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Sie will ihr gesammeltes Halbwissen anbringen, sagt Katrin Bauerfeind.

Katrin Bauerfeind

„Die Show zur Frau“

Seriös, aber auch albern – eine Kombi, die Katrin Bauerfeind in ihrer Talkshow leben möchte.

Ihr Name ist „wahrscheinlich“ Katrin Bauerfeind. Aber wer weiß, vielleicht sei es auch nur ein Tarnname und sie werde von Außerirdischen gesteuert, sagt die Moderatorin, aktuell im Ersten im Gespräch mit Dieter Nuhr, gleich zu Beginn der Aufzeichnung ihrer Talkshow. Mit Verschwörungstheorien startet die 36-Jährige am Mittwochabend (6. Februar/21.45 Uhr) eine neue Reihe. Seit mehr als zehn Jahren steht die Journalistin, deren Karriere mit dem Internet-Format „Ehrensenf“ begann, vor TV-Kameras und präsentierte diverse Formate öffentlich-rechtlicher Sender. Beim ARD-Spartensender One zeigt sie jetzt „Bauerfeind – Die Show zur Frau“ und bewegt sich damit, wie sie es formuliert, inhaltlich „zwischen Maybrit Illner und Heidi Klum“.

Diese Kombi – „also seriös, aber auch albern“ – komme ihr sehr entgegen, sagte Bauerfeind der Deutschen Presse-Agentur. „Oft schließt sich das ja aus in Deutschland. Da wird entweder ganz ernsthaft diskutiert, dann gibt‘s aber wenig zu lachen, oder es ist nur Comedy und dann ist wurscht, Hauptsache Lacher.“ Die Idee sei aber, eine „möglichst heitere Diskussion“ zu führen, um am Ende dem Thema näherzukommen. „Gern können also Heidi und Maybrit vorbeikommen, vielleicht zum Thema: Moderne Frauenbilder. Mit den Männern hab ich schon über die neuen Rollenbilder diskutiert. Die beiden wären doch eine spannende Kombi.“

Immer mit Haltung

In der neuen Show könne sie endlich all ihr Geschichten, Anekdoten, Gags und ihr gesammeltes Halbwissen anbringen, sagt Bauerfeind. Nie bierernst, aber immer mit Haltung will sie abseits des Tagesgeschehens, jedoch mit aktuellen Bezügen in jeder Show ein Thema aufgreifen, das die Gesellschaft bewegt und die Gemüter erhitzt. „Von Humor und der Frage, worüber man in politisch korrekten Zeiten noch lachen darf, bis hin zu Schönheitswahn und ob wir mittlerweile lieber schön als schlau sind, also ob Botox jetzt die neue Bildung ist.“ Zwölf Sendungen, die am Samstagabend nach der One-Ausstrahlung auch im MDR Fernsehen laufen, sind geplant.

Den Auftakt macht das Thema „Jedem seine Wahrheit – Verschwörungen und andere Theorien“. Es geht um Theorien wie die der „Flat Earth“-Bewegung, deren Anhänger der Meinung sind, dass die Erde eine Scheibe ist. Mehr als 100 000 Follower habe diese Bewegung auf Facebook, erzählt Bauerfeind, und damit mehr als sie selbst – „und ich bin mehr als eine Theorie“. Zu Gast ist etwa Komiker Oliver Pocher, „weil er als Zeuge Jehovas aufgewachsen ist und wir uns fragen, inwieweit Religionen nicht auch schon in Verschwörungstheorien lappen, da es ja auch für die Auferstehung Jesu oder die Erscheinung des Heiligen Geistes keinen konkreten wissenschaftlichen Beweis gibt“, erklärt sie.

Eine Woche später geht es mit Moderatorin Ruth Moschner, Komikerin Annette Frier und dem Koch Nelson Müller um die Frage: Ist Essen unser neuer Gott? Mit den Komikern Michael „Bully“ Herbig und Ingmar Stadelmann thematisiert sie: Worüber darf man heute noch lachen? „Man darf über immer weniger lachen, sollte es aber grade dann umso mehr tun“, sagt sie selbst. Mit den Schauspielern Bjarne Mädel und Cordula Stratmann fragt sie sich, wo die Höflichkeit bleibt – und findet: „Höflichkeit ist oft wie Handschuhe im Winter. Man lässt sie schnell mal irgendwo liegen, sobald man drin ist, und sie fallen einem erst wieder ein, wenn‘s eisig kalt ist und man sie dringend gebrauchen könnte. Deswegen nie die Handschuhe vergessen.“

Weitere Gäste der rund 45-minütigen Talkrunden sind etwa Hella von Sinnen, Michael Michalsky und Ute Lemper. „Ich rede also mit tollen Leuten, und wenn in der zweiten Staffel dann Maybrit und Heidi kommen, bin ich wirklich wunschlos glücklich“, sagt die Gastgeberin, die auch Schauspielerin („You Are Wanted“) und Buchautorin („Hinten sind Rezepte drin“) ist und deren Podcast „Frau Bauerfeind hat Fragen“ in die dritte Staffel geht. „Teilweise ganz erheiternd“ findet sie Verschwörungstheorien – „wie die, dass Stevie Wonder anscheinend gar nicht blind ist, aber jetzt nicht mehr aus der Nummer rauskommt“. (dpa) 

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