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Nach seinem Freispruch machte Kyle Rittenhouse Anwälten und Unterstützern schwere Vorwürfe.
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Nach seinem Freispruch machte Kyle Rittenhouse Anwälten und Unterstützern schwere Vorwürfe.

Nach dem Mordprozess

Freispruch von Kyle Rittenhouse: Anwälte streiten um Kaution in Millionenhöhe

  • VonMax Schäfer
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Nach dem Freispruch von Kyle Rittenhouse streiten dessen Verteidigung und Unterstützer nun darum, wer die Millionenkaution bekommt.

Update von Dienstag, 23.11.2021, 12.10 Uhr: Während viele Amerikaner:innen noch immer schockiert sind über den Freispruch von Kyle Rittenhouse, der vergangenes Jahr in Kenosha bei Black Lives Matter-Protesten zwei Menschen erschoss und einen weiteren Mann verwundete, wird hinter den Kulissen des Gerichtsverfahrens um eine große Summe Geld gestritten.

Dabei geht es um eine Kaution in Höhe von rund zwei Millionen US-Dollar, die das Gericht im November 2020 gegen Rittenhouse verhängt hatte. Um den Teenager auf freien Fuß zu setzen hatte die Nonprofit-Organisation „Fight Back Foundation“ das Geld - etwa bei Prominenten aus dem rechten und konservativen Spektrum - gesammelt und Rittenhouse zur Verfügung gestellt. Während dessen Verteidigungsteam dafür kämpft, dass Rittenhouse das Geld behält, fordert die Foundation um Trump-Anwalt Lin Wood das Geld zurück. Das berichtet etwa das Nachrichtenportal The Daily Beast.

Kyle Rittenhouse wirft Anwälten nach Freispruch „Ausnutzen“ vor

Rittenhouse selbst trat nach seinem Freispruch am Freitag bereits montags in der Sendung von Fox News-Moderator Tucker Carlson auf und machte sowohl seinem Ex-Anwalt John Pierce als auch seinem Unterstützer Wood schwere Vorwürfe - beide Männer hätten ihn „ausgenutzt“, behauptete Rittenhouse im Gespräch mit Carlson. Sein Vorwurf: Die Anwälte hätten mit schlechten Ratschlägen seine Entlassung aus dem Gefängnis weiter hinausgezögert um „mehr Geld zu ihrem eigenen Vorteil herauszuholen“.

So habe etwa Pierce den inzwischen 18-Jährigen gewarnt, er sei Vorerst im Gefängnis „sicherer“ als bei seiner Familie. In Wahrheit sei es darum gegangen, Rittenhouse länger hinter Gittern zu lassen, um mehr Spendengelder zu generieren. Berichten von The Daily Beast zufolge hätte etwa auch die Mutter des Angeklagten, Wendy Rittenhouse, eine halbe Million US-Dollar zur Kautionssumme beigesteuert.

„Werde dich verklagen!“ - Trump-Anwalt legt sich mit Verteidigern von Rittenhouse an

Am Freitag hatte ein Gericht Rittenhouse freigesprochen. Ihm wurde vorgeworfen im Rahmen von „Black Lives Matter“-Protesten zwei Männer erschossen, einen weiteren verwundet. Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass Rittenhouse in „Notwehr“ gehandelt habe.

Mark Richards vertritt Kyle Rittenhouse vor Gericht.

Erstmeldung von Montag, 22.11.2021, 10.41 Uhr: New York – Nach dem Prozess gegen Kyle Rittenhouse kommen die USA nicht zur Ruhe. In mehreren Städten ist es zu Protesten gegen den Freispruch Rittenhouses gekommen. Auch bei den Unterstützern des 18-Jährigen gibt es nun Streit: Lin Wood, ein Anwalt und Anhänger von Donald Trump, hat nun gedroht, er werde Kyle Rittenhouses Anwalt Mark Richards verklagen, weil dieser Wood einen Idioten genannt hatte.

Kyle Rittenhouse: Trump-Anwalt missbraucht ihn für eigene Zwecke

„Er ist ein Idiot, der ihn (Rittenhouse) mit der Washington Post sprechen ließ, als er wegen Mordes angeklagt war“, hatte Mark Richards am Freitag (19.11.2021) in einem Interview mit dem US-Fernsehsender CNN gesagt. Richards beschuldigt Lin Wood und dessen Kollegen John Pierce außerdem zu versuchen, „dieses Kind für Geld und ihre eigenen Zwecke zu missbrauchen“.

Donald Trumps Anwalt Lin Wood reagierte umgehend auf die Anschuldigungen. „Du hast in einem Interview auf CNN öffentlich behauptet, dass ich ein Idiot sei. Falsch, das bin ich nicht“, schrieb Wood in einer E-Mail an Mark Richards, die vom demokratischen Anwalt Ron Filipkowski auf Twitter veröffentlicht wurde. Lin Wood beschuldigte anschließend John Pierce. Er sei zu diesem Zeitpunkt der Anwalt von Kyle Rittenhouse gewesen und habe ihn mit der Washington Post sprechen lassen. Er selbst sei nur angeheuert worden, um Verleumdungsfragen zu behandeln, nachdem das Verfahren abgeschlossen sei, behauptet Lin Wood laut der US-Wochenzeitschrift Newsweek.

Nach Freispruch: Trump-Anhänger droht Kyle Rittenhouses Verteidiger

„Du solltest dich schämen, mich und #FightBack für unsere rechtlichen und redlichen Bemühungen, Kyle zu helfen, zu verunglimpfen“, schrieb Lin Wood in der E-Mail an Mark Richards. Wood forderte außerdem, dass Richards seine angeblich falschen Behauptungen zurückzieht und korrigiert. „Wenn du das nicht tust, werde ich beweisen, dass du mit einem Punkt, den du auf CNN gemacht hast, recht hast - ich werde dich verklagen.“

Es sei unverständlich, warum Kyle Rittenhouses Anwalt Mark Richards ihn kritisiert, erklärte Lin Wood am Samstag (20.11.2021) gegenüber Newsweek. Es gebe keine „Faktenbasis“ für Richards Behauptungen.

Trump-Anwalt soll Kautionssumme für sich beanspruchen

Vor dem Prozess gegen Kyle Rittenhouse hatten Lin Wood und John Pierce zwei Millionen Dollar gesammelt, um die Kaution zu bezahlen. Dabei sind sie von einer Reihe rechter Personen unterstützt worden. Ende September 2021 soll Lin Wood versucht haben, das Geld nach dem Verfahren zu seiner Stiftung #FightBack zu leiten, berichtet Newsweek. Ein Streit zwischen den Anwälten und Rittenhouses Familie war die Folge.

Während alle hart arbeiten, damit Kyle Rittenhouse freigesprochen werde, schreibt Lin Wod Briefe an das Gericht und fordere, dass die zwei Millionen Dollar ihm gegeben würden, hatte der Kyle Rittenhouse Defense Fund laut Newsweek auf Twitter geschrieben. Das sei jedoch eine Lüge, behauptet Lin Wood. Das Geld sei an Woods Stiftung gespendet worden und gehe nicht an ihn persönlich. Es würde Steuerregeln verletzen, wenn das Geld Kyle Rittenhouse gegeben würde, behauptete Wood außerdem.

Lin Wood ist ein Anhänger des ehemaligen Präsidenten Donald Trump. Nach der US-Wahl 2020 hatte er mehrere Klagen gegen den Wahlsieg Joe Bidens eingereicht und immer wieder Falschinformationen geteilt. (Max Schäfer)

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