi, Simbabwe und Sambia. Der Zyklon richtete heftige Schäden an. Viele Gebäude wurden zerstört, auch die Landwirtschaft litt unter dem Wirbelsturm. Zahlreiche Menschen wurden obdachlos.

Der seit Jahren ausbleibende Regen führte in Madagaskar zu einer der schlimmsten Dürreperiode seit mehr als 30 Jahren. Nahrungsmittel wurden knapp und sauberes Trinkwasser fehlte. (kas/dpa/afp)

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