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Live-Ticker

Armin Laschet zu Überschwemmungen in NRW: „Katastrophe historischen Ausmaßes“

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Nach den Überschwemmungen in NRW steigt die Zahl der Toten, viele Vermisste geben Anlass zu noch größerer Sorge. Armin Laschet informiert über die aktuelle Lage.

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Zusammenfassung: Die Pressekonferenz zur aktuellen Lage in NRW nach den schweren Überschwemmungen ist beendet. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat die dramatischen Folgen des Unwetters als „Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“ bezeichnet. „Ein Jahrhundertwetter hat unser Land getroffen.“ Mindestens 43 Menschen hätten in NRW ihr Leben verloren, sagte er. Es bleibe außerdem zu befürchten, dass die Opferzahlen weiter steigen werden. Besonders dramatisch sei die Situation derzeit noch in Erftstadt südwestlich von Köln. „Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.“ 

Ministerpräsident Laschet und NRW-Innenminister Herbert Reul dankten allen Rettungskräften für ihren Einsatz. Auch aus anderen Bundesländern seien zahlreiche Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Technischem Hilfswerk (THW) nach NRW und Rheinland-Pfalz gekommen um zu unterstützen. Das Bundesverteidigungsministerium löste zudem einen militärischen Katastrophenalarm aus. Es seien bereits mehr als 850 Soldaten der Bundeswehr in den betroffenen Gebieten im Einsatz. Es habe weiterhin oberste Priorität, Menschenleben zu retten, so Laschet. Die Gefahr sei immer noch groß, weiterhin liefen in vielen Orten Evakuierungen und die Suche nach Vermissten.

Im Stadtteil Blessem kam es zu Erdrutschen von gewaltigem Ausmaß, es bildeten sich riesige Erdlöcher. Häuser wurden unterspült und stürzten ein. „Es gibt Todesopfer“, sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln. Die Lage war sei noch höchst unübersichtlich, bislang konnten einige betroffene Menschen erreicht und glücklicherweise keine weiteren Todesopfer gefunden werden, erklärte Innenminister Reul am Mittag.

Unwetter-Katastrophe in NRW: Mehrstufiges Hilfsprogramm für die Opfer angekündigt

Nordrhein-Westfalen hat ein mehrstufiges Hilfsprogramm für die Opfer der Unwetterkatastrophe angekündigt. „Wir werden große finanzielle Kraftanstrengungen brauchen“, sagte Laschet. Die bisher für Soforthilfen bei Starkregenereignissen zur Verfügung stehenden Mittel würden „bei weitem nicht ausreichen“. Das Land werde den Menschen, die nach der Regenkatastrophe „ohne alles auf der Straße stehen“, schnell helfen, sagte Laschet. Daneben seien Hilfen für Härtefälle bei Privatleuten und Unternehmen nötig. Für die Kommunen seien Strukturhilfen für beschädigte Straßen und Anlagen nötig. Gespräche über eine Beteiligung des Bundes liefen bereits. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe ihn angerufen und Hilfe zugesagt, Finanzminister Olaf Scholz (SPD) ebenso. Das sei ein wichtiges Signal, sagte Laschet. „Um die Folgen der Flut zu bewältigen, wird Deutschland solidarisch zusammenstehen müssen.“

Die Hochwasserlage in Teilen des Südens und Südwestens von Nordrhein-Westfalen ist weiterhin „sehr angespannt“. Laut Innenminister Herbert Reul seien mittlerweile nicht mehr 23, sondern bereits 25 Städte und Landkreise von den Folgen der Unwetter betroffen. Wegen der nachlassenden Niederschläge fallen die Wasserstände an den meisten Hochwassermeldepegeln. Allerdings bewegen sich die Werte oftmals noch oberhalb der Warnschwellen. Die Wasserexperten des Landesumweltamtes (Lanuv) rechnen wegen des vorhergesagten eher trockenen Witterungsverlaufs mit weiterhin, teils aber nur langsam fallenden Wasserständen.

