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Schweizer Luftraum zeitweise komplett gesperrt: „So etwas habe ich noch nie gesehen“

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Von: Martina Lippl

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Wegen einer Störung bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide war der Luftraum über der Schweiz stundenlang gesperrt.

Update vom 15. Juni, 17.08 Uhr: Wegen der Mega-Panne bei Skyguide saßen tausende Passagiere in Zürich und Genf fest. Starts und Landungen waren nicht mehr möglich. Eine Hardware-Komponente funktionierte nach Angaben eines Skyguide-Sprechers nicht mehr richtig. Einen Hackerangriff sei unwahrscheinlich. Nach dem Systemausfall wurde der gesamte Flugverkehr im Schweizer Luftraum am Mittwochmorgen aus Sicherheitsgründen stundenlang gesperrt. Der Luftraum war von kurz vor 4 Uhr bis 8.30 ging nichts mehr im Schweizer Luftverkehr. Insgesamt mussten 100 Flüge gestrichen oder umgeleitet werden. Abschließende Zahlen gibt es zunächst noch nicht. Laut SRF könne Skyguide die finanziellen Folgen noch nicht beziffern. Experten erwarten einen Schaden in Millionenhöhe.

Update vom 15. Juni, 12.21 Uhr: Nach der Computerpanne bei der Schweizer Flugsicherung Skyline und einem stundenlangen Flugstopp nehmen die Airlines am Flughafen Zürich und Genf ihren Flugbetrieb wieder auf. Doch mehrere Stunden gab es keinerlei Flüge. Die Folgen sind massiv. Tausende Passagiere sind betroffen. Davon landeten viele wegen des gesperrten Luftraums teils hunderte Kilometer von ihrem Zielort entfernt.

Laut Angaben des Flughafens Zürich mussten in Zürich 77 Flüge gestrichen werden, 15 Flüge woanders landen, berichtet Blick. Besonders betroffen war die Lufthansa-Tochter Swiss. Die Fluglinie leitete Langstreckenflüge an verschiedene Flughäfen in Nachbarländer um. Eine aus Shanghai kommende Maschine von Swiss musste in Wien landen. Europaflüge starteten nicht. 30 Kurzstreckenflüge von und nach Zürich und Genf sind bisher gestrichen worden. Die Airline sucht nach Lösungen für 6.400 betroffene Passagiere.

Auch andere Airlines sind betroffen. In Genf wurde eine aus New York kommende Boeing 767 von United nach Paris geschickt, berichtet aerothelegraph.com.

Schweizer Luftraum zeitweise komplett gesperrt: „So etwas habe ich noch nie gesehen“

Update vom 15. Juni, 10.20 Uhr: Mehr als zwei Stunden war der Schweizer Luftraum am Mittwochmorgen wegen einer Computerpanne gesperrt. Keine Starts, keine Landungen und keine Überflüge waren aus Sicherheitsgründen möglich. Zunächst ist noch unklar, wie viele Passagiere jetzt an einem falschen Ort gelandet sind, wie viele Flüge insgesamt betroffen waren.

Wer nach Zürich oder Genf fliegen wollte, der landete in Basel, München, Frankfurt oder Mailand, berichtet eine Pilotin am Flughafen Zürich einem Reporter der Blick. In solchen Fällen sei es als Pilotin wichtig, frühzeitig Entscheidungen zu treffen. Der Flughafen Basel sei inzwischen voll.

„Wer über den Schweizer Luftraum fliegen wollte, also beispielsweise von München nach Madrid fliegt, der umgeht den Schweizer Luftraum oder landet woanders, wenn der Treibstoff nicht ausreichen sollte. Als Pilotin plane ich in einer solchen Situation zusätzlich Treibstoff ein, um sicherzugehen“, so die Pilotin.

