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Hoher Fleischkonsum gefährdet die Lebensmittelversorgung

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Von: Kilian Bäuml

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Weltweit wird immer mehr Fleisch konsumiert. Eine Studie hat sich mit den Auswirkungen des Fleischkonsums beschäftigt - mit einem beunruhigenden Ergebnis.

Frankfurt – Der weltweit steigende Fleischkonsum, sowie die Art der Nahrungsmittelproduktion gefährden die künftige Lebensmittelversorgung. Das ist das Ergebnis einer Studie mit dem Namen „The Coming Sustainable Food Revolution“ (deutsch: Die kommende Revolution der nachhaltigen Ernährung) der Unternehmensberatung PwC Strategy&.

Da auch die Weltbevölkerung stetig zunimmt, wird mehr Nahrung gebraucht, um alle Menschen zu ernähren. Deshalb ist es laut der Studie wichtig, schnellstmöglich umzusteuern und auf einen nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen und eine effizientere Produktion zu setzen.

Person beim Einkaufen in der Fleischabteilung im Supermarkt
Weltweit wird immer mehr Fleisch konsumiert. (Symbolbild) © IMAGO/Martin Wagner

Hoher Fleischkonsum - die Nahrungsmittelindustrie braucht zwei Drittel des Wassers

Um Nahrungsmittel produzieren zu können, wird viel Wasser benötigt - vor allem tierische Produkte haben einen hohen Verbrauch. In einem Kilogramm Rindfleisch stecken beispielsweise über 15.000 Liter Wasser, wie die Tierschutzorganisation Peta berichtet. Das liegt vor allem daran, dass die Nutztiere nicht nur Wasser trinken, sondern für den Futteranbau in der Nutztierhaltung ebenfalls Wasser benötigt wird.

Inzwischen verbraucht die Nahrungsmittelindustrie zwei Drittel des weltweiten Wassers. Hinzu kommt, dass dieses mit Nährstoffen belastet wird. Das geschieht unter anderem durch das starke Düngen von Feldern, wodurch Schadstoffe ins Grundwasser gelangen können. Außerdem ist die Nahrungsmittelindustrie für drei Viertel aller Treibhausgasemissionen verantwortlich, heißt es in der Studie weiter.

Auch hier wird die Fleischindustrie hauptverantwortlich gemacht. Der Konsum von Fleisch und tierischen Produkten sei in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche werde inzwischen direkt oder indirekt für die Fleischproduktion genutzt. Gleichzeitig mache Fleisch aber nur etwa 11 Prozent des weltweiten Kalorienverbrauchs aus.

Lebensmittelversorgung - Der Krieg in der Ukraine sorgt für steigende Preise

Wie schnell das aktuelle System der Nahrungsmittelproduktion an seine Grenzen stößt, wurde erst kürzlich unter Beweis gestellt. Der Ukraine-Krieg hat die Nahrungsmittelpreise weltweit drastisch ansteigen zu lassen.

Effiziente Lieferketten zu etablieren, ist deshalb äußerst wichtig. Derzeit werden rund ein Drittel aller Nahrungsmittel entsorgt, da sie durch Verzögerung im Transport, bei der Ernte oder aus anderen Gründen verderben. PwC schlägt etwa eine Optimierung der Bewässerung und genauere Verfolgbarkeit der Ware während der Lieferung vor. Das soll zur Nachhaltigkeit beitragen und künftige Preissteigerungen verhindern.

Fleisch und Wursttheke in einem Supermarkt
Die Fleischproduktion gefährdet die Lebensmittelversorgung. (Symbolbild) © IMAGO/Jakub Porzycki

Den Fleischkonsum zu verringern sorgt für mehr Nachhaltigkeit

Den Fleischkonsum zu verringern, ist ein effektives Mittel, um die Ernährung nachhaltiger zu machen und dadurch die Lebensmittelversorgung zu sichern. Während ein Kilogramm Rindfleisch mehr als 15.000 Liter Wasser in der Produktion verbraucht, benötigt ein Kilogramm Getreide lediglich 1600 Liter Wasser. Doch auch zwischen den Fleischsorten gibt es Unterschiede, so lässt sich laut der Studie beispielsweise 30 Prozent Wasser einsparen, wenn man statt Rindfleisch Hühnerfleisch verwendet. Am nachhaltigsten ist eine vegetarische oder pflanzliche Ernährung. (Kilian Bäuml/dpa)

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