Überschwemmungen in NRW: Lage weiterhin „enorm gefährlich“

+++ 13 Uhr: „Die Lage ist weiterhin enorm schwierig und enorm gefährlich“, erklärt Reul. Er habe den Eindruck viele Menschen würden die Katastrophe, die NRW trifft, nicht ernstzunehmen. Evakuierungen würden lange dauern und viele Schaulustige seien unterwegs. Es gehe um Menschenleben, die Rettungskräfte brauchten Zeit, Raum und Kraft. Auch Reul bedankt sich nochmal bei allen Helferinnen und Helfern, die teilweise aus allen möglichen Bundesländern in Deutschland angereist sind, um zu unterstützen. „Wir sind mit allem was wir haben dabei“, betont Herbert Reul, „Wir lassen Sie nicht allein.“

+++ 12.55 Uhr: Nun übernimmt Innenminister Herbert Reul das Wort. Das ganze Ausmaß der Katastrophe sei aktuell noch nicht absehbar und auch bei der Zahl der Todesfälle geht Reul noch nicht von einer abschließenden Zahl aus. „Viele Folgen sehen wir erst, wenn das Wasser weg ist.“ Reul korrigiert zudem die Zahl der betroffenen Regionen. Mittlerweile seien statt 23 bereits 25 Kreise und Städte von den Folgen der Unwetter betroffen.

Armin Laschet zur Unwetter-Katastrophe: Menschenrettung steht im Vordergrund

+++ 12.52 Uhr: „Um die Folgen der Flut zu bewältigen wird nicht nur NRW, sondern auch Deutschland solidarisch zusammenstehen müssen“, erklärt Armin Laschet zum Schluss. In den nächsten Stunden stehe aber weiter im Vordergrund die Gefahr zu bannen und Menschenleben zu retten. Dazu seien nach wie vor hunderte Rettungskräfte im Einsatz.

+++ 12.50 Uhr: Laschet geht auch auf die Klimaziele Deutschlands und Nordrhein-Westfalens ein. Katastrophen wie die Überschwemmungen im Westen Deutschlands könnten uns in Deutschland künftig häufiger treffen. Das Problem sei aber nicht allein in NRW zu lösen, dazu brauche es bundesweite und internationale Zusammenarbeit.

Ministerpräsident Armin Laschet macht sich am Donnerstag (15.07.2021) ein Bild von der Hochwasser-Lage in Stolberg bei Aachen.

+++ 12.48 Uhr: Mit Blick auf die Schäden an der Infrastruktur in Nordrhein-Westfallen gelte „Sicherheit vor Schnelligkeit“ Zahlreiche Brücken seien zerstört, zahlreiche Bundesstraßen und Autobahnen gesperrt so Laschet. Die Situationen an den großen Flüssen im Land entspanne sich zudem mittlerweile. Das Problem seien weiterhin die kleineren Nebenflüsse, die die Wassermassen nicht aufnehmen können. Davon gehe aktuell noch die größte Gefahr aus.

Unwetter-Katastrophen: NRW verspricht unbürokratische Soforthilfen und Steuerentlastungen

+++ 12.45 Uhr: „Schnelle Hilfe für alle diese Menschen ist unsere wichtigste Aufgabe“, erklärte Laschet. Das Krisenkabinett der Landesregierung habe sich Schwerpunktmäßig damit auseinandergesetzt, wo in den kommenden Stunden und Tagen geholfen werden kann. Es brauche daher eine stufenweise Hilfe. Zunächst stehe eine Soforthilfe für alle, die durch die Katastrophe plötzlich auf der Straße stehen und alles verloren haben. Zusätzlich wird es von Land und Bund gemeinsam Hilfen für Härtefälle geben. Das Finanzministerium habe steuerpflichtigen Betroffenen bereits unbürokratische Entlastungen beispielsweise durch Stundungen zugesagt.

+++ 12.41 Uhr: Mindestens 43 Menschen haben durch die Überschwemmungen in NRW ihr Leben verloren. Laschet beteuert sein Beileid. Seine Gedanken seien auch bei den Opfern und Angehörigen in Rheinland-Pfalz und Belgien. Besonders dramatisch sei die Situation in Erftstadt. „Die Fluten haben vielen Menschen buchstäblich den Boden unter den Füßen weggezogen.“ Der Ministerpräsident bedankt sich für den Einsatz aller haupt- und ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr, des THW, der Polizei, den medizinischen Rettungskräften und der Bundeswehr. Zwei Feuerwehrleute haben bei den Unwetter-Einsätzen ihr Leben verloren.

