Lärmschutz

Läuft alles nach Spielplan

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Lärmschutz-Ausnahmen zur EM in bestem Regierungsdeutsch.

Wenn sich die GroKo-Ministerinnen und -Minister heute zur Kabinettssitzung treffen, werden sie eine zehnseitige Vorlage in ihrer Mappe dabei haben. „Entwurf einer Verordnung über den Lärmschutz bei öffentlichen Fernsehdarbietungen im Freien über die Fußball-Europameisterschaft 2020“, steht auf dem Dokument: Fußballfans sollen während der Europameisterschaft im Sommer auch am späteren Abend beim Public Viewing feiern können.

Oder, wie die Regierung formuliert: Es sollen „Vorschriften zum Schutz gegen Lärm geschaffen werden, der von Freizeitanlagen und ähnlichen Anlagen ausgeht, auf denen im Freien Fernsehsendungen über die Fußball-Europameisterschaft 2020 öffentlich dargeboten werden“. Die Verordnung gleicht im Wesentlichen früheren Ausnahmeregelungen aus Anlass diverser Fußballereignisse. Der Text stammt aus dem Umweltministerium, das für den Lärmschutz zuständig ist.

Selbst Spielpläne wurden durchforstet: „Von den 15 Spielen der Finalrunde beginnen sechs Spiele um 18 Uhr und neun Spiele um 21 Uhr. Insbesondere für Spiele, die um 21 Uhr beginnen, ist davon auszugehen, dass sich Teilnehmer von Public-Viewing-Veranstaltungen nach 22 Uhr noch im Freien aufhalten, um sich über das Gesehene auszutauschen.“ Umweltministerin Schulze fasst in der „Bild“ zusammen: „Wenn es in die Verlängerung oder ins Elfmeterschießen geht, kann es bei den Abendspielen ganz schön spät werden.“

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