Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Sport

Deutsche Turnerinnen setzen Zeichen gegen Sexismus

  • Delia Friess
    VonDelia Friess
    schließen

Die deutschen Kunstsportlerinnen setzen bei der EM in der Schweiz ein Zeichen gegen Sexismus - mit ihren Outfits.

Basel - Bei der EM in Basel trug die deutschen Kunstturnerin Sarah Voss am Mittwoch (21.04.2021) erstmals einen Ganzkörperanzug statt eines Oufits, das einem Badeanzug ähnelt. Sie habe mit der Aktion ein Zeichen gegen Sexismus im Sport setzen wollen, sagte die 21-Jährige aus Köln. Sie sei stolz „die Erste“ zu sein und habe sich mit mehr Stoff nicht im geringsten eingeengt gefühlt. Zudem empfinde sie die Bekleidung als elegant.

Kunstturnerinnen setzen Zeichen gegen Sexismus und Sexualisierung im Sport

Seit 2009 sind Ganzkörperanzüge erlaubt. Bisher sind sie aber nur sehr selten getragen worden. Athletinnen hätten sich das nicht getraut, so Voss. Intern habe man schon lange über eine solche Aktion gesprochen, auch trage man im Training immer eine lange Hose, so Voss in der ZDF-Show heute. Angestoßen habe die Aktion Trainerin Ulla Koch, weil ihr eine Sportlerin berichtet habe, dass sie sich nicht wohlfühle.

„Wir Frauen wollen uns alle wohlfühlen in unserer Haut. In der Sportart Turnen wird das immer schwieriger, je weiter man sich von seinem Kinderkörper entfernt. Als kleines Mädchen fand ich die knappen Turnanzüge nicht so hochdramatisch. Aber als die Pubertät begann, als die Periode dazu kam, da hatte ich zunehmend ein ungutes Gefühl“, sagte Voss, deutsche Mehrkampf-Meisterin 2019, über die Aktion.

Sexismus im Sport: Kunstturnerin tragen erstmals lange Hosen bei EM in der Schweiz

Turnen: Europameisterschaft, Qualifikationswettkämpfe, Frauen, in der St. Jakobshalle. Sarah Voss aus Deutschland turnt am Schwebebalken.

Ihre Kolleginnen Elisabeth Seitz und Kim Bui folgten ihr und trugen ebenfalls Ganzkörperanzüge. Vor allem die 27-jährige Seitz hatte mehrfach beklagt, dass immer wieder manipulierte Fotos von ihr mit anzüglichen Motiven veröffentlicht würden.

In den USA und Deutschland wurden in den letzten Jahren Skandale aus dem Turn-Sport öffentlich: So hatte in den USA ein Teamarzt Athletinnen missbraucht, in Deutschland soll eine Trainerin Sportlerinnen schikaniert haben. Immer wieder kamen Berichte über Essstörungen und erzwungenen Diäten an die Öffentlichkeit. Voss sagte gegenüber ZDF.heute, sie sei davon zwar nicht betroffen, aber man fühle sich beim Turnen im knappen Outfit manchmal ziemlich nackt und unwohl.

Kunstturner:innen tragen lange Ganzkörperoutfits - Zeichen gegen Sexismus

Der Deutsche Turner-Bund unterstützte die Aktion. Offenbar ist man dort auch um ein besseres Image bemüht. In einer Pressemitteilung hieß es:  „Der Deutsche Turner-Bund sieht diesen Schritt als ersten wichtigen Baustein, um das Wohlbefinden aller Athletinnen in den Turn-Sportarten zu stärken und eine offene Kultur im Hinblick auf das Tragen von Wettkampfbekleidung zu schaffen.“

Viele Turnerinnen hätten positiv auf die Aktion reagiert, berichtete Sarah Voss. Sie habe gezeigt, dass man sich wohlfühlen, und trotzdem sehr ästhetisch aussehen könne, sei die Reaktion anderer Sportlerinnen gewesen. Negative Reaktionen habe sie nicht wahrgenommen.

„Wir möchten gerade jüngeren Sportlerinnen eine Möglichkeit aufzeigen, wie sie sich auch in einer anderen Bekleidungsform ästhetisch präsentieren können, ohne sich bei bestimmten Elementen unwohl zu fühlen“, so die Athletin. (Delia Friess mit sid, dpa)

Rubriklistenbild: © Georgios Kefalas / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare