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Lampedusa: Camp für Geflüchtete ist erneut komplett überfüllt

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Von: Moritz Serif

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Das Camp bietet eigentlich nur Platz für maximal 350 Personen. Aktuell halten sich dort fast 2000 Menschen auf. Der Bürgermeister meldet sich zu Wort.

Lampedusa - Vor etwa zwei Wochen ist das Camp für geflüchtete Menschen auf der italienischen Insel Lampedusa geräumt worden. Nun ist es wieder deutlich überfüllt. Laut italienischer Nachrichtenagentur Ansa halten sich dort fast 2000 Menschen auf - eigentlich hat das Camp Platz für maximal 350 Personen.

Nachts und am Morgen seien drei Boote mit Migrant:innen eingetroffen, die aus Syrien, Ägypten, dem Sudan und diversen westafrikanischen Staaten flüchteten. Zwei der Boote hätten in Tunesien und eines in Libyen abgelegt. Die Turiner Tageszeitung La Stampa berichtete außerdem, dass die Menschen nicht in die Regionen gelangen dürften, wo sich Tourist:innen aufhalten.

Das Camp in Lampedusa ist erneut überfüllt (Archivbild).
Das Camp in Lampedusa ist erneut überfüllt (Archivbild). © Alberto Pizzoli/afp

Camp für Geflüchte auf Lampedusa ist überfüllt: „Die Insel hält stand“

Dafür errichtete Lampedusa neue Wachtürme - auch Soldaten seien im Einsatz. „Die Insel hält stand. Es ist ein Problem, von dem die Touristen zum Glück nichts merken“, sagte Bürgermeister Filippo Mannino. Diese haben dem Zeitungsbericht zufolge gerade andere Probleme: Weil Bankautomaten und Kartenzahlsysteme nicht funktionierten, seien einige auf Tagestrip nach Palermo gereist, um Bargeld abzuheben.

Am zweiten Juli-Wochenende hatten die Behörden schon einmal begonnen, das Camp zu räumen und die Marine brachte mehr als 1000 Menschen nach Sizilien. Berichte über die Zustände im Erstaufnahmelager hatten für Empörung gesorgt.

Überfülltes Camp: Ex-Bürgermeisterin von Lampedusa postet Foto bei Facebook

Giusi Nicolini, Ex-Bürgermeisterin von Lampedusa, postete bei Facebook Bilder und ein Video aus dem Camp. „Frauen, Kinder, Kranke und Pflegebedürftige schlafen auf dem Boden, wo sie auch essen, zwischen dem Müll. Diese Bilder könnten aus Libyen stammen. Aber nein, das ist Italien“, schrieb Nicolini.

Das Rettungsschiff „Geo Barents“ hatte in der Nacht zum Dienstag 89 Menschen gerettet, berichtete die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“. Auch die Rettungsorganisation Sea Watch konnte 400 Geflüchtete auf ihrem Rettungsschiff aufnehmen. Hunderte Menschen warten allerdings darauf, an Land gehen zu dürfen.

Das Mittelmeer ist die gefährlichste Fluchtroute der Welt

Laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) ist das Mittelmeer die gefährlichste Fluchtroute der Welt. Nach Schätzungen sind seit Jahresbeginn 900 Menschen auf der Überfahrt ums Leben gekommen oder spurlos verschwunden.(mse/dpa/epd)

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