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Es läuft ziemlich rund

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Von: Julia Hildebrandt

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Mit ihren aufwendigen Choreographien verdreht Helene Fischer nicht nur ihren Fans den Kopf.
Mit ihren aufwendigen Choreographien verdreht Helene Fischer nicht nur ihren Fans den Kopf. © dpa

Blond, schlank, gutaussehend, strahlendes Lächeln, ein bisschen sexy, aber nicht zu sehr: Deutschlands erfolgreichste Schlagersängerin Helene Fischer feiert ihren 30. Geburtstag.

Helene Fischer wäre die ideale Zahnarzthelferin. Eine, die einem sanft über den Handrücken streicht, wenn es wehtut. Blond, schlank, gutaussehend, mit einem strahlenden Lächeln, ein bisschen sexy, aber nicht zu sehr. Helene Fischer ist aber keine Zahnarzthelferin, sondern die derzeit erfolgreichste Schlagersängerin Deutschlands. Über fünf Millionen Tonträger hat Helene Fischer, die in Sibirien als zweite Tochter russlanddeutscher Eltern geboren wurde, verkauft. Dazu ist die staatlich anerkannte Musicaldarstellerin eine gefragte Moderatorin.

Gerade hat sie auch noch ihr eigenes Parfüm mit dem sprechenden Namen „That’s Me“ auf den Markt gebracht. Und für die Weltmeister-Feier vor dem Brandenburger Tor in Berlin textete Fischer erst ihren Hit „Atemlos“ um und tanzte dann mit den Nationalspielern eine Polonaise. Man könnte also sagen: Es läuft ziemlich rund für Helene Fischer, die morgen 30 Jahre alt wird.

Begonnen hat ihre makellose Karriere vor knapp zehn Jahren. Ihre Mutter schickte eine CD an Künstlermanager Uwe Kanthak, der auch Michelle und Dieter Thomas Heck unter Vertrag hat.

Dann ging alles ganz schnell: Auf den Plattenvertrag folgte der erste Fernsehauftritt 2005 im „Hochzeitsfest der Volksmusik“, moderiert von Florian Silbereisen. Der sollte allerdings erst drei Jahre später der Mann an ihrer Seite werden. Liebe auf den ersten Blick sei es nicht gewesen, sagte Fischer einst dem WDR im Interview, „er war einfach ein netter junger Mann“.

Gefunkt habe es dann bei einer gemeinsamen Tournee. Jetzt genieße sie es sehr, „nach der After-Show-Party im Hotel gemeinsam einzuschlafen“. Silbereisen erinnerte sich in der NDR-Talkshow, ihm sei irgendwann durch den Kopf gegangen: „So schlecht ist die gar nicht, da muss ich mal dranbleiben.“

Seit sechs Jahren sind die beiden Aushängeschilder der Schlagerszene ein Paar. Der drei Jahre ältere Silbereisen, der einen Tag vor Helene, am 4. August Geburtstag hat, ist im Vergleich zu seiner Freundin ein alter Hase im Geschäft. Schon im Alter von sechs Jahren trat er mit seinem Akkordeon auf Volksfesten auf und mit gerade mal zehn Jahren holte Karl Moik den Flori, wie ihn seine Fans nennen, ins „Musikantenstadl“.

Deutschlandweit bekannt wurde Silbereisen 1999 in der Volksmusiksendung von Carmen Nebel, 2002 bekam er sein eigenes Fernsehformat: „Mit Florian, Hut und Wanderstock“. Auch privat ist der 33-Jährige nie wirklich von der Schlagerwelt losgekommen. Mit Anfang 20 war der damals jüngste Showmaster Deutschlands mit Michaela Strobl, der Schwägerin von Schlagersänger Andy Borg liiert.

Nun aber gibt es nur noch Helene für Silbereisen. Und um das der ganzen (Schlager-)Welt zu zeigen ließ er sich 2010 – für 1000 Euro, wie die „Bild“-Zeitung wissen will – auf seinen linken Oberarm ihr Gesicht tätowieren. Im Februar dieses Jahres präsentierte Silbereisen den gestochenen Liebesbeweis bei seiner Jubiläumstour „Das Fest der Feste“ oberkörperfrei dem Fernsehpublikum, das Helenes Konterfei zu Hause auch ohne Lesebrille noch gut erkannt haben dürfte.

Fischer-Fans, die nicht so weit gehen wollen und nicht so nah dran sind wie Silbereisen, haben im Onlineshop auf der Homepage der Sängerin eine große Auswahl, um sich ganz dem Helene-Fischer-Gefühl hingeben zu können. Im Angebot sind Armbanduhren, Puzzle, Kalender oder Wollmützen.

Die große Popularität der 30-Jährigen erklärt der Bochumer Schlagerforscher Ingo Grabowsky mit ihrer engelhaften Ausstrahlung, die trotz zahlreicher freizügiger Auftritte immer noch vorhanden sei. „Das andere ist, dass sie mehr anbietet als eben nur Schlager.“ Damit könnten sich viele Leute identifizieren, sagt der Experte.

Fischers Eltern, die 1988 mit ihr ins rheinhessische Wöllstein zogen, und auch Schwester Erika, („Wir sind die besten Freundinnen“), sitzen oft bei den Konzerten im Publikum. Friede, Freude, Eierkuchen, so weit das Zuschauerauge reicht.

Verziehen haben ihr die Fans auch längst ihren Bambi-Patzer, bei dem Vollprofi Helene Fischer die Bambiverleihung 2013 mit „Das war der Echo 2013“ abmoderierte.

In den vergangenen Wochen urlaubten Fischer und Silbereisen auf Mallorca, wo die beiden ein Haus besitzen. Wie das Schlager-Traumpaar seine Geburtstage verbringt, ist allerdings geheim. Ende September beginnt Fischers Tournee. Zeit, um ein wenig Kraft zu sammeln: Für die Sängerin und die Zuschauer.

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