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„Schönstes Weihnachtsgeschenk“

La Palma: Vulkanausbruch pünktlich zu Weihnachten vorbei – weiterhin droht Gefahr

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
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„Die Eruption hat 85 Tage und 18 Stunden gedauert“: Der Vulkanausbruch auf der spanischen Kanareninsel La Palma wird offiziell für beendet erklärt.

La Palma – Es ist ein besonderes Weihnachtsgeschenk für die Menschen auf La Palma: „Der Ausbruch ist beendet“, mit dieser frohen Botschaft wandte sich Julio Pérez von der Regionalregierung der Kanaren am ersten Weihnachtsfeiertag an die 85.000 Menschen auf der Atlantikinsel vor der Westküste Afrikas.

Diesen Augenblick hatten die leidgeprüften Menschen auf der zu Spanien gehörenden Insel seit dem 19. September herbeigesehnt. An jenem Tag hatte sich die Erde im Süden der Insel um 14.10 Uhr (15.10 MESZ) mit einer gewaltigen Explosion geöffnet – und Lava, Rauch und Asche wurden Hunderte Meter in die Höhe geschleudert.

Vulkanausbruch auf La Palma an Weihnachten für beendet erklärt

„Die Eruption hat 85 Tage und 18 Stunden gedauert“, sagte Julio Pérez am Samstag (25.12.2021). Seit dem 13. Dezember – an dem Tag hatte der Vulkan in einer Art Abschlussvorstellung noch einmal besonders heftig gewütet – habe es „keine Lava, keine bedeutenden Gasemissionen und keine erheblichen seismischen Erschütterungen“ mehr gegeben, erklärte Pérez auf einer Pressekonferenz.

Mit der Ankündigung war bereits gerechnet worden, nachdem die Aktivität des Vulkans zehn Tage lang auf niedrigem Niveau verharrte. Schon davor hatte Vulkan am Cumbre Vieja immer mal wieder eine Pause eingelegt, doch dauerte diese meist nur wenige Tage.

Nach rund drei Monaten wurde der Vulkanausbruch für beendet erklärt. Die Menschen dürfen aufatmen.

Auch jetzt warnte Notfall-Experte Pérez, das Ende des Ausbruchs bedeute nicht, dass die Gefahren mit einem Schlag vorüber seien. Der Vulkan könne weiterhin giftige Gase freisetzen und für Erdrutsche sorgen. Zudem werde es lange dauern, bis die Lava vollständig abgekühlt sei.

La Plama: Vulkan am Cumbre Vieja wütete rund drei Monate lang

Der Vulkan am Cumbre Vieja war vor rund drei Monaten als erster Vulkan auf der Kanaren-Insel seit einem halben Jahrhundert ausgebrochen. Zwar gab es keine Toten oder Verletzten, doch richtete der Ausbruch erheblichen Schaden an: 1345 Häuser sowie Schulen, Kirchen, Gesundheitszentren und landwirtschaftliche Bewässerungsanlagen wurden zerstört, rund 7000 der 83.000 Einwohner:innen mussten ihre Wohnungen verlassen – viele verloren alles. Wegen der giftigen Gase mussten sie sich zudem immer wieder tagelang verbarrikadieren.

Die Menschen sahen hilflos mit an, wie große Flächen der Insel in Zeitlupe zerstört und verbrannt wurden. Rund 1200 Hektar sind nun mit einer meterdicken Lavaschicht bedeckt, die nur langsam auskühlt – die Fläche entspricht rund 1700 Fußballfeldern. Teile der Insel wirken wie eine Mondlandschaft, aus der Asche ragen hier und da nur noch die Schornsteine verschütteter Häuser heraus.

Glühende Lava floss auf La Palma bei den Ausbrüchen den Vulkan herunter.

Vulkanausbruch auf La Palma vorbei: Ministerpräsident spricht von „schönstem Weihnachtsgeschenk“

Monatelang herrschte Stillstand auf der stark vom Tourismus abhängigen Insel. Immer wieder musste der Flugverkehr unterbrochen und der Flughafen von La Palma geschlossen werden. Schwer zugesetzt hat der Ausbruch, der auch immer wieder gefilmt wurde, auch La Palmas Bananenplantagen, die zur Hälfte der Wirtschaftsleistung der Insel beitragen. Nach Schätzung der örtlichen Behörden könnten sich die Schäden auf bis zu 900 Millionen Euro addieren.

Die spanische Regierung hat bereits 225 Millionen Euro an Hilfsgeldern zugesagt und Brüssel gebeten, den Solidaritätsfonds der Europäischen Union zu aktivieren. Ministerpräsident Pedro Sánchez bekräftigte am Samstag (25.12.2021) seine Hilfszusage: „Wir werden weiterhin gemeinsam daran arbeiten, mit allen Institutionen, um die wunderbare Insel La Palma wiederaufzubauen und die entstandenen Schäden zu beheben“, erklärte er auf Twitter. Der spanische Regierungschef feierte das offizielle Ende des Vulkanausbruchs als „das schönste Weihnachtsgeschenk“. (tvd/AFP/dpa)

Rubriklistenbild: © Cézaro De Luca/dpa

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