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Nach Schüssen auf Polizeikräfte in Kusel: Haftbefehl gegen zweiten Mann aufgehoben

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Von: Svenja Wallocha, Sarah Neumeyer

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Eine Polizistin und ein Polizist wurden in Kusel in Rheinland-Pfalz bei einer Verkehrskontrolle erschossen.
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizeikräfte befinden sich der Komplize des mutmaßlichen Polizistenmörders von Kusel wieder auf freiem Fuß. © Harald Tittel/dpa

Einer der Verdächtigen im Fall um die getöteten Polizeikräfte in Kusel steht nicht mehr unter Mordverdacht. Der Mann befindet sich nun auch wieder auf freiem Fuß.

Update vom Mittwoch, 09.03.2022, 14.00 Uhr: Vor rund fünf Wochen wurden zwei Polizeikräfte in Kusel in Rheinland-Pfalz erschossen. Zwei Männer aus dem Saarland wurden kurz darauf festgenommen. Vor gut einer Woche war dann aufgrund neuer Erkenntnissen am Tatort der Haftbefehl gegen den 32-Jährigen wegen des Mordverdachts aufgehoben worden (siehe Erstmeldung). Wegen der Vorwürfe der gewerbsmäßigen Wilderei und versuchter Strafvereitelung blieb der Haftbefehl gegen ihn aber zunächst bestehen. Dagegen legte die Verteidigung erfolgreich Beschwerde ein.

Demnach ist der Mann wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen den 32-Jährigen wegen Jagdwilderei sei aufgehoben worden, teilte die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern am Mittwoch mit. Das Landgericht Kaiserslautern habe damit der Beschwerde der Verteidigung stattgegeben: Es gebe keine Fluchtgefahr bei dem Mann und somit auch keinen Haftgrund mehr. Als tatverdächtig hinsichtlich des Mords an den beiden Polizeikräfte gilt nun nur noch ein 38-Jähriger. Er soll allein fünf Schüsse abgegeben haben.

Kusel: Tödliche Schüsse auf Polizei – Neue Details bekannt

Erstmeldung vom 01.03.2022, 13.30 Uhr: Kusel/Kaiserslautern – Rund vier Wochen nach den tödlichen Schüssen auf eine Polizistin und ihren Kollegen im Landkreis Kusel in Rheinland-Pfalz hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern den Mordvorwurf gegen einen der beiden Verdächtigen fallengelassen. Der Haftbefehl gegen den 32-Jährigen wegen gewerbsmäßiger Wilderei und Strafvereitelung bleibe allerdings bestehen, teilte die Behörde am Dienstag mit.

„Wie von Beginn an gesagt: Der Vorwurf des Mordes ist nicht haltbar. Das hat mein Mandant immer gesagt“, sagte sein Verteidiger Christian Kessler der Bild-Zeitung. Die Behörden gehen nun davon aus, dass der 38-jährige Haupttäter allein schoss.

Tödliche Schüsse in Kusel: Mordvorwurf gegen einen Verdächtigen fallengelassen

Hauptverdächtiger in dem Fall ist Andreas S. aus dem saarländischen Spiesen-Elversberg. Der 38-jährige Beschuldigte war bereits wegen Jagdwilderei und Verkehrsunfallflucht polizeilich bekannt. Das Motiv der Tat ist laut der Ermittler mutmaßlich die Vertuschung von Wilderei.

Es seien mindestens zwei Waffen – eine Schrotflinte und ein Jagdgewehr – verwendet wurden, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. An den beiden beschlagnahmten Tatwaffen seien keine Fingerabdrücke des 32-Jährigen feststellbar gewesen. Allein der 38-Jährige habe seine Spuren darauf hinterlassen. Er soll fünf Schüsse abgegeben haben. Nach Angaben der Ermittler schweigt Andreas S. weiterhin zu den Tatvorwürfen. Die Ermittler waren zunächst davon ausgegangen, dass beide Beschuldigten geschossen hatten.

Nach den tödlichen Schüssen in Kusel wurde der Mordvorwurf gegen einen Verdächtigen fallengelassen.
Nach den tödlichen Schüssen in Kusel wurde der Mordvorwurf gegen einen Verdächtigen fallengelassen. © Sebastian Gollnow/dpa

Nach Schüssen auf Polizeikräfte in Kusel: Neue Details zu Tatverdächtigen

Ermittlungen zu den Lebensläufen ergaben laut Staatsanwaltschat, dass der 38-Jährige ein „sehr guter Schütze“ sei und sein Jagdgewehr sehr schnell habe nachladen können. Er habe Schießerfahrung und mit Unterbrechung zwischen 2008 und 2012 seit 1999 einen Jagdschein. Dieser lief im März 2020 aus und wurde nicht verlängert. Zu diesem Zeitpunkt seien keine Waffen mehr auf seiner Waffenerlaubnis eingetragen gewesen. Bei dem 32-Jährigen hätten sich hingegen keine Hinweise auf eine Schießpraxis ergeben. Er hatte weder einen Waffenschein noch einen Jagdschein. Diese habe er auch in der Vergangenheit nie besessen.

Ende Januar wurde die 24-jährige Polizistin von einem Schuss tödlich getroffen, ihren 29 Jahre alten Kollegen trafen vier Schüsse. Die Tat löste großes Entsetzen aus. (svw/sne mit dpa/AFP)

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