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London: Polizei unterzieht Minderjährigen Leibesvisitationen – vor allem Schwarze betroffen

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Von: Moritz Serif

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Die Londoner Polizei hat den nächsten Skandal.
Die Londoner Polizei hat offenbar mehr als 600 Kinder und Jugendliche untersucht. Die Mehrheit hatte eine schwarze Hautfarbe. © Carlos Jasso/afp

Die Londoner Polizei wird von einer Serie von Skandalen um Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit erschüttert. Polizeichefin Cressida Dick ist zurückgetreten.

London – Londoner Polizist:innen haben mehr als 600 Kinder und Jugendliche einer Leibesvisitation unterzogen, innerhalb von zwei Jahren. Mehr als 95 Prozent der betroffenen Minderjährigen waren männlich und 58 Prozent von ihnen hatten eine schwarze Hautfarbe, wie aus einem am Montag (8. August) veröffentlichten Bericht der englischen Kinderschutzbeauftragten Rachel de Souza hervorgeht. De Souza zeigte sich „zutiefst schockiert“ von den Zahlen.

De Souza hatte die Daten bei der Londoner Polizei eingefordert, nachdem der Fall einer 15-jährigen Schwarzen Schlagzeilen gemacht hatte, die fälschlich des Drogenbesitzes verdächtigt wurde und sich vor Polizeibeamtinnen entkleiden musste, obwohl diese wussten, dass sie ihre Periode hatte.

Londoner Polizei: 650 Leibesvisitationen bei Minderjährigen

Dem Bericht zufolge wurden zwischen 2018 und 2020 insgesamt 650 Minderjährige im Alter zwischen 10 und 17 Jahren einer Leibesvisitation unterzogen. In 23 Prozent der Fälle war kein unparteiischer Erwachsener anwesend. De Souza äußerte sich „extrem beunruhigt“ über den überproportional hohen Anteil schwarzer Betroffener. Offenbar gebe es zudem „systemische Probleme beim Kinderschutz“ bei der Londoner Polizei.

Außerdem seien die Zahlen auf diese „zudringliche und traumatisierende“ Weise durchsuchter Minderjähriger seien jedes Jahr stark gestiegen, kritisierte die Kinderschutzbeauftragte. Die Londoner Polizei betonte in einer Reaktion auf den Bericht, es seien bereits Änderungen eingeführt worden, um sicherzustellen, dass Minderjährige bei Leibesvisitationen „angemessen und respektvoll“ behandelt würden.

Ein Skandal nach dem anderen bei der Londoner Polizei

Zuletzt war die Londoner Polizei war zuletzt von einer Serie von Skandalen um Rassismus, Sexismus und Frauenfeindlichkeit erschüttert worden. Polizeichefin Cressida Dick war daraufhin im Februar zurückgetreten. (mse/AFP)

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