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Lauterbach will Widerspruchslösung: „Keine Verbesserung für Menschen, die ein Organ brauchen“

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Von: Ares Abasi

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Lauterbach will mit der Einführung einer Widerspruchslösung einen neuen Anlauf zur Regelung der Organspende nehmen. 
Lauterbach will mit der Einführung einer Widerspruchslösung einen neuen Anlauf zur Regelung der Organspende nehmen.  © Carsten Koall/dpa

Karl Lauterbach setzt sich für die Widerspruchslösung ein. Die Bereitschaft zur Organspende soll so erhöht werden. Vor zwei Jahren scheiterte der Versuch.

Berlin – Künftig soll jeder prinzipiell Organspender:in sein, der oder die nicht ausdrücklich widerspricht, zumindest wenn es nach Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht. Lauterbach will mit der Einführung einer Widerspruchslösung einen neuen Anlauf zur Regelung der Organspende nehmen. „Ich glaube, wir haben jetzt viel versucht, aber es hat nicht wirklich funktioniert. Es hat keine Verbesserung für die Menschen gegeben, die ein Organ brauchen“, sagte Lauterbach im ARD-Hauptstadtstudio.

Aus meiner Sicht brauchen wir unbedingt einen neuen Anlauf für die Widerspruchslösung. Anders werden wir das Problem nicht gelöst bekommen“, sagte Lauterbach und zeigte sich zuversichtlich: „Wir werden auch dafür eine Mehrheit finden.“

Vor zwei Jahren war Lauterbachs Vorschlag zur Widerspruchslösung im Bundestag gescheitert. Stattdessen wurde die erweiterte Zustimmungslösung eingeführt. Das heißt, ein:e Organspender:innen muss zu Lebzeiten eingewilligt haben oder seine nächsten Angehörigen müssen im Todesfall einwilligen - aber die Bürger:innen sollen an den Ausweisstationen aktiv darüber informiert werden und sich in einem Online-Register registrieren lassen können. Doch der Start des Registers hat sich verzögert.

Lauterbach will Widerspruchslösung: „Würde Rückgang für Organspende beheben“

Lauterbach schob die Verzögerung auf technische Probleme und die Corona-Pandemie. Generell sei das Gesetz kompliziert und sehr schwer umzusetzen. Doch das sei nicht der Grund für den Rückgang der Organspenden: „Die Spenden gehen zurück, weil die Bereitschaft zur Spende zwar da ist - aber es wird nicht registriert. Eine Widerspruchslösung würde das beheben.“

Die Bereitschaft zur Organspende sei in Deutschland unverändert hoch. Das zeigt zumindest eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Demnach stehen 84 Prozent der Bürger:innen dem Thema Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Das sind etwa so viele wie in den Umfragen 2018 und 2020. (Ares Abasi/dpa)

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