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Bohlen kritisiert Russland-Sanktionen – Klitschko kontert: „Egal, wenn Menschen sterben?“

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Von: Tobias Utz

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Bohlen und Klitschko
Wladimir Klitschko (r.) hat die Aussagen von Dieter Bohlen (l.) über die Russland-Sanktionen im Ukraine-Krieg scharf kritisiert. © Archivfotos: Kirchner-Media / Imago Images, Emmanuele Contini / Imago Images | Collage: IPPEN.MEDIA

„Pop-Titan“ Dieter Bohlen äußert sich zu Sanktionen gegen Russland – und erntet scharfe Kritik: unter anderem von Box-Weltmeister Wladimir Klitschko.

Berlin – Dieter Bohlen hat sich überraschend deutlich gegen Russland-Sanktionen im Ukraine-Krieg positioniert. Auf einer Podiumsdiskussion („Founder Summit“) der „Entrepeneur University“, einem auf Weiterbildungen spezialisierten Unternehmen, betonte der „Pop-Titan“, dass Verhandlungen mit Putin an Stelle von Sanktionen der bessere Weg gewesen wären. „Also wenn wir die Sanktionen nicht gemacht hätten, wenn man sich vernünftig an einen Tisch gesetzt hätte, dann bräuchten die Leute jetzt nicht den ganzen Firlefanz machen. Jetzt müssen die Leute frieren. […] Das ist doch alles scheiße“, wetterte Bohlen.

„Aber was da alles so passiert. Dass Russland für viel mehr Geld Gas nach Asien verkauft, dass der Rubel steigt und der Euro sinkt: Das verstehe ich alles nicht mehr“, führte der Musikproduzent aus.

Shitstorm gegen Dieter Bohlen auf Twitter

Für seine Aussagen wurden Bohlen wiederum scharf auf Twitter kritisiert. Neben zahlreichen Nutzerkommentare meldete sich auch Wladimir Klitschko, ehemaliger Box-Weltmeister und ukrainischer Staatsbürger, zu Wort.

„Liebe Freunde in Deutschland, ich sitze hier in Kiew, gerade eben gab es wieder Luftalarm,“ so Klitschko. „Ich höre und lese hier, dass gerade in Deutschland immer wieder die Sanktionen gegen Russland infrage gestellt werden“, schreibt er weiter und fragt: „Ist Dir, Dieter Bohlen, es egal, wenn bei uns Menschen sterben?“ Der Bruder von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko verurteilt allein den Gedanken daran, „mit Russland weiter Geschäfte machen zu wollen“, so Klitschko in einem Statement, das er auf Twitter postete.

Bohlen kritisiert Russland-Sanktionen – AfD und FPÖ applaudieren

Applaus gab es hingegen von der AfD: Tino Chrupalla, Bundessprecher der Partei, bedankte sich in einem Tweet: „Dieter Bohlen vertritt den Standpunkt der AfD: Ohne Sanktionen bräuchten die Bürger nicht zu frieren. Die Sanktionen treffen nicht Russland, sondern die eigenen Bürger. Danke für den Mut zur Wahrheit, Herr Bohlen!“, so Chrupalla. Auch von Österreichs rechter Partei gab es Applaus. „Wo er recht hat, hat er recht!“, schrieb Harald Vilimsky, FPÖ-Abgeordneter im Europäischen Parlament, dazu.

Bohlen kritisierte in seinem Statement nicht nur die Russland-Sanktionen, sondern behauptete auch über das Führungspersonal der Grünen, dass es „keinen Berufsabschluss“ hätte: „Ich habe nichts gegen die Grünen, aber die gesamte Führungsriege hat keinen Berufsabschluss oder wer weiß was. Wenn die von Fachkräftemangel reden, dann wird mit ein bisschen sauer im Magen.“ Allein Annalena Baerbock und Robert Habeck haben Abschlüsse an Universitäten vorzuweisen. (tu mit dpa/AFP)

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