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Herzogin Meghan (l.) im Natural History Museum in London.

Meghan Markle

Jeder noch so kleine Schritt

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Seit ihrer Hochzeit mit Prinz Harry steht Herzogin Meghan unter Beobachtung der britischen Medien. Das erinnert manche an die tragische Geschichte Lady Dianas.

Es ist noch nicht allzu lange her, da wurde Meghan Markle als das Beste bezeichnet, was der royalen Familie passieren konnte. Die US-amerikanische Ex-Aktivistin und Tochter einer dunkelhäutigen Mutter würde gemeinsam mit Prinz Harry das britische Königshaus ins neue Zeitalter führen, es modernisieren, gar retten. So jedenfalls jubelte die Weltpresse.

Neun Monate nach der Traumhochzeit aber muss Schauspieler George Clooney einschreiten, um die Herzogin von Sussex zu verteidigen. Das Protokoll untersagt es, dass sie sich selbst äußert. Also melden sich dieser Tage besonders häufig Freunde zu Wort, „natürlich überhaupt nicht choreografiert“, wie Beobachter ironisch anmerkten. „Meghan wird verfolgt und verunglimpft wie Diana“, kritisierte also nun Clooney, der mit seiner Frau Amal zum Bekanntenkreis des royalen Paars gehört. Seiner Meinung nach werde die schwangere Herzogin schlecht behandelt.

Nun ist auf der Insel nicht immer ganz klar, bei welchen Nachrichten es sich lediglich um Gerüchte handelt und welche Schlagzeilen einen wahren Kern beinhalten. Dass das Zerwürfnis in der Familie Markle tief sitzt, darf als gesichert gelten, nachdem am vergangenen Wochenende der emotionale Brief, geschrieben von der Tochter an ihren Vater, in der Boulevardpresse aufgetaucht war.

Die Geschichte hat Soap-Opera-Charakter. Sie hat ihn verletzt. Er hat sie verletzt. Alles wie im echten Leben, möchte man meinen, nur handelt es sich bei den Windsors eben doch um eine auf Traditionen bedachte Institution, für die zu arbeiten schon viele Mitglieder an ihre Grenzen gebracht hat. Krankenhäuser eröffnen, Hände schütteln, noch mehr Hände schütteln, Obdachlosenheime besuchen – und bei all dem stets lächeln, ohne politische Meinungen zu äußern, wie die Herzogin das vor der Heirat gerne getan hat, geschweige denn in den Medien Unruhe zu stiften.

Sie sei regelrecht versessen auf ihr persönliches Image anstatt die royale Familie über ihr eigenes Wohl zu stellen – so lautet immer wieder die Kritik der traditionell robusten britischen Medien. Will man Stimmen aus dem Hintergrund glauben, verschlingt Meghan täglich die Berichterstattung über sich. „Dabei geht es nicht um einen selbst, sondern um jene Person, deren Gesicht auf den Briefmarken prangt“, befand eine Kommentatorin.

Ähnlich sieht das auch die Kolumnistin Amanda Platell vom Boulevardblatt „Daily Mail“. Die Schonfrist für die Ex-Aktivistin sei endgültig vorbei, schrieb sie. Überhaupt, Meghan hätte besser von ihrer Schwägerin, der Herzogin von Cambridge, lernen sollen, dann wüsste sie, dass es sich beim Einheiraten in die königliche Familie um „einen Marathon und keinen Sprint“ handele.

Es war dieselbe Zeitung, die von Insidern erfahren haben will, dass die Herzogin mit ihrer Rolle als Adelige hadere und sehr unglücklich sei. Nun dienen einige der Berichte der vergangenen Monate nicht gerade als Stimmungsaufheller für die 37-Jährige. Alles begann, als sie und der 34 Jahre alte Harry verkündeten, nach Windsor aufs Land ziehen zu wollen – und damit weg aus dem Kensington-Palast, wo auch Prinz William und Herzogin Catherine mit ihren drei Kindern wohnen.

Der Ortswechsel veranlasste den nach Skandalen gierenden Boulevard zu wilden Spekulationen. Herrscht Streit wegen „Duchess Difficult“, der angeblich „schwierigen Herzogin“? Trieb die Liebe von Harry einen Keil zwischen die Brüder? „William war ziemlich besorgt darüber, wie schnell sich die Beziehung entwickelt hat“, sagte Königshaus-Expertin Katie Nicholl gegenüber Medien. Was als gut gemeinter brüderlicher Rat gedacht gewesen sei, habe Harry, stets Meghans Beschützer, nur gereizt. „Er hat das so interpretiert, dass sein Bruder nicht wirklich hinter seiner Ehe steht und seitdem stehen die Dinge nicht mehr völlig richtig.“

Hinzu kommen die Gerüchte der Fehde zwischen den Herzoginnen. Bei öffentlichen Terminen versuchen die beiden Frauen zwar, demonstrativ alles Negative wegzustrahlen und wegzuplaudern, doch abwimmeln lässt sich die Presse keineswegs. Immer wieder ist zu hören, wie sich Catherine und Meghan beispielsweise in ihren Ansichten unterscheiden, wie mit dem Palastpersonal umzugehen sei. Nachdem drei Angestellte von der Herzogin von Sussex innerhalb weniger Wochen reißaus nahmen, verrieten Insider, dass diese ihr Personal mit Textnachrichten bombardiere und die Frühaufsteherin schon morgens um 5 Uhr über die Art und Weise reden wolle, wie sie ihre royale Rolle ausgestalten könne.

„Sie hat sehr hohe Standards und ist es gewohnt, in einer echten Hollywood-Umgebung zu arbeiten“, wird in der „Sun“ ein Eingeweihter zitiert. „Doch im royalen Haushalt herrscht ein anderes Maß an Respekt und Kate war stets sehr vorsichtig dabei, wie sie sich gegenüber dem Personal verhält.“ In wenigen Wochen bekommen die Herzogin und der Herzog von Sussex ihr erstes Baby. Immerhin, endlich mal wieder gute Nachrichten.

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