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Wirbel um Lufthansa: Nur noch Langstreckenflüge im nächsten Jahr?

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Von: Sebastian Richter

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Die Lufthansa kann sich mit ihren Piloten nicht einigen. Dem Tarifstreit könnte das Kurz- und Mittelstreckenangebot der Lufthansa zum Opfer fallen. (Symbolbild)
Die Lufthansa kann sich mit ihren Piloten nicht einigen. Dem Tarifstreit könnte das Kurz- und Mittelstreckenangebot der Lufthansa zum Opfer fallen. (Symbolbild) © Boris Roessler/dpa

Der Tarifstreit bei der Lufthansa findet kein Ende. Der Konzern könnte sich gezwungen sehen, zahlreiche Flugziele zu streichen.

Frankfurt – Die Lufthansa kommt nicht zur Ruhe. Die Corona*-Pandemie schadet der größten deutschen Fluggesellschaft mit Hauptsitz am Flughafen Frankfurt* immens. Nicht nur der geringere Flugbetrieb macht der Airline zu schaffen; auch Personalfragen setzen die Lufthansa unter Druck. Es gibt zum einen Probleme mit den Ausbildungsverträgen von Piloten, hunderte Flugschüler verklagen die Lufthansa*. Zudem zwingt eine offiziell Omikron geschuldete Krankheitswelle unter Piloten die Lufthansa dazu, tausende Verbindungen zu streichen*.

Dazu kommt ein Tarifstreit mit den angestellten Piloten. Die Airline könnte jetzt Konsequenzen ziehen. Der Konzern hat bereits angekündigt, Ende Juni 2022 aus der Perspektivvereinbarung (PPV) auszusteigen*. In der PPV garantiert die Lufthansa ihren Piloten eine Flotte von mindestens 325 Flugzeugen und damit sichere Arbeitsplätze für etwa 5000 Piloten. Im Gegenzug versprachen die Piloten, bis zum Ablauf der Vereinbarung auf Streiks zu verzichten.

Tarifstreit bei Lufthansa: Konzern fordert massive Kostensenkung

Im bestehenden Streit zwischen der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit und der Lufthansa hat der Konzern jetzt die nächste Runde eingeläutet. Wie das Nachrichtenportal aero.de berichtet, setzt die Lufthansa weiter auf „strukturelle Kostenverbesserungen“. Demnach warnte der Konzern vor einer Umstrukturierung der Airline zu einem reinen Langstrecken-Betrieb – jedenfalls, wenn die Kosten beim Personal nicht signifikant eingespart werden würden.

Sollte zwischen Gewerkschaft und Lufthansa keine Einigung erzielt werden, könnte die Lufthansa somit die Kurz- und Mittelstreckenflüge an die Tochterunternehmen weitergeben – was Stelleneinsparungen beim Kernkonzern der Lufthansa bedeuten würde. Dem Nachrichtenportal aviation.direct zufolge gebe es auch schon einen Favoriten: Eurowings Discover. Denn dort sollen bisher keine Tarifverträge verhandelt worden sein.

Laut aero.de gebe es bereits ein konkretes Angebot der Lufthansa an die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit. Man könne eine neue Flottenzusage über 325 Flugzeuge in Aussicht stellen, verlange dafür aber im Gegenzug eine Kostensenkung von mindestens 25 Prozent.

Interne Konflikte bei der Lufthansa: Keine Einigung im Tarifstreit in Sicht

Die Gewerkschaft kritisiert das Angebot. „Die Pilotenschaft soll sich ein und dieselbe Leistung immer wieder neu verhandeln und erkaufen“, so VC-Tarifchef Marcel Gröls gegenüber aero.de vor den Feiertagen. „Die Flottenzusage der PPV wurde mit erheblichen Produktivitätsgewinnen in Höhe von 15 Prozent bezahlt. Eine möglicherweise erneuerte PPV auf gleichem oder niedrigerem Niveau soll nun wiederum bezahlt werden.“

Intern soll laut aero.de bei der Lufthansa die Vermutung im Raum stehen, dass die enorm gestiegenen Krankheitsfälle unter den Piloten gar nicht mit Omikron und der Jahreszeit zusammen hängen. Stattdessen ist bei Insidern von sogenannten „Sick-Outs“ die Rede. Die Krankmeldungen seien, schenkt man den Vermutungen Glauben, ein Wilder Streik der Piloten. Dadurch umgehen die Piloten die PPV, in der sich die Piloten auf den Verzicht zu Streiks verständigt haben. Nachweisen lassen sich solche Vermutungen natürlich nicht. (spr) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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