Schon einmal sei der Verkehr über dem Schweizer Luftraum kurzfristig nach einem Brandalarm bei Skyguide eingeschränkt gewesen, erinnert sich die Pilotin. Fluglotsen mussten 2013 das Gebäude verlassen. Der Luftraum wurde für 20 Minuten gesperrt. „Aber so etwas wie jetzt habe ich noch nie gesehen.“

Schweizer Luftraum nach Computerpanne wieder offen

Update vom 15. Juni, 9.31 Uhr: Der Schweizer Luftraum ist wieder offen. „Die technische Störung bei Skyguide ist behoben“, twittert die Schweizer Flugsicherung Skyline. „Der Flugverkehr über der Schweiz sowie der Betrieb an den Landesflughäfen Genf und Zürich werden wieder aufgenommen.“ Demnach war der Luftraum bis um 8.30 Uhr gesperrt. Die erste Mitteilung über den Flugstopp ging am Mittwochfrüh um 6.30 Uhr raus.

Die drastischen Sicherheitsmaßnahmen dürften Folgen für den Flugbetrieb haben. Zahlreiche Flüge in die Schweiz wurden bereits am Mittwochmorgen annulliert. Es könnte noch weitere Flüge treffen, teilt der Flughafen Genf auf seiner Webseite mit. Der Flugverkehr wurde am Mittwoch seit 8.30 Uhr schrittweise wieder aufgenommen. Reisende werden gebeten, sich bei ihrer Airline zu erkundigen, ob ihr Flug aufrechterhalten wird.

Der Flughafen Zürich rechnet damit, seinen Betrieb schrittweise wieder hochzufahren. Um 9.30 Uhr sei eine Auslastung von bis zu 95 Prozent geplant. Doch auch hier werden Passagiere gebeten, die Fluginformationen der Fluggesellschaften zu beachten. Allein in Zürich waren etwa 10.000 Passagier gestrandet.

Schweizer Luftraum komplett gesperrt – Flüge werden umgeleitet oder bleiben am Boden

Erstmeldung vom 15. Juni 2022

Genf – Sämtliche Starts und Landungen sind unterbrochen. Flugzeuge, die in Zürich oder Genf landen sollten, werden seit den frühen Mittwochmorgen in Nachbarländer umgeleitet. Auch Überflüge sind nicht möglich.

Bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide ist es nach eigenen Angaben in den frühen Morgenstunden „zu einer technischen Störung gekommen“. Aus Sicherheitsgründen wurde deswegen der komplette Schweizer Luftraum gesperrt. Passagiere strandeten am Mittwochmorgen an den Flughäfen in Genf und Zürich.

Schweizer Luftraum gesperrt! Wegen einer Computerpanne ging am Flughafen Genf nichts mehr.
Schweizer Luftraum gesperrt! Wegen einer Computerpanne ging am Flughafen Genf nichts mehr. © FABRICE COFFRINI/afp

Schweizer Luftraum komplett gesperrt

Wie Skyguide mitteilte, handelt es sich um einen Systemausfall. „Wir gehen nicht von einem Cyberangriff aus“, sagte der Sprecher von Skyguide, Vladi Barrosa, der Nachrichteagentur dpa. Es gehe um ein Hardwareproblem im IT-Netzwerk.

Der gesamte Luftraum sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Nicht nur Starts und Landungen, sondern auch Überflüge finden nicht statt, wie Barrosa sagte. Wie viele Flüge betroffen waren, konnte er nicht beziffern. Auf jeden Fall treffe es die morgendliche Welle der Europaflüge zwischen Genf und Zürich und dem Umland, sowie frühe Ankünfte aus den USA.

Lufthansa-Tochter Swiss betroffen

Besonders der Flugplan der Lufthansa-Tochter Swiss wurde in Mitleidenschaft gezogen. „Die anfliegenden Langstreckenflüge werden derzeit auf verschiedene Flughäfen in den Nachbarländern umgeleitet, unter anderem nach Lyon, Mailand und Wien“, teilte das Unternehmen mit. „Kurzstreckenflüge starten derzeit nicht.“ Die Airline sei bemüht, rasch Lösungen für die Passagiere zu finden.

Die Sperre werde bis zur Behebung des Problems aufrechterhalten, sagte der Skyguide-Sprecher. Wie lange das dauert, war vorerst unklar.

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