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Großbrand vor Korfu im Mittelmeer – Rettungskräfte retten Mann von brennender Fähre

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Von: Sarah Neumeyer

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Vor Korfu bricht ein Brand auf einer Fähre aus. Die Küstenwache ist im Einsatz. Ein Vermisster wird von den Rettungskräften gerettet.

Update vom Sonntag, 20.02.2022, 15.48 Uhr: Seit Freitagmorgen (18.02.2022) brennt eine Autofähre vor der griechischen Insel Korfu im Mittelmeer. Nun gibt es eine gute Neuigkeit: Rettungskräften gelang es, einen der zwölf Vermissten von der Autofähre „Euroferry Olympia“ zu retten. Der 21-Jährige hatte mehr als 48 Stunden auf dem brennenden Schiff ausgeharrt. Elf Menschen werden weiter vermisst und in einem Wettlauf gegen die Zeit gesucht.

„Die Tatsache, dass der Mann es unter diesen schwierigen Bedingungen schließlich schaffte, an Deck zu gelangen, macht uns Hoffnung, dass weitere Vermisste am Leben sind“, sagte ein Sprecher der Küstenwache dem Fernsehsender ERT. Gesucht wurden am Sonntag noch sieben Bulgaren, drei Griechen und ein Türke.

Feuer auf Fähre vor Korfu im Mittelmeer: Außenwände bis zu 600 Grad heiß

Der 21-Jährige hatte sich im Bug der Fähre aufgehalten. Der Lkw-Fahrer aus Belarus wurde zur Insel und dort in ein Krankenhaus gebracht. Rettungskräfte hatten zunächst nicht an Bord der „Euroferry Olympia“ gehen können, weil zwischenzeitlich allein an den Außenwänden des Schiffes Temperaturen von bis zu 600 Grad gemessen wurden. Der Brand auf der Autofähre war am Sonntag noch nicht vollständig gelöscht. Warum das Feuer in der Nacht auf Freitag ausbrach, ist weiter unklar.

Vor Korfu brennt eine Autofähre. Elf Menschen werden vermisst.
Vor Korfu brennt eine Autofähre. Elf Menschen werden vermisst. © Angelos Tzortizinis/AFP

Auf dem Atlantik südlich der zu Portugal gehörenden Azoren treibt derzeit zudem ein riesiger brennender Frachter mit 4000 deutschen Autos der VW-Gruppe. Nach jüngsten amtlichen Angaben wollen Experten die Flammen nun doch schon auf offenem Meer vor dem Abschleppen des Schiffes löschen - kein leichtes Unterfangen, auch wegen der vielen E-Autos an Bord. Die 22 Besatzungsmitglieder waren von Portugals Luftwaffe schon bald nach Ausbruch des Feuers am Mittwoch (16.02.2022) in Sicherheit gebracht worden.

Großbrand auf Fähre im Mittelmeer: Löscheinsatz dauert an – Mehrere Verletzte und Vermisste

Erstmeldung vom Freitag, 18.02.2022, 16.09 Uhr: Athen – Bei einem Großbrand auf einer Fähre vor der griechischen Ferieninsel Korfu sind am Freitag (18.02.2022) mehrere Menschen verletzt worden. Von den knapp 300 Menschen an Bord hätten zwei Passagiere und ein Besatzungsmitglied Verletzungen davongetragen, teilten Rettungskräfte mit. Zwei Menschen saßen laut griechischer Küstenwache noch auf der in Flammen stehenden „Euroferry Olympia“ fest, zu ihrer Rettung wurde ein Hubschrauber losgeschickt. Zudem werden laut der Küstenwache elf Menschen vermisst.

Den Angaben zufolge wurden 278 Menschen von der Fähre gerettet. Dass unter den Geretteten auch ein Migrant war, der nicht offiziell auf der Fähre eingecheckt hatte, nährte die Sorge, dass in Wirklichkeit noch mehr Menschen noch nicht gerettet sein könnten. Es kommt immer wieder vor, dass auf Fähren von Griechenland nach Italien blinde Passagiere mitfahren.

