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Krumme Dinger

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Von: Boris Halva

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Meta Hiltebrand.
Meta Hiltebrand. © dpa

Von Schlangenschmugglern, Schlangenlinien und einer seltenen Phobie.

Der Mensch und die krummen Dinger – da gibt es in dieser Woche wieder Geschichten zu erzählen: Etwa von der Polizei in Regensburg. Dort hat eine Streife Anfang der Woche auf einem Autobahnparkplatz in einem Auto fünf lebende Kobras entdeckt. Zwar gaben die beiden Insassen zunächst an, „keinerlei verbotene Gegenstände“ dabei zu haben, aber das kann für so manche Einsatzkraft ein Motivationsschub sein. Und voilá: Da war die tote Python in einer Styroporkiste im Kofferraum schon entdeckt. Da ein totes Reptil schon fast ein verbotener Gegenstand ist, ließen die Polizisten nicht locker – und voilá: Da waren die fünf lebenden Brillenschlangen in der Kiste auf dem Rücksitz schon entdeckt.

Keine Brillenschlangen im wörtlichen Sinne, sondern echte, giftige Kobras, die sie in Deutschland verkaufen wollten. Abgesehen davon, dass der Plan, die tote Python an die Kobras zu verfüttern, ziemlich bescheuert klingt: Der Handel mit diesen Tieren ist verboten, da brauchten die beiden Schmuggler überhaupt keine Diskussion anfangen, ob ein Reptil ein Gegenstand sei oder nicht.

Mit Schlangen hatte auch ein 78-Jähriger ein Problem, der diese Woche nahe Freiburg von der Polizei gestoppt wurde. Da war aber – anders als in Regensburg – nicht Kommissar Zufall der leitende Ermittler, sondern aufmerksame Zeuginnen und Zeugen. Diesen war aufgefallen, dass ein weinroter Kleinwagen in Schlangenlinien und auf nur drei Rädern bei Bad Krozingen unterwegs war, was nicht nur wie ein krummes Ding, sondern auch verboten erscheint. Fand die Polizei auch – und zog den Fahrer, der sich wegen erwähnter Einschränkungen nicht schnell genug aus dem Staub machen konnte, samt Kleinwagen aus dem Verkehr.

Wenn es um krumme Dinger geht, nimmt auch TV-Köchin Meta Hiltebrand die Beine in die Hand. Die Schweizerin hat nämlich eine Bananenphobie, wie sie im Interview dem SWR erzählte. „Wenn jemand in meiner Nähe eine Banane auspackt, verlasse ich den Raum“, sagte die 38-Jährige. Sie bekomme dann ein beklemmendes Gefühl, Übelkeit, sei völlig benebelt und könne nicht mehr sprechen. Sie ertrage den Geruch einfach nicht. „Ich habe keine Ahnung, wo es herkommt, aber das ist bei mir so, seit ich denken kann.“ Immerhin, ein Fall für die Couch ist sie wegen ihrer Abneigung gegen Bananen nicht, denn nicht nur gut Ding will Weile haben, es braucht auch Zeit, bis so ein krummes Ding geschält ist: „Wenn jemand mit ’ner Banane in meine Nähe kommt, gehe ich halt schnell weg.“ Wenn es immer so einfach wäre. Boris Halva

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