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Die Krankenschwester Nina Böhmer steht in einem grünen Kittel vor einer Wand.
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Nina Böhmer fühlt sich von der Politik im Stich gelassen.

Corona-Impfung bei Pflegern

„So geht man in Deutschland mit Helden um“: Krankenschwester rechnet mit Impfhass ab

  • Zülal Acar
    vonZülal Acar
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Die Krankenschwester Nina Böhmer empfindet den Umgang mit Pflegekräften als ungerecht. Ihre Berufsgruppe sei vom Helden zum Übeltäter degradiert worden.

Berlin - Nina Böhmer ist wütend. Schon wieder fühlt sie sich ungerecht behandelt, schon wieder betrifft es ihre Berufsgruppe. Die Krankenschwester will nicht mehr als „Querdenker in Weiß“ betitelt werden - weder von der Politik, noch von Medien oder der Gesellschaft. Böhmer hat Zweifel, was die Corona-Impfung angeht (*FR berichtete) und steht wohl nicht alleine damit da. In einem Gastbeitrag für n-tv.de hat die 29-jährige Pflegerin und Autorin sich den Frust von der Seele geschrieben. Sie möchte nicht „auf Selbstbestimmung“ über ihren Körper verzichten.

Pflegekräfte: Vom Helden zum Übeltäter

Mit den Worten „So geht man in Deutschland mit Helden um“ beginnt Nina Böhmer ihren Brandbrief. Die allgemeine Stimmung gegen Pflegekräfte habe sich in letzter Zeit verschlechtert. Ihre Berufsgruppe polarisiere zunehmend. „Nicht nur ein Virus kann also mutieren, sondern auch Krankenschwestern und Pfleger“, schreibt sie in dem n-tv-Kommentar.

Erst vor gut einem Jahr seien die medizinischen Kräfte als Helden gefeiert und applaudiert worden - jetzt sei es in das Gegenteil umgeschlagen. Es herrsche ein „Zwang“ bzw. Druck, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, ungeachtet der eigenen Interessen und Bedenken. Das sei „unerhört“, schreibt Böhmer in ihrem Beitrag.

Bereits im März 2020 hatte Böhmer einen wütenden Text auf Facebook veröffentlicht, der sie binnen kurzer Zeit bekannt machte. Darin schrieb sie, dass es bei weitem nicht ausreicht, die Pflegekräfte für ihr Engagement* während der Corona-Pandemie zu applaudieren*. „Euer Klatschen könnt ihr euch sonst wohin stecken“, schrieb sie damals. Der Post zog ein riesiges Medien-Echo nach sich. Böhmer forderte für ihren Berufsstand bessere Bezahlung und mehr Anerkennung seitens der Politik. Im selben Jahr erschien ihr Buch zu dem Thema.

Nun schreibt Böhmer, dass auch Pflegekräfte Angst haben, vor den noch ungewissen Begleiterscheinungen des Corona-Impfstoffes. „Angst kennt jeder. Dürfen wir keine haben?“, fragt sie. „Das Recht jedoch, ebenfalls vorsichtig zu sein, muss man uns zugestehen, selbst wenn die Angst, die dahintersteckt, vielleicht irrational ist.“, schreibt die Pflegerin.

Corona-Impfung: Mobbing unter Pflegekräften

Zwischen den Pflegern komme es vermehrt zu Reibungen und Spaltungen, sogar zu Mobbing. Pfleger, die sich nicht impfen lassen wollen, würden ausgegrenzt. Auch medizinisches Personal habe jedoch Familie und ein Privatleben, argumentiert sie. Dementsprechend, seien die Sorgen der Pfleger ernst zu nehmen.

Außerdem veröffentlichte sie ein Video-Statement zu ihrem Text. Auf Facebook waren die Meinungen zu ihrem Beitrag kontrovers. „Langsam geht sie mir auf die Nerven! Dafür, dass sie so gestresst und frustriert ist, taucht sie aber sehr oft überall im TV auf!“, schrieb etwa eine Nutzerin. „Sie hat das Recht über ihren Körper selber zu entscheiden“, fand beispielsweise ein anderer User. *FR ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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