Dicker, schwarzer Rauch steigt über einer brennenden Autofähre vor Korfu auf. Auf dem Schiff befanden etwa 300 Menschen.
Dicker, schwarzer Rauch steigt über einer brennenden Autofähre vor Korfu auf. Auf dem Schiff befanden knapp 300 Menschen. © Lazos Madikos/dpa

Feuer auf Autofähre vor Korfu im Mittelmeer: Löscharbeiten dauern noch an

Die unter italienischer Flagge fahrende Fähre mit 237 Passagieren und 51 Besatzungsmitgliedern an Bord war nach Angaben der Küstenwache auf der Route Igoumenitsa-Brindisi unterwegs, als gegen 04.30 Uhr (Ortszeit) plötzlich das Feuer ausbrach. Auf im Fernsehen verbreiteten Bildern war zu sehen, dass das 1995 erbaute Schiff der italienischen Reederei Grimaldi komplett in Flammen stand.

„Wir hörten, dass das Feuer im Laderaum ausgebrochen war, aber es war nicht sicher“, sagte ein Mann, der nach eigenen Angaben an Bord war, dem Sender Skai TV. „Es dauerte 15 Minuten, bis das Feuer das Deck erreichte.“ Die überwiegend italienische Besatzung habe „einfach perfekt“ auf die Gefahr reagiert, berichtete der Mann. Andere Passagiere sprachen von „Panik an Bord“.

Großbrand vor Korfu: Zwei Passagiere mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht

Eine Sprecherin der Küstenwache sagte, die Löscharbeiten könnten noch mehrere Stunden dauern. Auch der Rettungseinsatz dauere noch an. Zwei Fahrer, die sich in dem für Fahrzeuge vorbehaltenen Laderaum befanden, hätten per Telefon um Hilfe gerufen und sollten nun von einem Hubschrauber abgeholt werden.

Der Direktor des Krankenhauses in Korfu, Leonidas Roumbatis, sagte auf ERT, zwei Passagiere mit leichten Verletzungen seien vorsorglich in seine Klinik eingeliefert worden. Zuvor hatte ein Patrouillenboot der griechischen Küstenwache das verletzte Besatzungsmitglied an Land gebracht. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass der 42-jährige Mann mit Atemproblemen nur mit Mühe laufen konnte und von Feuerwehrleuten gestützt werden musste. Auch er wurde auf Korfu ins Krankenhaus gebracht.

Feuer auf Fähre im Mittelmeer: Brandursache noch unklar

Nach Angaben der Küstenwache hatte der Fährkapitan die Passagiere nach Ausbruch des Feuers aufgefordert, das Schiff sofort zu verlassen. Gleichzeitig seien italienische und griechische Patrouillenboote und Schlepper der Küstenwache sowie Feuerwehrleute aus Korfu an den Unglücksort entsandt worden. Ebenfalls an dem Rettungseinsatz beteiligt waren demnach eine Fregatte und zwei Hubschrauber der griechischen Marine. Auch Fischer eilten den Menschen auf der Fähre zur Hilfe. „Wir können Explosionen hören, das müssen Frachtlaster sein“, sagte Nikos Bardis, einer der Fischer, auf ERT.

Die Brandursache war zunächst unklar. Möglicherweise sei das Feuer von einem auf der Fähre abgestellten Lastwagen ausgegangen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Besatzung. Zwischen der griechischen Westküste und der italienischen Adria gibt es einen regen Fährverkehr. Vor der Adriaküste hatte sich im Dezember 2014 ein Brand an einer zwischen Patras und Ancona verkehrenden Fähre ereignet. Bei dem Unglück starben 13 Menschen, darunter neun Passagiere. (sne/dpa/AFP)

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