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Ute Freudenberg: Schlager-Star macht bei „Riverboat“ Parkinson-Erkrankung öffentlich - „Man sieht sie“

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Von: Armin T. Linder

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Riverboat Ute Freudenberg (r.) im Gespräch mit Kim Fisher
Ute Freudenberg (r.) im Gespräch mit Kim Fisher. © Screenshot MDR

Offenes Geständnis in der MDR-Talkshow „Riverboat“: Ute Freudenberg lebt seit Jahren mit der Krankheit Parkinson. Die Schlager-Sängerin will und kann es nicht länger verstecken.

Leipzig - Den Zuschauern der MDR-Talkshow „Riverboat“ dürfte der Atem gestockt haben. Schon als Moderatorin Kim Fisher ihren Gast Ute Freudenberg (66) ankündigte, wurde klar, dass es ernst wird: „Ute hat gesagt, Leute, ich komme euch heute mal besuchen, weil mir etwas auf der Seele brennt. Lass uns gar keine Promo für irgendwas machen, sondern lass uns über die Tatsache reden, dass ich seit einigen Jahren an Parkinson erkrankt bin.“ In der Talkshow machte die bekannte und beliebte Schlager-Sängerin dann ihre schwere Erkrankung öffentlich.

Ute Freudenberg sprach bei „Riverboat“ offen über ihre Krankheit
Ute Freudenberg sprach bei „Riverboat“ offen über ihre Krankheit. © Screenshot MDR

Schlager-Sängerin Ute Freudenberg hat Parkinson: Geständnis in MDR-Talk „Riverboat“

Das Negative habe sie immer für sich behalten, betont die Schlager-Sängerin. „Aber ich habe jetzt eine Krankheit, die man sieht. Die kann ich nicht einfach wegschweigen. Deswegen bin ich zu euch gekommen.“ Freudenberg erklärt: Mich betrifft es ganz besonders mit dem rechten Arm, und im Besonderen mit meiner Hand, mit meiner Handschrift. Ich habe eine Handschrift gehabt, die immer ganz viel Lob und Freude hervorgerufen hat, die habe ich jetzt nicht mehr, die ist weg aufgrund von Parkinson. Das hat mich in Situationen gebracht, die habe ich irgendwann nicht mehr ertragen, weil ich reagieren musste, wie ich es als Ute F. gar nicht bin.“

Sie habe Ausreden erfunden, als Fans Autogramme wollten. „Ich habe die Menschen enttäuscht, das will ich nicht mehr, weil ich das nicht bin. Ich möchte, dass meine Fans und alle, die es interessiert, wissen, dass ich diese Krankheit habe und dass ich nicht mehr schreiben kann.“ In der Talkshow fällt ihr ein Stein vom Herzen: „Ich bin jetzt richtig froh, dass ich das gesagt habe, dann geht‘s mir besser“, sagt sie und bekommt Applaus.

Schlager-Sängerin Ute Freudenberg bekam Parkinson-Diagnose schon 2018

Parkinson kündigt sich häufig lange vorher an. Erstmals bemerkt habe die jetzt 66-Jährige die Krankheit bei einer Autogrammstunde. „Auf einmal kriegte ich wie Stromschläge. Ich konnte kaum noch das Schreibgerät halten.“ Daheim setzten sich die Probleme fort - und mündeten in einen Arztmarathon. In der Uniklinik in Marburg folgte dann die schockierende Diagnose. „Das war im Mai 2018.“ Sie habe sich erst mal sammeln müssen. Ihr war klar, was die Diagnose Parkinson bedeutet, so die Schlager-Sängerin. „Und dann habe ich mir gedacht: Ach du Scheiße! Alt werden ist wirklich nichts für Feiglinge. Jetzt kommt was auf dich zu.“ Drei Tage lang habe sie in Schockstarre verbracht, sich dann darauf eingestellt, sich damit arrangiert, Wissen angeeignet.

Die Sängerin vermutet einen Zusammenhang mit dem jahrelangen Einatmen von Holzschutzmittel. Ihr fehle das Gen, Giftstoffe richtig zu verarbeiten. Dabei legt sie sonst so viel Wert auf einen gesunden Lebenswandel.

Schlager-Sängerin Ute Freudenberg: Die Krankheit „macht alles langsamer“

Morbus Parkinson ist eine bislang unheilbare Nervenkrankheit, die unter anderem Zittern und Gleichgewichtsstörungen auslöst. Ursache für die Krankheit ist das Absterben von Nervenzellen im Gehirn. Nach der Alzheimer-Krankheit ist Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie trifft vor allem ältere Menschen.

Die Krankheit mache „alles langsamer“, gesteht Ute Freudenberg, der Gang verändere sich. Doch die 66-Jährige hat sich ein kämpferisches Motto gesetzt: „Ich weiß, dass ich mich der Krankheit nicht ergeben werde.“ Sie will positiv denken, sich gesund ernähren und ihr 50. Bühnenjubiläum 2023 feiern. Jetzt muss sie ihre Krankheit auch nicht mehr verstecken und erntet viel Respekt für ihr Parkinson-Geständnis. Auch Frank Elstner lebt mit der Krankheit - und sprach ähnlich offen darüber. (lin)

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