+++ 12.39 Uhr: Nun beginnt die PK mit Ministerpräsident Armin Laschet und NRW-Innenminister Herbert Reul. Laschet beginnt. Die Lage in 23 Regionen Nordrhein-Westfalens ist immer noch kritisch. „Unser Land erlebt eine Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“, erklärt Laschet. Es laufen weiterhin umfangreiche Evakuierungsmaßnahmen.

+++ 12.37 Uhr: Der Beginn der Pressekonferenz scheint sich um einige weitere Minuten zu verzögern.

Armin Laschet live zur Unwetter-Lage in NRW

Update vom Freitag, 16.07.2021, 11.57 Uhr: Die Staatskanzlei NRW teilt mit, dass die Pressekonferenz von Ministerpräsident Laschet und Innenminister Reul auf 12.30 Uhr verschoben wird. Grund für die Verzögerung ist ein Statement von Bundespräsident Frank-Walter-Steinmeier um 12 Uhr.

Erstmeldung vom Freitag, 16.07.2021: Düsseldorf ‒ Die Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands* hat zum Ende der Woche bereits historische Ausmaße angenommen. Mehr als 90 Tote haben die Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen bereits gefordert. Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat bis zum Freitagmorgen 43 Todesopfer der Überschwemmungen bestätigt. Stundenlanger Starkregen hatte zu den verheerenden Überschwemmungen in mehreren Regionen geführt.

Da zahlreiche Menschen weiterhin vermisst werden, befürchten die Rettungskräfte, dass die Zahl der Toten noch erheblich steigen könnte. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten laufen in allen betroffenen Orten auf Hochtouren. Der Landrat von Euskirchen, Markus Ramers (SPD), sagte, er rechne mit weiteren Toten, die entdeckt würden, wenn das Wasser abgeflossen sei. Die Rettungskräfte setzen die Suche nach Vermissten fort. Die Bundeswehr hat zur Unterstützung inzwischen rund 900 Soldaten in die Katastrophengebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz geschickt. 

Unwetter-Katastrophe in NRW: Lage am Freitag weiter angespannt

Die Lage in NRW bleibt weiter angespannt. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerung und Katastrophenschutz (BBK) in Bonn sind in Nordrhein-Westfalen 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Dramatische Berichte kamen vor allem aus Erftstadt: In Erftstadt-Blessem sei eine Reihe von Häusern ganz oder teilweise eingestürzt, teilte die Bezirksregierung Köln am Freitagmorgen (16.07.2021) mit. Ursache seien massive und schnell fortschreitende Unterspülungen der Häuser.

Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt. Die Feuerwehr hatte am Donnerstagabend im Kreis Heinsberg drei schwer verletzte Menschen aus dem Fluss Wurm retten können, die dort zu ertrinken drohten.

Nach Unwetter-Katastrophe: Armin Laschet informiert live über die aktuelle Lage in NRW

Das Landeskabinett NRW kommt am Vormittag zu einer Sondersitzung zusammen, um über die katastrophale Lage im Land zu beraten. Ministerpräsident Armin Laschet* und Innenminister Herbert Reul (beide CDU*) werden in einer anschließenden Pressekonferenz ab etwa 12 Uhr über die Unwetter-Lage in Nordrhein-Westfalen informieren. Wir berichten live.

Armin Laschet besuchte am Donnerstag (15.07.2021) die von Überflutungen besonders betroffene Ruhrgebietsstadt Hagen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Am Abend sagte er in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“*, es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen. Das Land werde helfen, nötig sei aber auch „eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden“.

Unterdessen wird bereits Kritik an der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen laut. Dirk Jansen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht die Laschet-Regierung bei der Unwetter-Katastrophe in der Mitschuld. Es seien zu wenig „naturnahe Flächen geschaffen worden“, die bei der Aufnahme der Wassermassen hätten helfen können. Stattdessen seien die potenziellen Überflutungsflächen mit Gewerbe- und Wohngebieten „zubetoniert“ worden. (iwe/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Land NRW/dpa

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