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Tödliche Schüsse auf zwei Polizisten in Kusel: „2 weniger“ –„Querdenker“ sorgen für Entsetzen

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Von: Sophia Lother

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Nach den Schüssen auf Polizisten im Kreis Kusel ist die Bestürzung groß. Doch offenbar nicht überall, wie Nachrichten aus Telegram-Gruppen der „Querdenker“-Bewegung zeigen.

Kusel – Die Tat hatte bundesweit für tiefe Erschütterung gesorgt. Am frühen Montagmorgen (31.01.2022) führten eine junge Polizistin und ihr Kollege eine Verkehrskontrolle in Rheinland-Pfalz durch. Bevor sie durch Schüsse getötet wurden, konnten die Polizistin und der Polizist nach Angaben aus Sicherheitskreisen noch ihre Kolleginnen und Kollegen mit den Worten kontaktieren: „Die schießen.“ Als die Verstärkung am Tatort im Kreis Kusel ankam, sei es für den 29-jährigen Polizisten und seine 24 Jahre alte Kollegin bereits zu spät gewesen.

Sofort wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen gestartet. Bald wurde bekannt, dass nach einem 38-jährigen Deutschen gesucht wird. Er soll eine Waffenerlaubnis haben. Am Nachmittag stellte er sich. Kurze Zeit später meldete die Polizei die Festnahme eines weiteren 32 Jahre alten Tatverdächtigen. Innenministerin Nancy Faeser* (SPD)* sagte auf Twitter: „Unabhängig vom Motiv: Diese Tat erinnert an eine Hinrichtung“. Doch offenbar regieren nicht überall die Menschen nach der Tat in Kusel mit Bestürzung.

Tödliche Schüsse auf Polizisten in Kusel: „Querdenker“ sorgen auf Telegram für Bestürzung

Nach der erschütternden Tat in Kusel appellierte der Landrat Otto Rubly (CDU)* an die Gegner der Corona-Maßnahmen,* am Montag im Landkreis auf ihre Protestaktionen zu verzichten. Denn die Polizeikräfte seien durch die Fahndung nach den Schützen gebunden. Doch statt auf Verständnis zu stoßen, sorgte die Tat offenbar in einigen einschlägigen Telegram-Gruppen mit sogenannten „Querdenkern“ für Jubel.

Wie der Volksverpetzer berichtet, soll ein User in einer „Querdenker“-Gruppe geschrieben haben: „Mitleid hält sich in Grenzen“. Eine andere Stimme in einer der Gruppen habe geschrieben: „2 weniger bei den Spaziergängen“. Der Hass auf die Polizei aufgrund ihrer Kontrollen bei den Protesten gegen die Corona-Maßnahmen scheint groß. Laut dem Portal heißt es auf Telegram darüber hinaus: „Selber schuld.“ Schließlich solle die Polizei die Bevölkerung schützen und nicht „gegen sie vorgehen“. Was genau diese beiden Faktoren miteinander zu tun haben, wird offen gelassen.

Polizeieinsatz nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeibeamte.
Polizeieinsatz nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeibeamte. © Cedric Stolte / Imago

Polizisten in Kusel getötet: Jubel auf Telegram – Politikerin erschüttert

Anke Rehlinger, SPD-Vorsitzende im Saarland, twitterte als Reaktion auf erste Medienberichten zu den Reaktionen von „Querdenkern“ auf die Tat in Kusel: „Widerlich. Wie tief kann man sinken?“

Der Messenger-Dienst Telegram ist längst Treffpunkt radikaler Gruppierungen. Innenministerin Faeser kündigte bereits im Januar an, gegen Telegram* vorgehen zu wollen, wenn sich der Dienst nicht an die hiesigen Gesetze halte. Laut Deutscher Presseagentur wäre auch denkbar, dass Telegram aus den jeweiligen App-Stores entfernt wird. Eigentlich sind Anbieter sozialer Netzwerke durch das sogenannte Netzwerkdurchsetzungsgesetz verpflichtet, offensichtlich rechtswidrige Inhalte nach einer Beschwerde rasch zu beseitigen. (slo)*fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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