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Ukraine-Krieg im Schwarzen Meer: Estnisches Frachtschiff von Russland versenkt?

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Von: Tobias Utz, Marvin Ziegele

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Ein russisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer.
Ein russisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer. © Russian Navy Black Sea Fleet/Imago Images

Russland rüstet weiter auf: Unter dem Vorwand von Militärübungen werden Kriegsschiffe und Interkontinentalraketen in Stellung gebracht.

+++ 16.35 Uhr: Nahe der südukrainischen Hafenstadt Odessa ist ein ausländisches Frachtschiff offenbar nach Beschuss gesunken. Die „Helt“, die einem estnischen Unternehmen gehört und unter panamaischer Flagge fuhr, sei unter der Wasserlinie getroffen worden und dann vom Radar verschwunden, teilte die ukrainische Hafenverwaltung am Donnerstag (03.03.2022) mit.

Ein Sprecher des estnischen Außenministeriums sagte, die sechs Besatzungsmitglieder seien gerettet worden und in Sicherheit. Darunter seien keine estnischen Staatsbürger gewesen.

Ukraine-Krieg: Russische Schiffe formieren sich im Schwarzen Meer

+++ 14.00 Uhr: Die Sorge vor einem Angriff der russischen Marine aus dem Schwarzen Meer im Ukraine-Krieg wächst. Laut eines Twitter-Videos des Fox News-Journalisten Lucas Tomlinson bringen sich zahlreiche Kriegsschiffe im Schwarzen Meer in Stellung. Sie könnten möglicherweise die Millionenstadt Odessa am Schwarzen Meer angreifen, berichtet der Tomlinson.

Ein russisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer.
Ein russisches Kriegsschiff im Schwarzen Meer. © Russian Navy Black Sea Fleet/imago-images

+++ 11.45 Uhr: Während Teile der russischen Flotte an sogenannten Militärmanövern teilnehmen, bringt Präsident Wladimir Putin neue Waffen auf dem Land in Stellung. Laut Angaben des britischen Verteidigungsministers Ben Wallache wurden thermobarische Waffensysteme in Stellung gebracht. Diese können offenbar Zerstörungen verheerenden Ausmaßes verursachen.

Update vom Donnerstag, 03.03.2022, 07.30 Uhr: Russlands militärisches Marinemanöver am Montag und Dienstag wirkt nach, insbesondere vor dem Hintergrund, dass Wladimir Putins seine atomaren Streitkräfte am Wochenende in Alarmbereitschaft versetzt hatte. (s. Erstmeldung). Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die russischen Atomwaffen prinzipiell allzeit einsatzbereit sind. Das erklärte Generalmajor Boris Solowjow der Zeitung Komsomolskaja Prawda. Solojow war dem Bericht zufolge früher selbst Teil der betroffenen Streitkräfte. Es könne „in jedem beliebigen Moment der „rote Knopf“ betätigt werden“, erklärte er.

Russland bringt Atom-U-Boote in Stellung: Generalmajor warnt vor „rotem Knopf“

Tatsächlich gibt es keinen „roten Knopf“, sondern drei Atom-Koffer. Neben Präsident Putin verfügt der Generalstabschef und der Verteidigungsminister über einen solchen. „Dieses System dient als Absicherung gegen einen beliebigen Fehler bei den Anwendung der Atomwaffen“, so Solojow.

Aus Sicht der USA ist Putins Drohung jedoch sehr ernst zu nehmen. US-Militärhistoriker James Acton sagte dem Nachrichtenmagazin Spiegel, dass es eine solche Lage zuletzt vor 50 Jahren gegeben habe. „Das letzte Mal, dass das in einer Krise zwischen den USA und Russland beziehungsweise der Sowjetunion geschah, war während des Jom-Kippur-Krieges“ im Jahr 1973, so Acton. Ähnlich sah das auch Außenministerin Annalena Baerbock* am Sonntag. Putin hatte bereits vor längerer Zeit davor gewarnt, Russland anzugreifen: „Der Aggressor sollte wissen, dass die Vergeltung unumgänglich ist. Und dann kommen wir als Märtyrer in das Paradies, und sie verrecken einfach, bevor sie es auch nur schaffen, Reue zu zeigen.“ Sanktionen stellen für Putin offenbar eine derartige Aggression gegenüber Russland dar: Er kündigte im Ukraine-Konflikt bereits „Vergeltung“ an.

Ukraine-Krieg: Russland bringt Interkontinentalraketen und Atom-U-Boote in Stellung

Erstmeldung vom Mittwoch, 02.03.2022, 09.00 Uhr: Moskau/Kiew – In der Ukraine herrscht Krieg. Seitdem russische Streitkräfte am Donnerstag (24.02.2022) einmarschiert sind, überschlagen sich täglich die Meldungen neuer Gefechte. Derzeit stehen vor allem zwei Brandherde im Mittelpunkt des Ukraine-Konflikts: die Belagerung der Hauptstadt Kiew und die Bombardierung der ostukrainischen Stadt Charkiw.

Ukraine-Krieg
Das Militärschiff „Marshal Ustinov“, Teil der russischen Flotte, bei einem Marinemanöver im Jahr 2018. (Archivfoto) © Lev Fedoseyev/Imago Images

Doch abseits dieser Kriegsschauplätze plant der Kreml seine Stellung auf dem Seeweg zu stärken. Russische Atom-U-Boote und weitere Kriegsschiffe haben am Dienstag (01.03.2022) ein Marinemanöver in der Barentsee in der Arktis abgehalten. Mit mobilen Raketenwerfern übte Russlands Flotte den Ernstfall in Sibirien. Bereits am Wochenende hatte Wladimir Putin den russischen Atomstreitkräfte erhöhte Alarmbereitschaft angeordnet.

Ukraine-Krieg: Russland postiert Interkontinentalraketen im Wald

Von offizieller Seite hieß es, das Militärmanöver diene lediglich der Erprobung der Militärschiffe unter Sturmbedingungen. Russlands Verteidigungsministerium erklärte zudem, dass neben dem Marinemanöver in den Wäldern Ostsibiriens Interkontinentalraketen positioniert worden seien. Dies sei ebenfalls eine Routineübung einer unauffälligen Stationierung. Das berichtet unter anderem die Nachrichtenagentur AP. Inwiefern die militärischen Aktivitäten über normale Marinetrainings hinaus gehen, ließ der Kreml offen. Zudem blieb unklar, ob die Marinemanöver im Zusammenhang mit Putins Versetzung in Alarmbereitschaft vom Wochenende stehen.

Am Befehl des russischen Präsidenten gab es scharfe Kritik, unter anderem von vermeintlichen Verbündeten: Aus China hieß es beispielsweise, dass „alle Seiten ruhig bleiben sollten“. „Eine weitere Eskalation“ gelte es zu vermeiden, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin laut einem Bericht des Tagesspiegels.

(tu) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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