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Mann postet Hasskommentar nach Schüssen in Kusel: Polizei nimmt ihn fest

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Von: Sophia Lother

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Ein Einsatzbeamter der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bereitschaftspolizei in Rheinland-Pfalz. (Archivbild)
Ein Einsatzbeamter der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit (BFE) der Bereitschaftspolizei in Rheinland-Pfalz. (Archivbild) © Andreas Arnold/dpa

Nach der schrecklichen Tat in Kusel geht die Polizei gegen Hasskommentare und Gewaltaufrufe im Internet vor. Ein weiterer Mann wurde festgenommen.

Update vom Freitag, 11.02.2022, 16.58 Uhr: Wegen der Solidarisierung mit den mutmaßlichen Polizistenmördern von Kusel ist ein 37-jähriger Saarländer verhaftet worden. Laut der Staatsanwaltschaft Saarbrücken hatte er am Tag der Tat Hasskommentare im Internet veröffentlicht. Zudem soll er seinen Kommentar mit einem polizeifeindlichen Video verlinkt haben. Schließlich habe er den Tätern öffentlich Geld und Unterschlupf angeboten, teilte ein Sprecher der Behörde mit.

Ein 55-Jähriger aus dem Raum Idar-Oberstein, der in Videos auf Facebook zu sogenanntem Cophunting aufgerufen haben soll, ist bereits in Untersuchungshaft. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz am Mittwoch (09.02.2022) mit. Das Amtsgericht Koblenz hatte Haftbefehl gegen den Mann erlassen, der nach dem Doppelmord an zwei Polizisten in Rheinland-Pfalz in sozialen Netzwerken zum Mord an Polizisten aufgerufen haben soll (siehe Erstmeldung).

Anleitung zum Mord – Polizei greift nach Gewaltaufruf in Rheinland-Pfalz zu

Erstmeldung vom Freitag, 04.02.2022, 16.08 Uhr: Herrstein-Rhaunen – Nach der abscheulichen Tat in Kusel bei der zwei Polizeikräfte getötet wurden, herrscht noch immer Entsetzen. Umso schwerer wiegen damit die Aussagen eines Mannes auf Facebook. Er rief zum „Cophunting“ auf. Die rheinland-pfälzische Polizei reagierte noch am Donnerstag (03.02.2022) umgehend.

Der 55-Jährige hatte auf seinem öffentlichen Facebook-Profil zwei Videos hochgeladen, berichtet das Polizeipräsidium Trier. Unter anderem gab er dort eine Anleitung, wie man Polizistinnen und Polizisten in eine Falle locken könnte. Dabei schildert er ein Szenario, in dem diese zwischen 23 und vier Uhr auf einen Feldweg gelockt und dann aus dem Hinterhalt erschossen werden. Der 55-Jährige aus Rheinland-Pfalz behauptet außerdem, ein solches Szenario gegen eine Teilnehmergebühr oder Entgelt organisieren zu können.

Aufruf zur Gewalt gegen Polizei in Rheinland-Pfalz: Mann festgenommen

Nachdem ein Durchsuchungsbeschluss genehmigt war, machten sich Spezialkräfte der Polizei umgehend auf den Weg in die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen. Gegen 22.20 Uhr kamen sie am Haus des Verdächtigen an. Die Wohnungstür hatte der Mann von innen verbarrikadiert. Die Beamtinnen und Beamten brachen die Tür auf. Beim Eintreten fiel ihnen ein Baseballschläger und eine Armbrust auf. Nach Angaben der Polizei nutzen die Einsatzkräfte daraufhin einen Taser, um den Mann zu überwältigen.

„In einer ersten spontanen Äußerung bestätigte er seinen mörderischen Hass auf die Polizei“, teilten die Ermittelnden mit. Der Mann wurde festgenommen und zunächst aufgrund seines Zustands in der Psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses in Gewahrsam genommen. Nach eingehender psychiatrischer Untersuchung und ersten polizeilichen Maßnahmen sei der 55-Jährige auf freien Fuß gesetzt worden, da kein weiterer Haftgrund bestanden habe, teilte die Polizei mit. Der Beschuldigte muss sich nun unter anderem wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten strafrechtlich verantworten. Aktuell dauern die Ermittlungen in Rheinland-Pfalz noch an. (slo)

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