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Schäden in einem Dorf nahe Goma. Justin KATUMWA/AFP
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Schäden in einem Dorf nahe Goma. Justin KATUMWA/AFP

Vulkan Nyiragongo im Kongo ausgebrochen

Lava zerstört 17 Dörfer im Kongo

  • Johannes Dieterich
    VonJohannes Dieterich
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Tausende Menschen fliehen vor Vulkanausbruch im Osten des Kongo. Viele werden noch vermisst.

Die Region um Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist eine der gewalttätigsten Gegenden der Welt. In den vergangenen 25 Jahren wurde die Region von zahllosen Rebellengruppen in ein Bürgerkriegsgebiet verwandelt, fünf Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren. Auch die spektakuläre Seen- und Bergwelt zeigt sich gelegentlich von ihrer gewalttätigen Seite: Etwa wenn, wie am Samstag, der fast 3500 Meter hohe Vulkan Nyiragongo ausbricht. Bei seinem jüngsten Ausbruch vor 19 Jahren waren 25 Millionen Kubikmeter Lava bis ins Zentrum der mehr als eine Million Einwohnerinnen und Einwohner zählenden Provinzhauptstadt Goma geflossen. Damals wurden viele Häuser und der Flughafen zerstört, mehr als 250 Menschen starben. Bei einem früheren Ausbruch vor 44 Jahren waren bis zu 2000 Menschen ums Leben gekommen.

Zahlreiche Vermisste

Daran gemessen hatten die Bewohner:innen Gomas dieses Mal Glück. Der Lavafluss kam einen Kilometer vor den Toren der Stadt zum Stillstand. Auch der Flughafen blieb verschont. Fachleuten zufolge handelte es sich diesmal auch nicht um einen wirklichen Ausbruch, „lediglich“ um einem Riss im Krater des Vulkans, heißt es: Daraufhin lief der Magmasee aus.

Immerhin vernichteten die beiden Lavaströme insgesamt 17 Dörfer und mehr als 500 Häuser – vor allem in einem Buhene genannten Vorort von Goma. Dort sollen auch mehrere zur Flucht zu schwache ältere Menschen ums Leben gekommen sein. „Ich habe versucht, ihn noch wegzutragen“, berichtete die 68-jährige Ernestine Kabuo von ihrem kranken Mann gegenüber Reuters: „Aber ich schaffte es nicht, er verbrannte mit unserem Haus.“ Am Montag war von 15 Todesopfern die Rede – allein neun Personen kamen bei einem von Flüchtenden verursachten Verkehrsunfall ums Leben.

Insgesamt suchten gut 30 000 Menschen die Flucht. Ein Teil von ihnen rettete sich ins Nachbarland Ruanda. Allerdings wird befürchtet, dass unter der inzwischen erkalteten Magma noch mehr Opfer begraben sind. Das Kinderhilfswerk Unicef spricht von 170 vermissten Kindern sowie von 150 Kindern, die ihre Eltern vermissen.

„Wir hatten großes Glück, dass nur der Lavasee ausfloss und kein neues Magma aus dem Schlot kam“, sagte der in Goma stationierte Vulkanologe Dario Tedesco. Daher sei auch die Geschwindigkeit der Magmaflüsse eher gering gewesen. Bei vorigen Ausbrüchen des Nyiragongo waren diese bis zu 100 Stundenkilometer schnell. Der im Virunga-Park gelegene Vulkan gilt deshalb als einer der gefährlichsten der Welt. Dass der Ausfluss des sich zuvor schnell füllenden Lavasees von Wissenschaftler:innen nicht vorausgesagt wurde, liegt offenbar auch daran, dass die Finanzierung von Gomas Vulkan-Observatorium durch die Weltbank seit einem halben Jahr nicht mehr gesichert ist, weil es zu Korruptionsvorwürfen gekommen war. Seit Oktober habe das Zentrum über keine Internetverbindung mehr verfügt, sagte dessen wissenschaftlicher Leiter Celestin Kasereka Mahinda. Deshalb hätten auch keine seismischen Aufzeichnungen mehr stattgefunden.

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