Ermittlungen nach schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern.
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Ermittlungen nach schwerem sexuellem Missbrauch von Kindern.

Kommentar

Lebenslanges Leid

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Härtere Strafen für Missbrauchstäter reichen nicht. Das Kindeswohl muss Vorrang haben. Immer. Ein Kommentar.

Härtere Strafen für Missbrauchstäter reichen nicht. Das Kindeswohl muss Vorrang haben. Immer.

Was genau die Täter von Bergisch Gladbach, Lügde oder Münster den Kindern angetan haben, das zu wissen, bleibt uns Normalbürgern Gottlob erspart. Es sind Polizisten und Juristen, die sich mit den Einzelheiten der Missbrauchsfälle konfrontieren müssen und dafür Dank und Anerkennung verdienen. Derlei ist mit Geld nicht zu bezahlen.

Es gibt allerdings ein Bild, das nun publik wurde und wegen seiner bloßen Funktionalität unfassbar ist. Der Hauptverdächtige von Münster hatte sich nämlich in der Laube einer gepflegten Gartenanlage ein regelrechtes Studio eingerichtet – mit versteckten Festplatten, Aufnahmegeräten und Videokameras. Hier war also kein Mann am Werk, der gegen seine verheerende Neigung verzweifelt ankämpfte, sondern einer, der sie mit allen technischen Mitteln und gemeinsam mit anderen an Wehrlosen auslebte. Dafür gibt es keine Worte. Derlei lässt sich wohl nur aus dem Eigenleben einer Szene erklären, die komplett abgeschottet nach im wortwörtlichen Sinne eigenen Gesetzen funktioniert und sich normalen moralischen Maßstäben entzieht.

Nun hat – wieder einmal – eine Debatte darüber begonnen, wie sich solche Taten verhindern lassen. Darunter ist auch der verständliche wie berechtigte Ruf nach Strafverschärfungen, den Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) soeben erhört hat. Ungeachtet dessen werden sich skrupellose Täter dadurch kaum von ihrem Handeln abbringen lassen. Andere Mittel liegen beim Schutz der Kinder näher.

Dazu gehört der Ausbau von Ermittlungskapazitäten. Das meint nicht nur mehr, sondern auch mehr IT-technisch versiertes Personal. Solche Experten waren es offenbar, die in Münster zum Durchbruch verhalfen, nachdem es im Missbrauchsskandal von Lügde noch reihenweise Pannen gegeben hatte. Dazu gehört ferner ein genauerer Blick auf gefährdete Kinder und eine höhere Sensibilität für Auffälligkeiten. Im Zweifel müssen Jugendämter früher und entschlossener einschreiten. Daran fehlt es zuweilen. Das Kindeswohl muss Vorrang haben. Immer und uneingeschränkt.

Schließlich belegt der Fall Münster abermals, dass Täter mit pädophilen Neigungen schwer oder gar nicht therapierbar sind. Mit Rückfällen muss auch bei vermeintlich Einsichtigen gerechnet werden. Das alles spricht dafür, diese unter Beobachtung zu halten – sowie die erkennbar Uneinsichtigen dauerhaft in Sicherungsverwahrung zu nehmen.

Klar ist: Wer den sexuellen Missbrauch von Kindern mit derartiger Kälte wie die Täter in Münster betreibt, für den kann es unter Beachtung rechtsstaatlicher Grundsätze keine Gnade geben. Die Opfer haben lebenslang – ob sie wollen oder nicht.

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