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Harry und Meghan? Ohne Witz: „Die beiden sind wirklich nett“, sagt Clooney, hier mit Gattin Amal.

George Clooney

„Ich war ganz schön sauer, dass mir ein Baby die Schau gestohlen hat“

George Clooney und Archie haben am selben Tag Geburtstag. Wenn Prinz Harrys Spross auch so ein Spaßvogel wird wie der Schauspieler, dürfte es lustig werden im Hause Windsor.

Wir treffen uns am Tag nach seinem 58. Geburtstag. Auf das leicht verspätete „Happy Birthday, George“ antwortet er: „Danke. Ich bin jetzt 38 und habe mich nie besser gefühlt.“ Dann lässt er – natürlich auch wieder mit Humor – seinem wahren Gefühl freien Lauf: „Grrrrr.“ Es war keine große Feier: „Ein Abendessen mit Amal.“ Und zwei Freunden, die mit Clooneys Frau „unermüdlich, Tag und Nacht“ für die Freilassung von zwei Journalisten, die in Myanmar gefangen gehalten wurden, gekämpft hatten. Während des Geburtstagsdinners kam ein Anruf: Die Journalisten waren gerade freigelassen worden. George kamen die Tränen: „Es war das schönste Geburtstagsgeschenk meines Lebens.“

Sie sind ein politisch sehr engagierter Mensch …
George Clooney: … der nicht in die Politik gehen will. Da müsste man zu viele Zugeständnisse machen, dazu bin ich nicht bereit.

Also reihen Sie sich nicht ein in die Schlange der demokratischen Bewerber um das Präsidentschaftsamt?
Nein, aber ich werde helfen, wo ich kann. Ich bin mit einigen von ihnen befreundet. Joe Biden ist ein sehr guter Freund von mir.

Sie sind mit Wohnsitzen in Amerika, Italien und England sozusagen zu zwei Dritteln Europäer. Was halten Sie vom Brexit?
Ein Desaster. Das schlimmste Eigentor der Geschichte. Amal und ich leben in einer kleinen englischen Stadt namens Sonning. Unsere Nachbarin ist Theresa May. Wie haben sie noch nie getroffen. Denn sie geht in die Kirche und Amal und ich gehen in die Kneipe. Mit dem Brexit hat sich das nicht geändert. Nur, dass sie seitdem in die Kneipe geht und wir in die Kirche.

Friedensnobelpreis: Greta Thunberg oder Amal Clooney - wer gilt als Favoritin?

Sie sind dafür bekannt, dass sie Dinge beim Namen nennen. Damit kann man sich Feinde machen. Wie vorsichtig sind Sie? Lassen Sie Hotels, in denen Sie mit Ihrer Familie absteigen, nach Bomben durchsuchen?
(Er lacht, wird dann aber sofort ernst) Meine Frau bringt den IS vor Gericht. Natürlich müssen wir auf der Hut sein. Manchmal müssen wir das Hotel wechseln. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch unser Leben so normal wie möglich leben. Sie kennen mich. Ich umgebe mich nicht mit Security, die mich isoliert.

Sie engagieren sich zum Beispiel mit einer Organisation, die von despotischen Machthabern Geld zurückholt, das eigentlich für ihr Land bestimmt war, aber von ihnen einkassiert wurde.
Das macht Spaß! Sie sollten mal sehen, wie ich mich mit dem Boss einer großen Bank an den Tisch setze und sage: „Hier ist der Beweis von unserem Finanzsachverständigen, dass ein Machthaber 400 Millionen Dollar unterschlagen und dieses Geld über eine Strohfirma in Ihrer Bank deponiert hat. Wir sagen Ihnen jetzt, wer das ist und Sie tun entweder etwas – oder wir berufen eine Pressekonferenz ein.“

Warum stellen Sie nicht die Kriegsherren und Despoten selbst an den Pranger?
Wir haben das versucht, jahrelang, unter anderem mit Omar al-Bashir, dem Ex-Präsidenten des Sudan, der wegen Völkermordes angeklagt ist. Wir haben Satellitenfotos als Beweis gehabt, aber es hat nichts genützt. Man kann nur die bloßstellen, die mit den Machthabern Geschäfte machen. Das ist die gute Seite von Social Media.

Mal weg von der Politik. Wie ist Ihr Liebesleben?
Ich habe zwei Kinder. Ich kann nachts durchschlafen …

Es war nur ein Scherz.
Ich weiß.

Ich versuch’s mal anders: Sie haben eine Ehefrau, Sie haben Kinder und Sie haben den Tequila …
Ich habe eine Frau und Kinder wegen dem Tequila …

… ich meinte eher, dass Sie nun andere Prioritäten im Leben haben. Fühlen Sie immer noch die Leidenschaft für das Schauspiel und das Produzieren?
Klar. Der Beweis ist meine neue Serie „Catch 22“. Ich habe daran fast zwei Jahre gearbeitet und wir haben gerade vor acht Tagen die letzten – am Computer entworfenen – Szenen gedreht.

Sie sind während der Dreharbeiten in Italien mit dem Motorrad verunglückt. Es heißt, Ihre Frau hat Ihnen danach das Motorradfahren verboten. Was sonst noch?
Alles! (lacht) Nein, im Ernst, sie hat mir gar nichts verboten. Das brauchte sie auch nicht. Als wir nach meinem Unfall aus dem Krankenhaus kamen, da fragte sie mich „Wirst du wieder fahren?“ Dazu muss man wissen, dass ich den anderen mit 70 Meilen pro Stunde gerammt habe.

Also mit über 110 Stundenkilometern …
In 99 von 100 Fällen überlebt man so etwas nicht. Also habe ich mir gesagt „40 schöne Jahre im Motorradsattel reichen“. Ich habe Kinder, da muss man verantwortungsbewusst sein.

Ihre Kinder werden bald zwei Jahre alt sein. Welche Sprache sollen sie in erster Linie sprechen? Englisch oder Italienisch?

Da wir die meiste Zeit in Italien leben, haben wir entschieden, dass Italienisch eine ihrer ersten Fremdsprachen sein soll. Sie können schon auf Englisch und Italienisch buchstabieren und bis 20 zählen. Das kann ja ich nicht mal … Sie haben in Sachen Köpfchen ganz bestimmt die Gene ihrer Mutter mitbekommen.

Und die Begabung des Vaters, Streiche zu spielen?
Mein Sohn und ich sind da ein Spitzenteam. Ich habe ihm neulich Erdnussbutter an den Schuh geschmiert. Er hat sie mit dem Finger abgekratzt und ist zu Amal gerannt: „Mama, Kacka, Kacka“. Wenn ich ihn jetzt noch dazu bekomme, den Finger abzulecken, dann ist er perfekt.

Genau an Ihrem Geburtstag kam auch das Baby von Meghan und Harry auf die Welt.
Also ich war ganz schön sauer, dass ein Baby mir die Schau gestohlen hat, auch wenn es ein royales ist.

Sie sind mit Meghan and Harry befreundet.
Wir kennen die beiden schon eine Weile. Wir leben nicht allzu weit voneinander entfernt, treffen uns ab und an zum Abendessen. Die beiden sind wirklich nette Menschen, mit denen man Spaß haben kann. Sie werden großartige Eltern sein.

Ihr fünfter Hochzeitstag steht bevor.
Waaas? Es hieß doch, dass es nicht von Dauer sein würde … Im Ernst, ich bin ein Glückspilz. Ich habe in der späten Phase meines Lebens jemanden gefunden, den ich liebe wie niemanden zuvor und auf den ich stolz bin wie auf niemanden zuvor.

Interview: Dierk Sindermann

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